Workshops

Isabell Hoyndorf, Hans-Jakob Erchinger, Ben Quinkenstein, Mike Grauer

Workshop 1: Was geht Schule das an? „Social-Media-Pass“ und „Regeln zur Handynutzung“ des nds. Kultusministeriums unter der Lupe

Der Social-Media-Pass (SMP) Niedersachsen ist ein praxisorientiertes Bildungskonzept. Er unterstützt Jugendliche der Jahrgangsstufe 7 im Prozess vom unbewussten zum bewussten Umgang mit sozialen Medien. In drei systematisch aufeinander aufbauenden Modulen entwickeln Ihre Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen, die sie für einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit Social-Media-Plattformen benötigen.

Das Besondere: Der Social-Media-Pass Niedersachsen knüpft an die bisherigen Erfahrungen der Jugendlichen in den sozialen Medien an und ergänzt diese um das, was häufig fehlt: das Verständnis der Hintergründe, Mechanismen und gesellschaftlichen Zusammenhänge. Wider den Verbotsgedanken fördert der Social-Media-Pass Niedersachsen digitale Mündigkeit und einen kritischen und reflektierten Umgang mit Social Media.

Wir stellen den SMP vor, testen ihn gemeinsam und diskutieren über die Debatte zum Social-Media-Verbot. Dabei nehmen wir die „Regeln zur Handynutzung an Schulen“ mit ihren Empfehlungen und dem Werkzeugkasten ebenso in den Blick.


Max Knolle

Workshop 2: Zwischen UtoKI und DystoKI

Einsatzgebiete von KI sind vielfältig. Zu nahezu jedem lässt sich eine UtoKI (Utopie) und eine DystoKI (Dystopie) spinnen. Das demoKI-Projekt hat ein Lernprodukt entwickelt, um diese Szenarien spielerisch zu erkunden. Die Teilnehmenden des Workshops bekommen die Gelegenheit, eigene DystoKI- und UtoKI-Szenarien zu entwickeln, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam in Fantasien zu versinken.


Maik Riecken

Workshop 3: Verlernen wir durch den Einsatz von KI das Lernen?

Schülerinnen und Schüler nutzen die Ausgaben von KI-Systemen zunehmend zur Erfüllung schulischer Aufgabenstellungen. Diese Lernprodukte dienen in den allermeisten Fällen als Grundlage für eine Bewertung.

Nach der Lerntheorie von P. Kirschner und C. Hendrick findet das eigentliche Lernen im Prozess der Erstellung eines Produkts statt. Dieser oft mühevolle Prozess der Generierung kann durch die Nutzung von KI-Systemen übersprungen werden.

Wie lässt sich im Zeitalter von KI der Wert eigener Anstrengung erfahrbar machen? Was bedeutet „Skill-Skipping“ durch KI auf Dauer für eine Gesellschaft?

Ich möchte mich mit Ihnen vor dem Hintergrund der Lerntheorie von Kirschner und Hendrick zu diesen Fragen austauschen und Ideen entwickeln.

Dabei gehen wir von unserem eigenen Medienverhalten und Beobachtungen in der Schule aus.


Jessica Schattschneider

Workshop 4: Fake is Future – Wenn Realität optional wird

Die rasante Entwicklung von KI, Deepfakes und synthetischen Medien führt uns in eine Zukunft, in der echtes und künstlich erzeugtes Material kaum noch zu unterscheiden ist. Was bedeutet das für Schule, Demokratie und Medienbildung? Und wie können wir Unterricht gestalten, wenn die klassische Frage „Ist das echt?“ nicht mehr weiterhilft?

Im Workshop erleben die Teilnehmenden zunächst, wie glaubwürdig KI-generierte Inhalte bereits heute wirken – und warum technische Erkennungsmöglichkeiten in den kommenden Jahren immer häufiger an ihre Grenzen stoßen werden. Gemeinsam diskutieren wir die medienethischen Herausforderungen einer „Post-Authentizitäts-Ära“ und klären, welche Kompetenzen Schüler*innen brauchen, um in einer Welt voller künstlicher Bilder, Stimmen und Texte Orientierung zu finden.


Paul Jakobs & Christian Reiff

Workshop 5: Die große KI-Transformation der Schulen? Ein eutopischer Realitätscheck!

Wir Lehrkräfte haben zu KI ein ambivalentes Verhältnis: Einerseits erhoffen wir uns die „eierlegende Wollmilchsau“, die unseren Unterricht vorbereitet, unseren Schülerinnen und Schülern ein individuelles Feedback gibt und die Klassenarbeiten für uns korrigiert. Andererseits haben wir aber auch die Sorge, wie sich unser Beruf durch und mit KI verändern wird. Altbewährtes wird nicht mehr funktionieren, und vieles muss neu gedacht werden. In diesem Workshop werden wir gemeinsam alle Sorgen und Hoffnungen im Hinblick auf KI im System Schule auf den Prüfstand stellen und diese einem eutopischen Realitätscheck unterziehen: Was funktioniert bereits gut, was funktioniert noch nicht gut, und was wird niemals funktionieren?


Arne Pelka

Workshop 6: Vom Produkt zur Selbstbehauptung: Wie wir digitale Dienste nutzen – und sie uns

Unser Alltag ist geprägt von digitalen Diensten, mit denen wir unter anderem kommunizieren, organisieren, arbeiten und auch wesentliche Teile unserer Freizeit gestalten. Unserem (utopischen?) Selbstverständnis nach sind diese Plattformen, Apps, Interaktionsräume etc. uns „zu Diensten“. Diesem Selbstverständnis wird die Funktionsweise der meisten Dienste jedoch nur eingeschränkt gerecht. Insbesondere die daten- bzw. werbegetriebenen Geschäftsmodelle der Anbieter kennzeichnen uns mehr als Produkt denn als eigenständige Nutzerinnen und Nutzer. Durch KI wird diese Tendenz nochmals massiv verstärkt.

Ein inhaltlicher Input veranschaulicht die oben skizzierte Problemlage und das durchaus dystopische Potenzial digitaler Dienste exemplarisch. Es werden aber auch Ansätze für den Umgang damit aufgezeigt. Im Anschluss gehen wir in den Austausch über Haltungen und Strategien, um digitale Selbstbehauptung zu bewahren bzw. zumindest anzustreben. Dabei spielt eine bewusste eigene Haltung nicht zuletzt deshalb eine wesentliche Rolle, da Aufwand und Nutzen konkreter Handlungsoptionen individuell abgewogen werden müssen. Ziel ist es, die eigene Positionierung in diesem Spannungsfeld zu verdeutlichen, um realistisches und wirksames Handeln anzubahnen.

Dieser Workshop ist eine aktualisierte und weiterentwickelte Fassung des Angebots aus dem vergangenen Jahr.


Hauke Tongers

Workshop 7: Reflexive Medienbildung im Zeitalter algorithmischer Aufmerksamkeit

Der Workshop thematisiert die Herausforderungen moderner Meinungsbildung in einer von sozialen Medien und Algorithmen geprägten Öffentlichkeit. Anhand eines schulischen Praxisbeispiels wird aufgezeigt, wie verkürzte Informationsformate, fehlende Quellenprüfung und Aufmerksamkeitsökonomien die Urteilsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern beeinflussen.

Im Fokus stehen Mechanismen wie algorithmische Selektion, Moralisierung, Framing, Echokammern und datenbasierte Verhaltenssteuerung. Ziel des Vortrags ist es, Medienbildung als reflexiven Prozess zu verstehen, der zur kritischen Einordnung von Informationen, zum Umgang mit Komplexität und zur Stärkung demokratischer Mündigkeit befähigt.