Einsatz LiVD allg. Schule

Einsatz von Anwärterinnen und Anwärtern an der allgemeinen Schule
gem. APVO-Lehr § 7.5; § 7.1 (DB) –

Die folgenden Ausführungen geben einen Orientierungsrahmen für die Ausbildung von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst (LIVD) an allgemeinen Schulen und an Förderschulen. Sie richten sich an Schulleitungen beider Schulformen, an betreuende Lehrkräfte (§ 8 APVO und DB) und an Anwärterinnen und Anwärter.
Der Einsatz der LIVD orientiert sich grundsätzlich an den Vorgaben der APVO-Lehr. Er wird entsprechend der Situation vor Ort geplant und durchgeführt.
1. Startgespräch zu Beginn der Ausbildung
Zu Beginn der Ausbildung einer LIVD wird in der Regel ein Startgespräch an einer der Ausbildungsschulen geführt. In Absprache mit Schulleitung und Fachseminarleitung mit besonderen Aufgaben (PS-Leitung) koordiniert die LIVD einen Gesprächstermin. Dieser erfolgt in der Regel vor dem ersten Unterrichtsbesuch.
Mögliche Gesprächsteilnehmer:
– Schulleitung Regelschule
– Schulleitung Förderschule
– beteiligte Lehrkräfte
– LIVD
Gesprächsdauer: Nach Bedarf ca. 30 – 45 Minuten
Gesprächsleitung und Inhalte:
Die PS-Leitung strukturiert und leitet das Gespräch. Sie informiert über folgende mögliche Gesprächsinhalte:
– APVO § 7 (Ausbildungsunterricht)
– APVO § 8 (Ausbildungsschule); Aufgaben der betreuenden sonderpädagogischen Lehrkraft, Aufgaben der Regelschullehrkraft in der Teamarbeit,
– APVO § 10 (Gespräch über den Ausbildungsstand, Ausbildungsnote), Darstellung der Kompetenzbereiche, Prozesscharakter der Ausbildung, Dokumentationsbogen über die Unterrichtsbesuche und Beratungsschwerpunkte, Bewertung der Ausbildungsleistungen durch die Schulleitung
Gesprächsziele:
Wichtigstes Ziel dieses Gespräches ist es, dass alle maßgeblich an der Ausbildung beteiligten Personen über den gleichen Informationsstand bezogen auf die Rahmenbedingungen der Ausbildung verfügen. Zentrale Paragrafen der APVO und Vereinbarungen aus dem STS werden besprochen. Im fachlichen kooperativen Austausch wird der Einsatz der LIVD an beiden Schulformen im betreuten und eigenverantwortlichen Ausbildungsunterricht abgesprochen.
2. Organisation der Ausbildung
In der Regel erteilen die LIVD Ausbildungsunterricht an einer Förderschule und /oder an einer Regelschule im Umfang von durchschnittlich wöchentlich zwölf Stunden (§ 7.2). Der gesamte Ausbildungsunterricht kann an einer allgemeinen Schule durchgeführt werden. Er setzt sich zusammen aus betreutem (BU) und eigenverantwortlichem Unterricht (EU). Eigenverantwortlicher Unterricht soll nur in den Fächern erteilt werden, in denen im Seminar ausgebildet wird (§7.4.2 DB). In Ausnah-mefällen ist der Einsatz in einem anderen Unterrichtsfach möglich.
Im Unterricht der allgemeinen Schule ist die sonderpädagogische Ausbildung sicher zu stellen (§ 7.5). Die Unterrichtsplanung und -durchführung erfolgt in der Regel zusammen mit einer Regelschullehrkraft, sodass die Ausbildung im Bereich der Teamarbeit gewährleistet ist.
Die LIVD lernen während der Ausbildung verschiedene Organisationsformen sonderpädagogischer Förderung kennen. Sie können im EU und im BU im mobilen Dienst, im Unterricht an einer Förderschule, im Unterricht mit einer Fördergruppe und im Unterricht an einer Regelschule eingesetzt werden. Als EU erteilter Unterricht an der Regelschule wird in der Statistik der Förderschule ange-rechnet. Der Einsatz im mobilen Dienst erfolgt für Auszubildende nicht im Zusammenhang mit einer Abordnung, da sie nicht Inhaber eines Amtes sind.
Zur Verteilung des BU und EU über die drei Ausbildungshalbjahre siehe §7.2.2 DB. Für die Schulstatistik zählt der Ausbildungsunterricht über die drei Halbjahre verteilt, wie folgt: EU 6 / 7 / 7.
3. Betreuende Lehrkräfte
Betreuende Lehrkräfte sind ausschließlich Sonderpädagogen, da die Ausbildung für das Lehramt für Sonderpädagogik erfolgt.
Mögliche Aufgaben:
– Verfügbarkeit als Gesprächspartner/in bei fachlichen Fragen;
– Punktuelle Teilnahme am Unterricht der LIVD;
– Hospitationen im Ausbildungsunterricht der LIVD
– Hospitation der LIVD im Unterricht der betreuenden Lehrkraft.
Für Auszubildende für das Lehramt für Sonderpädagogik ergibt sich im EU des Unterrichts an der Regelschule die Besonderheit einer Doppelsteckung (auch im BU) mit einer Regelschullehrkraft, die nicht in der Rolle einer betreuenden Lehrkraft, sondern als Co-Lehrerin agiert. Hier erfolgt die Ausbildung mit dem Ziel, Erfahrungen im Bereich der gemeinsamen Unterrichtsplanung und -durchführung zu sammeln. Deshalb wird der EU immer in Zusammenarbeit mit einer Regelschullehrerin durchgeführt. Diese ist jedoch nicht betreuende Lehrkraft, sondern Co-Lehrende, die an der Nachbesprechung bei Unterrichtsbesuchen teilnehmen kann. Die Qualität der Stundenreflexionen der LIVD ist bewertungsrelevant. Sie wird deshalb nicht gemeinsam mit der Co-Lehrerin durchgeführt.
Der Einsatz der LIVD in der Rolle einer Fachlehrkraft ohne die Möglichkeit zur Kooperation mit einer Regelschullehrkraft im Unterricht ist nicht im Sinne der APVO.
Im Rahmen des BU können betreuende Lehrkräfte an Prüfungen teilnehmen.
4. Mögliche Formen der Zusammenarbeit im Unterricht
Sonderpädagogische Förderung in Regelschulen im Rahmen der Ausbildung bedeutet Zusammenarbeit von Lehrkräften:
– unterschiedlicher Lehrämter
– auf gleich verantwortlicher Ebene im eigenverantwortlichen Unterricht
– im Rahmen der Weisungsbefugnis von Fachlehrkräften im betreuten Unterricht
Folgende Formen der Zusammenarbeit sind möglich:
1. Lehrkraft & Beobachter
Während eine Lehrkraft (LK) beobachtet, übernimmt die andere die primäre Unterrichtsverantwortung.
2. Lehrkraft & Assistent
Eine Lehrkraft übernimmt die primäre Unterrichtsverantwortung, während die andere einzelne Schülerinnen und Schüler unterrichtet.
3. Parallel-Unterricht
Jede Lehrkraft unterrichtet eine Klassenhälfte mit den gleichen Inhalten.
4. Stationenlernen
Jede Lehrkraft ist nach vorheriger Aufteilung für eine Lernstation zuständig, die von den Schülerinnen und Schülern in Gruppen nacheinander durchlaufen werden.
5. Alternativer Unterricht
Eine Lehrkraft arbeitet mit den Lernenden auf einem höheren, die anderen auf einem niedrigeren Niveau.
6. Team-Teaching
Beide Lehrkräfte führen gemeinsam den Unterricht durch. Dabei haben sie gemeinsam oder abwechselnd die Leitung.

5. Bewertung der Leistungen der LIVD
Am Studienseminar für das Lehramt für Sonderpädagogik in Hannover finden Lernentwicklungsgespräche (im 1. Ausbildungshalbjahr) und Gespräche über den Ausbildungsstand (§ 10 APVO) statt. Sie geben den LIVD im Rahmen ihres Ausbildungsprozesses Gelegenheit ihren Leistungsstand ge-meinsam mit allen Ausbildenden zu besprechen.
Am Ende des 14. Ausbildungsmonats bewertet die Schulleitung mit dem überwiegenden Ausbildungsanteil in Absprache mit der anderen Schulleitung die Leistungen der LIVD mit einer Note. Sie ist Bestandteil der Ausbildungsnote und wird der/ dem LIVD nicht vor der schriftlichen Übermittlung der Ausbildungsnote durch das Studienseminar mitgeteilt.
6. Kommunikation / Informationsaustausch
Auf der Homepage des Studienseminars befinden sich Informationen für LIVD, für Ausbildende und für Schulleitungen.
Die einzelnen Fachbereiche stellen ihre inhaltliche Arbeit dar.
Unter „Aktuelles“ werden Veranstaltungen des Studienseminars und wichtige Informationen eingestellt.
Im Downloadbereich wird ein schneller Zugriff auf die wichtigsten Formblätter, auf inhaltliche Vereinbarungen der Ausbildenden ermöglicht.