Kategorie: Wissenswertes

  • Niedersachsen und Bremen bekommen neuen Feiertag

    Ab diesem Jahr haben nun auch Niedersachsen und Bremen den Reformationstag, den 31. Oktober, dauerhaft als neuen Feiertag. Dieser erinnert an den 31. Oktober 1517. An jenem Tag soll der Mönch Martin Luther an der Schlosskirche zu Wittenberg seine 95 Thesen angeschlagen haben.

    In seinen Thesen machte Luther u. a. verständlich, dass eine Erlösung der Sünden durch Geld (= Ablasshandel) unnötig sei, da Jesus Christus die Menschheit durch seinen Tod am Kreuz von der Sünde erlöst hätte. Daran anknüpfend forderte er eine Diskussion über Buße und Ablass. Dieser Thesenanschlag leitete schließlich die Reformation in Europa ein. Befürworter des Feiertages argumentieren, Norddeutschland benötige dringend einen weiteren Feiertag, da die südlichen Bundesländer zwölf Feiertage haben und die nördlichen Bundesländer nur neun. Außerdem wäre Luther ein Vorbild, da er seine Meinung äußerte und gegen die Ausbeutung der damaligen katholischen Kirche kämpfte. Diese finanzierte beispielsweise durch den Verkauf von Ablassbriefen den Bau des Petersdomes in Rom. Kritiker warnten vor der Einführung des Reformationstages als neuen Feiertag, da Martin Luther viele judenfeindliche Äußerungen gemacht hatte. Die Einführung könne so ein falsches Signal – auch aufgrund der in letzter Zeit steigenden judenfeindlichen Übergriffe – senden.

  • Erneuter Unfall an der Neustädter Schranke

    Erneuter Unfall an der Neustädter Schranke

    Zum zweiten Mal in anderthalb Wochen riss ein LKW am Neustädter Bahnübergang den Schrankenbaum ab. Der Grund: Missachtung der Verkehrsregeln. Wie wird die Stadt nun reagieren?

    Letzten Freitag, den 25. Mai um 16 Uhr, ist es passiert: Ein litauischer Fahrer fuhr seinen LKW, obwohl sich auf der anderen Seite Autos stauten, auf den Bahnübergang. Als sich dann die Schranken zu schließen begannen, konnte er nicht mehr rechtzeitig den Übergang räumen und zerstörte bei dem Versuch panisch den Schrankenbaum, welcher zuvor auf seine Ladefläche geknallt war. Glücklicherweise blieb es bei diesem Sachschaden.

    Dies hatte erhebliche Folgen für den Verkehr: Die viel befahrene B6-Abfahrt wurde sofort gesperrt, sodass die anderen Verkehrsteilnehmer gezwungen waren, über die Dörfer Empede, Basse und Suttorf auszuweichen. Gleichzeitig wurde der Zug-Verkehr zwischen Neustadt und Nienburg bis zum Abend vollständig eingestellt. Auch danach durften die Züge  nur im Schritttempo fahren.

    Samstagmittag wurde dann der Übergang wieder freigegeben. Auch die B6-Abfahrt war bald wieder passierbar. Nun stellt sich die Frage, wie die Stadt auf die Unfälle reagieren wird. Schließlich ereignete sich nicht zum ersten Mal ein Unfall an der Neustädter Schranke. Vermutlich wird die im Februar eingerichtete Umleitung durch die Innenstadt geschlossen. Den vielen Schwerkrafttransporten bliebe dann nur, zu Lasten der Anwohner, der Umweg über die Dörfer. – Ein offizielles Statement gibt es aber dazu noch nicht.

    Diese Woche wird darüber entschieden, wie das oben angesprochene Problem gelöst werden kann.

    Emil Huntemüller, 10G

  • Fahrradweg Suttorf – Basse

    Fahrradweg Suttorf – Basse

    Wenn ihr oft mit dem Fahrrad unterwegs seid, kennt ihr vermutlich dieses Problem: fehlende Fahrradwege. Die Dorfkomitees von Basse und Suttorf wollen das jetzt ändern. Die beiden Vorsitzenden Elvira Goldmann und Wolfgang Klein starteten am 23.04.2018 eine Online-Petition, mit dem Ziel, 5000 Mitzeichner für einen Fahrradweg zwischen den beiden Dörfern zu gewinnen.
    Der Grund der Petition liegt auf der Hand: Fahrradfahrer können unmöglich auf direktem Wege sicher von Suttorf nach Basse gelangen, oder umgekehrt. Dies ist aber dringend notwendig, denn die Basser, vorrangig Jugendliche und Kinder, könnten mit dem neuen Weg Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Schulen in näherer Umgebung gut per Fahrrad erreichen.

    Zusätzlich gehört Suttorf zum Kirchspiel Basse, was bedeutet, dass Konfirmanden oder Friedhofsbesucher ihr Ziel nicht mit den Fahrrad erreichen können. Die einzige Möglichkeit besteht darin, einen Umweg über Feld- und Waldwege zu nutzen, aber auch diese sind zum Teil unbefestigt und für Kinder und ältere Mitbürger nicht nutzbar. Vom Land Niedersachsen erwarten dir Dorfkomitees die Planung und den Bau eines befestigten Fahrradweges.

    Die noch bis zum 04.06.2018 laufende Online-Petition kann unabhängig vom Alter unterzeichnet werden, die einzige Voraussetzung ist eine E-Mail-Adresse.
    Also ab an die Handys, Tablets oder Computer und mitmachen!

    Hier gehts zur Petition

  • Der NATO-Einsatz in Afghanistan – Ein sicherheitspolitischer Erfolg?

    Der NATO-Einsatz in Afghanistan – Ein sicherheitspolitischer Erfolg?

    Die Frage, ob Afghanistan sicher ist, wurde in letzter Zeit nur in Verbindung mit Flucht und Migration diskutiert. Unter anderem hat die Bundesregierung Mitte 2017 das Land als sicheres Herkunftsland betitelt und empfindet somit die Abschiebung von Flüchtlingen und Migranten dorthin als zulässig. Vielleicht auch, um sich nicht das Scheitern der friedensstiftenden Mission ISAF der NATO von 2001 bis 2014 eingestehen zu müssen.
    Nichtsdestotrotz muss etwas passieren, damit sich die wieder aufstrebenden radikalen Strömungen im Land nicht etablieren können. Denn neben der Terrororganisation Taliban ist seit einigen Jahren auch der IS in Afghanistan vertreten. Tatsächlich scheint auch eine Kehrtwende bevorzustehen, da die NATO-Truppen Vorort mit insgesamt 20.000 Soldaten aufgestockt werden sollen. Dabei bleibt Deutschland wohl erstmal mit rund 980 Soldaten dabei, bis eine deutsche Regierung feststeht und eine Neuregelung den Bundestag passiert. Manch einer spricht hier von der verspäteten Einsicht, aber dass es so kommen würde, schien schon beim Gipfeltreffen der NATO-Staaten im November 2010 und dem Beschluss des Abzugs der Truppen im Jahr 2014 klar zu sein.

    Die Ziele der ISAF waren die Bildung einer stabilen afghanischen Regierung zu ermöglichen, einheimische Sicherheitskräfte aufzubauen und die Verantwortung an diese zu übergeben. Darüber hinaus stand auch die aktive Terrorbekämpfung im Fokus der Mission, da die Terroranschläge im September 2001 den hauptsächlichen Anlass für diesen Einsatz darstellen. Bei der Betrachtung jener anzustrebenden Ziele und der tatsächlichen Situation in Afghanistan lassen sich deutliche Differenzen aufzeigen. Zwar ist die Zahl der afghanischen Streitkräfte stark angestiegen, das Vertrauen in diese scheint allerdings in weiten Teilen der Bevölkerung zu fehlen. Nachvollziehbar, wenn man das Ranking der Korruption in Afghanistan betrachtet und erschrocken feststellt, dass das Land 2013 Platz 172 von 174 belegt. Diese Tendenz gab es im Übrigen bereits im Zeitraum der westlichen Intervention.
    Die Erhöhung der Schlagkraft durch die Taliban und den IS wirft ebenso die Frage auf, welche sichtbaren Erfolge die vielen afghanischen Streitkräfte denn vorzuweisen haben sollen und wurde der internationale Terrorismus wirksam bekämpft? Ein fehlendes Sicherheitsgefühl, welches auf die zahlreichen Entführungen und Anschläge zurückzuführen ist, schränkt das Leben in Afghanistan zudem massiv ein. Da helfen auch Schulen und die Wahl einer Regierung nicht weiter, wenn es maßgeblich an wirtschaftlichen Strukturen und Perspektiven fehlt.
    Nur eine gezielte Recherche zeigt, dass die Sicherheitslage äußerst prekär ist: wöchentliche Anschläge durch die Taliban und den IS. Jedoch wird Afghanistan als Krisengebiet in deutschen Medien gar nicht mehr genannt. Kurzzeitig thematisiert in deutschen Nachrichten wurde der Anschlag vor der deutschen Botschaft im Mai 2017, bei dem rund 150 Menschen starben. Dabei entstand aber keine Debatte darüber, ob generell die Sicherheitslage in Afghanistan prekär sei, sondern ob man Flüchtlinge dorthin abschieben könne. Die Abschiebungen wurden von der Bundesregierung bis August 2017 ausgesetzt und seit September werden Abschiebungen nach Afghanistan in das
    sichere Herkunftsland wieder durchgeführt.

    Zum Schluss bleibt die Frage: Was hat ISAF gebracht? Mit einem „nichts“ als Antwort macht man es sich zu einfach, aber man kann auch nicht von nachhaltigen und zukunftsorientierten Maßnahmen sprechen. Qualitative Intervention sollte der künftige Maßstab der NATO-Partner sein. Dazu gehören angemessene Zeiträume, in denen die eigenen Leistungen nicht überschätzt, Ziele grundlegend eingehalten werden und auf Militärs ein Stückweit gehört werden würde, um die Akteure Vorort miteinzubeziehen. Die Hoffnung auf Besserung durch neue Truppen der NATO scheint vorerst auf Eis gelegt, da sich die NATO-Staaten beim Treffen in Brüssel Anfang November 2017 bei der Einteilung der Truppen nicht einig wurden.
    Keine Einigung, keine Truppen, keine Einsicht auf das Scheitern der friedensstiftenden Mission ISAF, bleibt also vorerst alles beim Alten – hat doch auch sein Gutes.

    Cedric McCann, Klasse 12