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  • Wenn das coronabedingte Pizza-Picknick im Freien zum Problem wird

    Wenn das coronabedingte Pizza-Picknick im Freien zum Problem wird

    Bild von Jasmin Sessler auf Pixabay.

    To-Go-Verpackungen, Pizzakartons, Kaffeebecher – mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr: Durch die massenhafte Verwendung von Einwegverpackungen, insbesondere seit Corona, steigt auch die Menge an Verpackungsmüll durchgehend an und führt häufig zu überfüllten Mülleimern in innerstädtischen Grünanlagen, z.B. in Parks. Der für Hersteller und Verbraucher meist sehr praktische Pizzakarton sei dabei „zu einem Symbol für den Anstieg beim Müllaufkommen in der Corona-Zeit geworden“, teilte die Stadt Nürnberg mit. Die Beseitigung dieses Mülls kostet die Kommunen in Deutschland jährlich mehrere hundertmillionen Euro und die Möglichkeiten des Recyclings für die Hersteller sind beschränkt. Inzwischen wurde auf kommunaler Ebene unter anderem die Forderung nach einer Pfandpflicht für Pizzakartons und andere To-Go-Verpackungen laut. Doch welche Bedeutung und welche Vor- und Nachteile hat der Pizzakarton für die Hersteller und Verbraucher?

    Seit 1952 wird der allseits bekannte Pizzakarton in Deutschland verwendet und erweist sich dabei immer wieder als praktische Transportmöglichkeit: Durch seine Stabilität sorgt er dafür, dass die Pizza bei uns unbeschädigt ankommt. Die stabilen und faltbaren Voll- oder Wellpappen, aus denen der Karton besteht, halten unsere Pizza warm. Durch Lüftungslöcher wird eine Durchfeuchtung verhindert. Den Karton kann man beim Verzehr der Speise ebenfalls als Tellerersatz benutzen. Aufgrund der Essensreste gehört der Karton übrigens nach dem Verzehr in den Restmüll. Den Pizzakarton gibt es in vielen unterschiedlichen Formen, Größen und Höhen. Durch Hilfsmittel wie dem „Pizza-Saver“, einem Abstandshalter in der Mitte des Kartondeckels, können diese Funktionen außerdem verstärkt werden. Auf der Außenoberfläche des Kartons findet sich ausreichend Platz für Werbung.

    All diese praktischen Aspekte der Transportmöglichkeit führten dazu, dass inzwischen jährlich mehr als eine Milliarde Pizzen in Kartons geliefert werden. Verständlicherweise sind die Pizzakartons damit für Hersteller nicht wegzudenken, zumal dessen Alternativen entweder zu kostenaufwendig oder weniger praktisch sind. So wurden in den USA bereits umweltfreundlichere Kartons aus Polystyrol entwickelt, die allerdings teurer und schlechter belüftbar sind. Allerdings wurde das Problem des hohen Platzbedürfnisses der Kartons beispielsweise in den USA durch ein Rücknahme-Stellsystem oder in Deutschland durch spezielle Pizzakarton-Behälter, in denen sich die Kartons leichter stapeln lassen, gelöst.

    Doch auch diese Lösungen lassen das Umweltproblem dieser nicht verschwinden: Jährlich müssen Kommunen in Deutschland alleine für die Entsorgung von Einwegplastik 355 Mio. Euro aufwenden. Die bereits erwähnte Pfandpflicht des Verbandes kommunaler Unternehmen stößt beim Umweltministerium, aber auch bei den Gastronomen, auf Kritik. „Es ist weniger appetitlich, da es ja doch immer Essensrückstände in den Kartons gibt“, erklärt Antonio Furnari, Betreiber einer Pizzeria in Greven, Nordrhein-Westfalen. Andere Vorschläge kommen von vielen Seiten: Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine verbindliche Mehrwegquote, das Bundesministerium für Umwelt befürwortet auch die Mehrweg-Alternative. Dafür wurden auch schon Produkte entwickelt, z.B. ein biologisch abbaubarer Karton. Dieser ist allerdings zu teuer für die Gastronomen. Es ist also offensichtlich, dass der Weg zu einer umweltfreundlichen Lösung dieses Problems lang und schwierig sein wird.

    Bild von planet_fox auf Pixabay.

    Ein weiterer Nachteil der Verwendung von Pizzakartons findet sich im Material: Stoffe wie Mineralöle oder andere chemische Verbindungen, die oft in der Pappe der Kartons enthalten sind, können gesundheitliche Schäden hervorrufen. Wenn die Pizza also leicht durchweicht, können diese Stoffe auch in die Pizza gelangen und verzehrt werden. Für dieses Problem gibt es durch die Verwendung von Decklagen auf der Innenseite des Kartons bereits eine Lösung.

    Zusammenfassend ist also erkennbar, dass der Pizzakarton einerseits ein fester und bedeutender Bestandteil von Lieferservices geworden ist und dafür sorgt, dass wir unsere Pizza gut genießen können. Andererseits weist er aber auch nach der Verwendung eine problematische und schwer lösbare Umweltverschmutzung auf, was insbesondere während der Corona-Pandemie erkennbar ist. In diesen Zeiten macht der Pizzakarton also sehr auf sich aufmerksam und ist somit Anlass zu einer ausführlichen Diskussion, bei dessen Lösung es aber auch auf uns Verbraucher ankommt.

    von Silas Müller, 10. Jahrgang

  • Was wir von der Corona-Krise lernen können

    Was wir von der Corona-Krise lernen können

    Die Welt steht still: Flugzeuge bleiben am Boden, Schiffe befinden sich im Hafen, Werke werden geschlossen und die Industrieproduktion wird insgesamt gedrosselt – eine Entwicklung, die sich Greta Thunberg und ihre Anhänger sicher gewünscht hätten. Sichtbar werden nun glasklare Hafenbecken, Himmel ohne Kondensstreifen, Städte ohne Dunstglocken – durch „Homeoffice“ und Ladenschließungen sind schließlich viele Menschen zu Hause geblieben und haben ihr Auto stehen gelassen. Das Klimaziel der Bundesregierung für 2020 könnte vielleicht erreicht werden. Vielleicht.

    Durch den „Corona-Stillstand“ der vergangenen Monate erhält unsere Atmosphäre eine Erholungspause. Der CO2-Ausstoß könnte sogar ca. 11 Prozent niedriger ausfallen. Doch im Gegenzug bedeutet dieser „Lockdown“ einen Absturz der deutschen Wirtschaft, tausende Firmen kämpfen um das Überleben, Millionen Menschen haben Angst um ihre Arbeit. Erinnerungen an Crashs, wie die weltweite Finanzkrise ab 2008, die eine schwere Eurokrise zur Folge hatte, oder an das Jahr 1929, als die „Große Depression“ Millionen Menschen ins Elend gestürzt hat, tauchen plötzlich wieder auf. Schnell vergessen sind da die zu warmen Winter, die neuen Temperaturrekorde, die Insektenplagen oder das Insektensterben oder gar die Pole, die ebenso zu schwitzen haben wie so mancher Unternehmensboss.

    Doch der Wachstumsmotor unserer Wirtschaft soll nach Corona so schnell wie möglich wieder zum Laufen gebracht werden. Die Messlatte dafür ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die einfache Summe aller produzierten Dienstleistungen und Waren, egal wie und unter welchen Bedingungen diese hergestellt werden. Das BIP ist neutral – auch gegenüber dem Klimaschutz! Es gibt keine Folgekosten für Fabrikschlote, Plastiktüten oder durch Überdüngung kontaminiertes Grundwasser! Wir dürfen nicht einfach wieder in die „alte“ Normalität zurück, da Corona ein Beweis dafür ist, wie anfällig Volkswirtschaften sind. Wir sollten weg vom Wachstum, das die Folgekosten von Klimawandel einfach ausblendet!

    Bestes Beispiel ist China, nachdem der „Motor“ hier wieder angesprungen ist, steigt die CO2-Kurve erneut an. Kommt es bei uns, aufgrund des Nachholbedarfes, eventuell auch zu erhöhten Emissionen, wenn wir wieder zu Normalität zurückkehren? Unsere Bundesregierung entscheidet darüber, welche Kriterien angelegt werden, wenn sie Milliardenhilfen und Kredite verteilt. Sie entscheidet darüber, ob die Wirtschaft nach Corona etwas grüner oder noch CO2-intensiver sein wird.

    Klar ist, dass der von Menschen Hand gemachte Klimawandel nicht zu leugnen ist. Auch wenn das andere gern behaupten. Die Folgen des Klimawandels sind allgegenwärtig: Im Jahr 2019 konnte kein einziger Winzer den sogenannten Eiswein in Deutschland herstellen, die Mindesttemperatur von -7 Grad Celsius wurde nicht erreicht. Gemüse hingegen, wie beispielsweise Spargel, kann aufgrund des milden Winterwetters früher als sonst gestochen werden. Der gefährlichste Schädling des Waldes, der Borkenkäfer, kann sich aufgrund des milden Wetters ungehindert vermehren und richtet an den durch Dürre und Hitze geschwächten Wald erhebliche Schäden an. Blutroter Schnee in der Antarktis, ausgelöst durch eine auf Schnee wachsende Alge, ist ein durch den Klimawandel ausgelöstes Phänomen. Hitzewellen in der Antarktis bringen zudem große Schneemassen zum Schmelzen. Die schützende Ozonschicht über dem Nordpol schrumpft aufgrund des Klimawandels. Regenwälder speichern weniger CO2, da die Regenwälder seit dem Klimawandel häufiger Dürren ausgesetzt sind. Aufgrund von Starkregen und Überschwemmungen profitieren bestimmte Insekten von günstigen Brutbedingungen. Die Folge: Ein Heuschreckenschwarm von mittlerer Größe vertilgte erst kürzlich die gleiche Menge an Lebensmitteln wie die ganze Bevölkerung Kenias.

    Aber: Die Hoffnung besteht, dass wir nach dieser Krise eine Veränderung für uns mitnehmen, denn wir konnten sehen, was passiert, wenn nichts passiert. Die Welt wurde sauberer. Doch werden wir nach der Krise auf ungebremsten Konsum verzichten und plötzlich alle zum Klimaschützer werden? Ein Vorstoß in die richtige Richtung ist zumindest der „Green Deal“. Der European Green Deal ist ein von der Europäischen Kommission erarbeitetes Konzept mit dem Ziel, bis 2050 in der Europäischen Union die Emissionen von Treibhausgasen auf null zu reduzieren. Wichtig ist aber auch eine Hilfe für ärmere Länder, schließlich machen die Folgen des Klimawandels nicht vor Ländergrenzen halt. Es ist wichtig, dass jeder und jedes Land seinen Beitrag leistet, damit wir weiterhin auf unserer Welt glücklich und zufrieden leben können. In diesem Zusammenhang wünsche ich mir, dass die Energie der Zukunft CO2-frei, sicher und bezahlbar wird, dass Fliegen mittels alternativer Antriebsstoffe möglich sein wird, dass ein Verzicht auf Plastik endlich realisierbar ist, dass es keine Verschwendung von wertvollen Lebensmitteln gibt und dass die Massentierhaltung ein Ende hat – dass wir nun noch das produzieren, was wir wirklich benötigen. All das muss natürlich im Einklang mit den Menschen, der Politik und der Wirtschaft erfolgen. Schließlich verursachen diese Visionen neue Entwicklungen und Kosten, welche von allen getragen werden müssen, um ein gesundes Klima und eine funktionierende Wirtschaft zu erzielen.

    Ich hoffe, dass diese Krise vielen Menschen endlich deutlich gemacht hat, dass nur ein bewusster Umgang mit unserer Welt den Klimawandel und seine Folgen abmildern kann. Die Zeit ist reif, denn ansonsten ist die Gefahr groß, dass eine Krise durch eine weitere massive Krise, die Klimakrise, abgelöst wird!

    von Alissa Josupeit, Jahrgang 8