Infos für SL zur Bewertung

Kurzinformation für Schulleiterinnen und Schulleiter zur Bewertung
der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (Teil I)
(gemäß § 10, Abs. 2, Ziff. 3 APVO-Lehr v. 30.07.2010) erstellt auf Basis eines gleichnamigen Papiers des StS GHRS Syke mit frdl. Genehmigung
Rechtliche Grundlagen:
1. Verordnung über die Ausbildung und Prüfung von Lehrkräften im Vorbereitungsdienst
(APVO-Lehr) vom 13.Juli 2010 (Nds. GVBl.Nr.19/2010 (Nds. GVBl. Nr. 19/2010 S. 288)
– VORIS 20411-
2. Durchführung der APVO-Lehr, RdErl. d. MK v. 29.9.2010 – 84110/411- VORIS 20411-
3. MK/NLSchB: Leitfaden zur Durchführung der Staatsprüfung gemäß APVO-Lehr vom
30.07.2010
(Stand: 12.04.2012)

Rechtsbestimmungen zur Notenbegründung gemäß §10
Im vierzehnten Ausbildungsmonat bewertet die Schulleitung die in der Ausbildungsschule erbrachten Leistungen der LiVD mit einer Note und sendet das Schriftstück spätestens zwei Wochen vor Ablauf des 14. Monats postalisch an die Leitung des Studienseminars (das genaue Vorlagedatum wird schriftlich mitgeteilt).
In den Durchführungsbestimmungen zur APVO-Lehr vom 13. Juli 2010 wird im § 8 Ziff. 2 zur Aufgabe der Ausbildungsschule ausgeführt:
„Aufgabe der Ausbildungsschule ist es insbesondere ,,Kenntnisse hinsichtlich des
Schulprogramms, der Schullordnung, des pädagogischen Konzepts, des Schullebens, der
Elternarbeit, der Grundsätze der Leistungsbewertung und der Notengebung zu
vermitteln..“
Bei der Abfassung der Notenbegründung sind insbesondere die Bestimmungen der APVO- Lehr im § 13 Abs. 1 zu den Notendefinitionen zu beachten. In den Durchführungsbestimmungen werden nähere Angaben zu den inhaltlichen Bewertungsgegenständen genannt:
Die Note der Schulleiterin oder des Schulleiters bezieht sich nur auf Aussagen zur
schulischen Arbeit der Lehrkraft im Vorbereitungsdienst, insbesondere auf die Mitarbeit in Konferenzen, Umgang mit Schülerinnen und Schülern, Teamfähigkeit, Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten und ggf. auf außerunterrichtliche Aktivitäten und Engagement in Schulprojekten im Rahmen der Eigenverantwortlichkeit der Schule.“
(aus: Durchführungsbestimmungen zur APVO- Lehr, §10 Ziff. 3)

In den Handreichungen  zur Durchführung der Staatsprüfung (Stand: 2015) wird gefordert, dass „in dem von der Schulleiterin oder dem Schulleiter zu fertigenden Gutachten … dieKompetenzbereich 2-5 abzubilden (sind). Der Kompetenzbereich 1 ist nur mit Bezug aufAussagen zur allgemeinen Unterrichtsführung abzubilden.“
Es sollte eine auf den jeweiligen schulischen Alltag bezogene Bewertung erfolgen. Uns erscheint wesentlich, dass Schulleitungen in ihrer Bewertung die Leistungen der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst im täglichen schulischen Handeln in den Mittelpunkt rücken. Dies gilt im Besonderen für den Kompetenzbereich 1 (s. o. „allgemeine Unterrichtsführung“).
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Kurzinformation für Schulleiterinnen und Schulleiter zur Bewertung
der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (Teil II)

Kompetenzbereich 1: Unterrichten
Kompetenzbereich 2: Erziehen
Kompetenzbereich 3: Beurteilen, Beraten und Unterstützen, Diagnostizieren und
Fördern
Kompetenzbereich 4: Mitwirken bei der Gestaltung der Eigenverantwortlichkeit der
Schule und Weiterentwickeln der eigenen Berufskompetenz
Kompetenzbereich 5: Personale Kompetenzen
Die dafür heranzuziehenden Teilkompetenzen der fünf Kompetenzbereiche verstehen wir als Spektrum aller möglichen Leistungen. Aufgabe der Schulleitung wäre es, unter Berücksichtigung der gegebenen Bedingungen der Ausbildungsschule und in Kenntnis des Alltagshandelns der LiVD deren Leistungen in aller Kürze begründet zu benoten. Dabei sollten unserer Meinung nach
die folgenden Teilkompetenzen berücksichtigt werden:
1. Kompetenzbereich Unterrichten: (s. o)
2. Kompetenzbereich Erziehen:
2.1 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst vermitteln Wertvorstellungen und Normen und fördern
eigenverantwortliches Urteilen und Handeln der Schülerinnen und Schüler.
2.3 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst gehen konstruktiv mit Schwierigkeiten und Konflikten in Unterricht und Schule um.
2.4 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst kooperieren mit allen am Erziehungsprozess
Beteiligten.
3. Kompetenzbereich Beurteilen, Beraten und Unterstützung, Diagnostizieren und
Fördern:
3.1.3 Sie wenden die vereinbarten Beurteilungskriterien, Bewertungsmaßstäbe und
Instrumente der Leistungserfassung schüler- und situationsgerecht an und machen diese
den Schülerinnen und Schülern sowie den Erziehungsberechtigten transparent.
3.2.5 Sie beraten Erziehungsberechtigte in Fragen der Lernentwicklung der Schülerin oder des Schülers.
3.3.4 Sie fördern mit Kolleginnen und Kollegen Schülerinnen und Schüler entsprechend deren Fertigkeiten und kognitiven, emotionalen und sozialen Voraussetzungen.
4. Kompetenzbereich Mitwirken bei der Gestaltung der Eigenverantwortlichkeit der
Schule und Weiterentwickeln der eigenen Berufskompetenz
4.1.3 Sie handeln im Rahmen der schulrechtlichen Bestimmungen.
5. Kompetenzbereich Personale Kompetenzen
5.2 Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst übernehmen Verantwortung für sich und ihre Arbeit.
(aus: Anlage APVO-Lehr)
Die Teilnote der Schulleitung fließt mit einem Gewichtsanteil von einem Sechstel in die von der Seminarleitung zu ermittelnde Ausbildungsnote ein. Die Ausbildungsnote wird wie folgt ermittelt: (PSL-Note + FSL-Note 1 + FSL-Note 2 + Schulleitungs-Note + 2x Note der Arbeit) : 6.
Diese Ausbildungsnote wird der LiVD zusammen mit den Kopien aller Notenbegründungen spätestens am letzten Tag des vierzehnten Ausbildungsmonats schriftlich mitgeteilt. Wir empfehlen, von vorab geführten Gesprächen über die Bewertung der Leistungen der LiVD an der Ausbildungsschule abzusehen.
Hinweis:
Die vorliegende Fassung wurde in einer Dienstbesprechung mit allen Studienseminaren der Regionalabteilung Hannover am 7.5.2012 ausführlich besprochen. Anregungen wurden in diese eingearbeitet. Die Kurzfassung kann von allen Studienseminaren verwendet werden.
gez. Reimers

Anhang: Formulierungshilfen
Als Hilfe für die Notenbegründung fügen wir eine Beispielsammlung2 von möglichen
bewertenden Formulierungen für die geforderten notendefinierten Leistungsbeschreibungen an:
„sehr gut“ (1)
in besonderem Maße
außerordentlich
sehr eindrucksvoll
überzeugend
herausragend
äußerst kompetent
sehr effektiv
höchstes Maß an
vorbildlich
richtungsweisend
treffend
äußerst eigenständig
selbstständig in allen …
stets stringent durchdacht

„gut“ (2)
entspricht voll …
gut
kompetent
durchgängig
sinnvoll begründet
effektiv
in vollem Umfang
konsequent
stringent
hierarchisch gut
eng verknüpft
theoretisch fundiert
angemessen
adäquat
differenziert
sachgerecht
setzt … situationsspezifisch um

„befriedigend“ (3)
befriedigend
im Allgemeinen
überwiegend
zunehmend
in Teilen
in der Regel
lässt … erkennen
wird … angestrebt
stellt aber auch einen Bezug zu …
her
setzt … um

„ausreichend“ (4)
leichte Mängel
ausreichend
entspricht noch den Anforderungen
wesentliche … fehlen
ist teilweise erkennbar
sollte noch stärker
sollte möglichst nicht nur
gelingt in geringem Maße
setzt noch nicht genug um
bemühte sich zunehmend mit Erfolg
zeigen sich Mängel, die noch
verbessert werden können

„mangelhaft“ (5)
in geringen Ansätzen
bemüht sich um
annähernd
tendenziell
bleibt an der Oberfläche
global formuliert
lässt ausreichende … vermissen
berücksichtigt zu wenig
in sehr geringem Maße
nur mit starken Hilfen
gelangt kaum zu einer
noch nicht vorhanden, aber in
absehbarer Zeit zu beheben
fehlt
zu selten

 mit frdl. Genehmigung des Studienseminars Wolfenbüttel (Sopäd)