Üben im Unterricht

Merkblatt zum Referat

Hans Aebli (1981): Grundform 7: „Üben und Wiederholen“. In: Grundformen des Lehrens. Stuttgart 1981, 12. Auflage, S. 238-255. 

Rosenbusch (1980): In: Hilbert Meyer, Unterrichtsmethoden, Bd. 2, 1987, S. 169-170.

Üben heißt wiederholen
Der Lernfortschritt steht im Verhältnis zur Anzahl der Wiederholungen. Daraus folgt, dass ausreichend Übungsmaterial vorliegen muss (Beispiele, Bilder, Gegenstände usw.), damit rasch und viel geübt werden kann. Nur der korrekte (fehlerfreie) Vollzug einer Übung wirkt leistungssteigernd. Regeln, die dieses gewährleisten können: 

  • Zu Beginn der Übungsarbeit die Aufgaben so leicht gestalten, dass praktisch keine Fehler vor- kommen können.
  • Fehler sofort korrigieren und vom Schüler verbessern lassen.
  • Darauf achten, dass auch jeder Schüler übt (somit auch die langsameren S. im Blick behalten). 

Kurz, aber häufig üben.

Motivation beim Üben

  • Dem Schüler muss das Ziel des Übens deutlich sein (Motiv des Übens)
  • Belohnung und Bestrafung steuern. 
  • Intensivierung der Übungsarbeit durch Leistungswettbewerb (z.B. im Rechnen, Turnen, im Lesen); dadurch Mobilisierung von Motivationskräften (Ehrgeiz,…); Gefahr: Schwächere Schüler bleiben zurück; dem Entgegenwirken… . 

Erfolg beim Üben

  • Grundsätzlich die Übungsarbeit so gestalten, dass sie der Schüler erfolgreich bewältigen kann. 
  • Anforderungen sollten stets in der Grenzzoneder Leistungsfähigkeit liegen. 
  • Erfolg hat den Effekt, dass weiter gelernt wird. 
  • Erfolg möglichst sichtbar machen (während des Übens: z.B. ein „Kärtchenstapel“ gelöster Aufgaben, nach dem Üben: symbolische Belohnungen, Lob). 
  • Sofort belohnen. 
  • Richtige und falsche Antworten möglichst sofort feststellen. 
  • Erste Wiederholung nach wenigen Tagen.

„Sicherung von Wissen durch Üben“
– 12 Regeln – Der Erfolg des Übens wird erhöht durch

  • einen für den Schüler bedeutsamen Gegenstand des Übens, 
  • Selbsttätigkeit
  • Einsicht in die Zusammenhänge, Struktur, 
  • vorheriges Erarbeiten der Basis (Gesetzmäßigkeiten, Oberbegriffe, Prinzipien, ….), 
  • regelmäßiges Üben, 
  • multisensorisches Üben (z.B. sowohl auditiv als auch visuell), 
  • strukturierte und sinnvolle Zusammenhänge (so höhere Behaltensleistung), 
  • Reaktivieren und Anwenden
  • Verknüpfung mit bekannten älteren Wissens- beständen bzw. Kompetenzbereichen. 

Das Behalten des Gelernten wird erschwert,

  • wenn gleich danach interessante und aufregende neue Inhalte zur Kenntnis genommen werden (z.B. nach dem Vokabeln-Lernen einen ÑTatortì im Fernsehen angucken), 
  • – wenn parallel dazu oder gleich danach ähnlich strukturierte Inhalte gelernt werden sollen („Gesetz der Ähnlichkeitshemmung“)

Weniger effektiv ist Lernen/ Üben in der Mittagszeit

Autor:
Volker Sachs
Rotenburg / Wümme
im Mai 2001

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