Die Klasse 10e besuchte die Gedenkstätte Bergen Belsen

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10e auf den Spuren niedersächsischer Geschichte
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Am Freitag, 16.05.14, unternahm die Klasse 10e mit ihrer Klassenlehrerin Petra Felz-Renner und in Begleitung des ehemaligen Kollegen Wolfgang Ahrens einen Wandertag mit dem Ziel Bergen-Belsen. Seit 1945 internationaler Erinnerungsort, ist es auch heute noch ein Mahnmal aus der Nachkriegszeit und erinnert an die mehr als 70000 Menschen, die dort zwischen 1941 und 1945 umkamen. Der Besuch umfasste eine Führung auf dem Gelände,  der sog. Rampe sowie  das Ablegen der im Kunstunterricht mit Frau Monika Hanke angefertigten Tonziegel mit den Namen und Lebensdaten von dort beigesetzten Kriegsgefangenen. Das Projekt „Namensziegel“, das an das Schicksal und Leid unzähliger Menschen erinnert, wird betreut vom Bund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, der eigens angefertigte Metallgestelle auf dem Friedhof Bergen-Hörsten vorhält, die nach und nach von interessierten Schulklassen bestückt werden. Abschließend hatten wir Gelegenheit, das Dokumentationszentrum zu besuchen.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Frau Kerstin Helms und der Stiftung der Theodor-Heuss-Realschule Uelzen für das Sponsern unserer Busfahrt bedanken! Dieser Ausflug war für die Schülerinnen und Schüler der 10e informativ und beeindruckend zugleich. Danke für die Unterstützung.

Zurück in Uelzen haben die Schüler ihre Eindrücke zu Papier gebracht:

Unsere Eindrücke:

Ich konnte alles irgendwie nicht realisieren. Den ganzen Tag habe ich das einfach so hingenommen. Doch als wir diesen Stummfilm mit den ganzen Leichen gesehen haben, wurden alle Geschehnisse des Tages miteinander in meinem Kopf verbunden. Als wir dann noch in die Ausstellung gegangen sind, brauchte ich erstmal Zeit, um nachzudenken, was an diesem Ort passiert ist. Ich kann diese Wiese vor mir sehen, aber nicht begreifen, dass da eventuell ein Massengrab sein könnte. Ich verstehe nicht, wie tief die Moral eines Menschen sinken kann, bis man so dürre Leichen einfach in so eine Grube werfen kann. Sind nicht alle Menschen gleich? Haben nicht alle ein würdevolles Leben und einen ehrenvollen Tod verdient? Heute kann man sich nicht vorstellen, wie so etwas passieren konnte. Für uns ist die Freiheit etwas Selbstverständliches. Man braucht viel Vorstellungsvermögen, um in Bergen- Belsen diese schöne Anlage so zu sehen, wie sie eigentlich war. Die toten Menschen auf den Wegen, kleinen Wagons und die schäbigen Hütten. Es ist gut Jugendlichen zu zeigen, wie es früher war. Sie sollen für die Zukunft mitnehmen, dass so was nie wieder passieren soll. Ich habe versucht, mit diesem Thema im Kopf abzuschließen. Wenn ich länger darüber nachdenke und diese ausgehungerten Menschen sehe, dann dauert es bei mir nicht lange, bis ich den Tränen nahe bin. Es ist falsch, wenn man das Thema komplett ignoriert. Aber es ist halt ein schweres Thema, was erstmal verarbeitet werden muss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand durch die Ausstellung oder einen Zeitzeugen von den Geschehnissen erfahren hat und komplett unbeeindruckt blieb. Nach meiner Meinung sollten mehr Klassen diese Ausstellung sehen, um einfach die Botschaft zu kriegen, dass so etwas nie wieder passieren soll. Die Botschaft sollte nicht nur durch leblose Bilder im Buch vermittelt werden, sondern durch eine Führung und Besuch in Bergen Belsen. Es öffnet einem die Augen über die Vergangenheit.
Schülerin der Klasse 10e

Wenn man dort in Bergen- Belsen die Orte sieht und betrachtet, sieht alles total schön aus. Niemand hätte sich vorstellen können, dass dort sowas Schreckliches passiert ist. Die vielen Gräber und Gedenksteine. Es wirkt auf mich fast „unreal“. Zum Beispiel als wir einen Film gesehen haben, wusste ich nicht ganz, wie ich darauf reagieren sollte. Es ist passiert, aber begreifen tue ich es immer noch nicht. Der Mann, der uns herum geführt hat, ist mit uns auch in eine Art Container gegangen, worin die Kriegsgefangenen transportiert wurden. Unvorstellbar mit ca. 60 Personen da mehrere Tage drin zu verbringen. Oder sich allgemein vorzustellen, was da passiert ist. Es sieht echt so schön in Bergen-Belsen aus. Wir haben so viele Sachen gesehen, aber trotzdem realisiere ich es gar nicht. Zudem ist es auch schlimm für die Personen, die dort z.B. einen Verwandten liegen haben. Es gibt sehr viele Massengräber, wo einfach nur ein Kreuz vor steht. Mehr nicht. Dort liegen u.a. Soldaten, die für ihr Land gekämpft haben, aber leider wurden diese nicht ehrenvoll bestattet, so wie sie es verdient hätten.
Nicole (10e)

Ich fand den Tag sehr interessant, aber auch etwas erschreckend zu sehen, wie es dort wirklich war.
Ich hätte es noch etwas interessanter gefunden, wenn noch etwas mehr von der Anlage gestanden hätte, um sich das Ganze noch besser vorzustellen.
Ich halte es für sehr wichtig, dass andere Klassen das Konzentrationslager auch besuchen, weil sowas nicht in Vergessenheit geraten sollte und jeder so verständlich über die Geschichte aufgeklärt werden sollte wie dort.
Schüler/in, 10e

Am Anfang habe ich das noch gar nicht so richtig wahrgenommen. Ich wusste, was dort passiert ist, jedoch habe ich es, als wir an der Rampe in diesem Waggon standen, richtig gemerkt und auch vor Augen gesehen, wie die Menschen leiden mussten. Bis zum Schluss wusste keiner der Gefangen, wo sie waren, ihnen wurde ein besseres Leben versprochen, doch dazu kam es in keinem Fall.

Die ganze Zeit habe ich überlegt, wie man sich in so einer Situation fühlen muss, doch so etwas kann man sich nicht vorstellen.

Auf dem Friedhof war ich etwas geschockt, dass auf Denkmälern geschichtlich nicht korrekte Aussagen standen. Das Geschehen wurde verharmlost oder übertrieben dargestellt. Ich denke, dass wenn man ein Denkmal aufstellt, dort auch richtige Fakten stehen sollten, denn das, was dort passiert ist, kann man nicht vergessen!

Ich bin sehr froh, dass wir diesen Menschen, die sehr gelitten haben, die letzte Ehre erweisen konnten und dass viele andere Menschen das auch getan und hoffentlich noch weiter tun werden.

Ich halte das Projekt „Namensziegel“ für ein sehr gutes und sinnvolles Projekt.
Nicole Galamek, 10e

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Ich finde, es sind sehr schlimme Sachen geschehen, die man vor Ort gesehen hat. Besonders schlimm fand ich, wie die Leute früher in einem Wagon transportiert wurden, weil, wenn man mit knapp 40 Leuten in einem kleinen Wagon steht, wo kaum Platz ist und die Sonne noch einem die Luft raubt, muss es eine schlimme Qual für die Gefangenen gewesen sein. Das Schlimme daran war, dass die Gefangenen nicht ein paar Stunden gefahren sind, sondern Tage. Diese Geschichte fand ich sehr schlimm und traurig. Allgemein ist es unvorstellbar, was früher mit den Gefangenen geschah. Ich würde diese Ausstellung weiterempfehlen, weil die Leute sollten einmal gesehen haben, was früher mit den Gefangenen geschah.
Schüler der Klasse 10e

In Bergen-Belsen haben wir erfahren, wie die Rasse eines Menschen oder seine Religionszugehörigkeit über das Leben oder den Tod eines Menschen bestimmen können. Ein Beispiel dafür wären zB. die Juden, die unmenschlich behandelt wurden. Diese Menschen wurden menschenunwürdig oder gar wie Tiere behandelt.

Meiner Meinung nach sollten andere Klassen an diesem Projekt teilnehmen, weil gerade die Jugend heutzutage nicht viel über die Verhältnisse der vergangenen Zeit weiß. Wenn sie an KZs denken, dann kommt ihnen nur das Wort ‚Judenvergasung‘ in den Kopf. Obwohl eigentlich viel mehr Geschichte dahinter steckt.

Um den Toten Respekt zu erweisen, sollte jeder Mensch wissen, wie und warum diese Menschen gestorben sind und damit so ein derart grausames Ereignis nicht wieder passiert.
Claudia, 10e

Schon von Anfang an bin ich mit einem mulmigen Gefühl nach Bergen-Belsen gefahren, da ich viel Vorwissen darüber hatte. Ich wusste aus dem Unterricht und aus Interesse, wie es zur Zeit Hitlers vor sich ging und wie die Menschen behandelt wurden, doch war ich etwas benommen, als ich dann auf dem Friedhof stand. Die Gedenktafeln zu lesen und die Grabsteine zu sehen, war schon etwas viel auf einmal und dazu zu wissen, wie diese Häftlinge behandelt wurden, die ja wirklich einen furchtbaren Tod sterben mussten. Die Verharmlosung auf deutscher Seite der Gedenktafeln finde ich würdelos, dreist und den gefallenen Soldaten ungerecht gegenüber. Ich finde es wirklich sehr gut, dieses Projekt mitgemacht und daran teilgenommen zu haben. Ich habe viele neue Eindrücke gewonnen und viel Neues dazu gelernt, ich konnte vieles sehen, was man so eigentlich nicht glaubt. Für mich ist einfach nur mal wieder klar geworden, dass ich froh und dankbar bin, nicht zu Kriegszeiten zu leben oder leben zu müssen. Dankbar, dass es mir, meiner Familie und meinen Freunden gut geht und wir nie so etwas erleben müssen. Ich bin froh, einem Soldaten die letzte Ehre zu erweisen, indem er seinen Namen in gewisser Weise zurückerhält. Ich empfehle es auf jeden Fall anderen weiter, an diesem Projekt “ Namensziegel“ teilzunehmen, es ist schön diese Erfahrung zu machen und vor allem so einen lehrreichen Tag in Bergen-Belsen erleben zu dürfen.
Jessica Neumann 10e

Führerahrens

 

 

 

 

Bei unserem Besuch in Bergen- Belsen habe ich einen tiefen Eindruck davon erhalten, wie es in einem solchen Lager ausgesehen hat. Dabei, und vor allem bei dem Film am Ende der Führung, wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, so etwas zu verhindern, sei es nun aus ideologischen oder religiösen Gründen. Dazu gehört das Andenken zu wahren, damit es nie geleugnet werden kann.
Jendrik, 10e

Am Freitag war ich mit meiner Klasse im Kriegsgefangenenlager Bergen Belsen. Vor ein paar Monaten hatten wir Namensziegel für Kriegsopfer, die keinen Grabstein bekommen haben, erstellt. Diese legten wir dann an dem Friedhof in Bergen Belsen ab.

Die Stimmung war teilweise sehr gedrückt, denn man kann kaum fassen, dass wirklich über 20.000 Kriegsopfer auf diesem Friedhof begraben worden sind.

Außerdem schauten wir uns einen Bahnwagon an, mit dem die Soldaten früher im Krieg transportiert wurden. Ganz ohne Fenster, jegliche Sitzmöglichkeiten und Toilette. Lediglich ein herausgeschraubtes Brett, um Licht in den dunklen Bahnwagon zubringen und eine Tonne, welche als provisorische Toilette diente.

Diese Verhältnisse, die damals herrschten schockierten uns alle, denn in dem relativ kleinen Wagon wurden sehr viele Menschen gleichzeitig transportiert, sodass durch die hygienischen Mängel auch viele Menschen an verschieden Krankheiten starben.

Dann haben wir noch vereinzelte Überreste der Baracken gesehen. Leider war schon ziemlich viel kurz nach dem Krieg vernichtet worden, durch die Erzählungen unseres Betreuers konnten wir uns gut vorstellen, wie es da ausgesehen haben muss und wie die Umstände dort waren.

Am Schluss wurde uns noch ein kurzer Film gezeigt, der von einem Soldaten im Lager gedreht wurde. Dieser Film enthielt echte Szenen aus dem Kriegsgefangenenlager, die einen durch die vielen toten Menschen und die Umstände sehr schockierte.

Durch diesen Film konnte man einen Einblick bekommen, wie es dort aussah und wie die Verhältnisse dort waren.

Alles in allem war der Tag sehr interessant und belehrend.

Ich würde jeder Klasse empfehlen, das Kriegsgefangenenlager in Bergen- Belsen zu besuchen.

Man wird die Situation, die damals herrschte, nie wirklich verstehen können, allerdings kann man es sich besser vorstellen.
Nina, 10e

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Am 17. Mai 2014 waren wir, die Klasse 10e, in Bergen – Belsen, um das Namensziegelprojekt abzuschließen, welches wir Anfang des Jahres begonnen hatten. Bei dem Namensziegelprojekt handelt es sich um selbstangefertigte Tonziegel mit den Namen gefallener russischer Soldaten, die wir mit Frau Hanke anfertigen durften und nun persönlich nach Bergen – Belsen bringen konnten. Wir fuhren zur Gedenkstätte, machten eine Führung mit und legten unsere Ziegel ab.

Die Führung begann mit einem Modell des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers und des Konzentrationslagers. Danach fuhren wir mit dem Bus zur sogenannten „Rampe“. Dabei bekamen wir einen richtig guten Eindruck von der Größe des Geländes – es ist riesig. An der Rampe machte sich dann ein beklemmendes Gefühl breit. Durch die Geräusche des Truppenübungsplatzes der NATO wurde dies auch nicht besser. Wir durften in einem Nachbau eines Waggons stehen. Dort wurde einem klar unter welchen Bedingungen die Kriegsgefangenen in das Lager kamen. Sie mussten dort tagelang auf engstem Raum mit ca. 70 weiteren Gefangenen und mit wenig Nahrung bzw. Luft aushalten. Für einige von uns war es schon nach wenigen Minuten kaum aushaltbar, obwohl wir nur 27 Personen waren.

Nachdem wir nach der Rampe einen ersten kleinen „Schock“ hinter uns hatten, fuhren wir zum Friedhof. Wir sahen einige Denkmäler und lernten, dass nicht immer die Wahrheit darauf steht. Danach legten wir unsere Ziegel nieder und einige von uns trugen ein Gedicht auf Russisch und Deutsch vor.

Die Führung wurde fortgesetzt und wir gingen über das Gelände des Kriegsgefangenlagers.  Leider konnte man sich nur schwer vorstellen, dass damals wirklich so ein Lager da stand. Heute sieht man nur noch einige Fundamente von z.B. Toilettenhäusern. Aber der Anblick eines Massengrabes reichte mir schon. Auf dem Stein stand: „Hier ruhen 10 000 Tote – April 1945.“

Im Anschluss sahen wir einen Film, der darstellte wie die Gefangen dort lebten. Spätestens ab diesem Zeitpunkt bereuten einige von uns, dass sie vorher etwas gegessen hatten.

Zuletzt besuchten wir noch eine Ausstellung, in der noch einmal vieles anschaulich dargestellt wurde.

Um 14 Uhr fuhren wir wieder nach Uelzen. Wir hatten an diesem Tag viele Eindrücke mitgenommen. Vieles war schon bekannt, aber auch vieles neu. Leider konnten wir aus Zeitgründen das jüdische Mahnmal und das Haus der Stille nicht mehr besichtigen, aber ich finde, dass das Namensziegelprojekt eine tolle Sache ist. Allein das Gefühl, wenn man den Ziegel niederlegt und weiß, dass wir glücklicherweise seit gut 70 Jahren ohne Krieg leben, ist super. Auch wenn die Lage in Syrien oder aktuell in der Ukraine nicht sehr vorbildlich ist, sollten wir dankbar sein, dass wir in einer ‚heilen‘ Welt aufgewachsen sind. Ich würde das Projekt anderen Klassen weiterempfehlen, da es wirklich sehr interessant ist und wir, wenn wir ehrlich sind, uns sonst nie so intensiv mit dem, was früher geschah, beschäftigen würden. Bergen – Belsen ist in jedem Fall eine Reise wert.
Schüler/in, 10e

Wir haben am Freitag (16.5.14) das Konzentrationslager in Bergen-Belsen besucht. In dem Konzentrationslager hatten wir eine Führung, um das Geschehen an diesem Ort besser nachvollziehen zu können. In dem Lager waren 20 000 Leute untergebracht, von denen viele russische Kriegsgefangene waren. Die Bilder der Gefangenen haben mich sehr schockiert, da der Zustand der Menschen entsetzlich war, bis auf die Knochen abgemagert. Die Misshandlungen der Menschen wurden besonders deutlich an dem Waggon, in dem 60 Menschen untergebracht wurden. Ich würde einen Besuch in diesen Konzentrationslager weiter empfehlen. Ich halte es für wichtig, dass man sich selbst ein Bild davon macht.
Maxim

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Potentiale entfalten Miteinander gestalten