Dialektisches Denken fördern durch Philosophieren mit Kindern

Seit Herbst 2022 findet an unserer Schule die Durchführung des bundesweit einmaligen Projektes „Dialektisches Denken bei Kindern fördern und entwickeln durch Philosophieren mit Kindern“ in Kooperation mit der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg, Institut für Philosophie, unter der Leitung von Dr. Hans-Joachim Müller statt.

Dabei geht es um den Versuch, Kinder zu dialektischem Denken durch Philosophieren zu befähigen. Die Basis dafür liefert eine Dissertation des Gießener Wissenschaftlers Benjamin Benthaus, Dialektisches Denken von Kindern. Theoretische und empirische Studien zu philosophischer Bildung im Grundschulalter, zu der seinerzeit Dr. Hans-Joachim Müller insgesamt zehn Unterrichtsstunden an der Zwischenahner Grundschule in Ofen als Beitrag zu den empirischen Materialien geliefert hatte.

Folgende Ziele wurden umgesetzt:

  • Dialektisches Denken im Rahmen des Konzepts „Denken als didaktische Zielkompetenz“, das sich bisher in keinem der Lehr- bzw. Bildungspläne der Bundesländer findet, anzuregen.
  • Erprobung entsprechender Aufgabenstellungen in Unterrichtsfächern wie Mathematik, Sachunterricht, Deutsch, Kunst, Werte und Normen, welche dialektisches Denken als Lösungsweg erfordern und ebenfalls bisher weder Gegenstand praktischer Erprobung noch wissenschaftlicher Forschungstätigkeit waren.
  • Besondere Begabungen bei Kindern durch Philosophieren entdecken, entwickeln und fördern (Schwerpunkte: Denken und Sprache, Mathematik, ohne den Einsatz von IQ-Tests).
  • Gründung eines „Leibniz-Philosophier-Clubs“ als AG für Kinder mit besonderen Begabungen.

Eine große deutsche Verlagsstiftung hat die finanzielle Förderung des Vorhabens übernommen und somit dessen Stattfinden überhaupt erst ermöglicht.

Anzusprechende sind bei Bedarf unsere Lehrerin Frau Jana Rodenbeck, Schulleiterin Frau Gerda Schlinke sowie Herr Dr. Hans-Joachim Müller.

philosophieren-mit-kindern.de oder denk-art@t-online.de

Lernort für Demokratie

Der Preis DemokratieErleben der Degede

Der Preis DemokratieErleben 2022 wurde uns am 11.11.2022 von der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik (Degede) in Berlin verliehen. Wir sind als Schulgemeinschaft sehr stolz, dass wir diesen Preis entgegennehmen durften.

Am 10.11.2022 reisten Herr Bulut, Frau Rodenbeck und Frau Schlinke mit unseren Schulsprecher:innen und zwei Teilnehmer: innen der Kinderkonferenz Lea Hegemann, Colin Mahler, Emilia-Marie Albertus und Lara Lange-Schönhoff zur Preisverleihung in das Haus der Friedrich Ebert Stiftung.

Dort waren wir am Vormittag zum alljährlichen Demokratietag eingeladen und hatten die Gelegenheit, an zahlreichen Workshops teilzunehmen und die Schulen kennenzulernen, die den „Helga-Moericke Preis“ verliehen bekamen. Hier nahmen die Kinder gleich wieder gute Ideen, wie zum Beispiel die des Schulradios, mit in die Regenbogenschule. Am Nachmittag war es dann soweit: Unsere Schule wurde bei der Preisverleihung sehr gelobt und unsere teilnehmenden Schüler:innen gaben einen Vortrag zu dem Akrostichon aus dem Wort „Demokratie“ zum Besten.

Unsere Schule wurde zusammenfassend ausgezeichnet für zahlreiche Aktivitäten sowie schulische Strukturen, die das demokratische Lernen unterstützen. Dazu gehören als zentrale Elemente der Klassenrat sowie die Kinderkonferenz und dass wir uns für Kinderrechte stark machen.

Um die Preisverleihung herum haben wir natürlich noch ein kleines „Berlinprogramm“ mit einem Besuch des Naturkundemuseums, einer Fahrt auf den Fernsehturm und einer Besichtigung von zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie z. B. dem Brandenburger Tor absolviert.

Nähere Informationen zur Auszeichnung und Preisverleihung finden Sie hier: https://degede.de/blog/2022/11/rueckblick-preisverleihung-fuer-demokratische-schulentwicklung-am-11-november-2022/

Graphic Recording Julia Kluge

Ausgezeichneter Lernort für Demokratie

Im September 2022 wurde unsere Schule vom damaligen Kultusminister Grant Hendrik Tonne als „Modellort für Demokratie in Niedersachsen“ ausgezeichnet. In seiner Rede betonte er, dass es an der Regenbogenschule selbstverständlich sei, dass Kinder mitreden, mitentscheiden und an offenen Diskussionen teilnehmen. Damit wurde die Arbeit der Schulgemeinschaft im Bereich der Demokratiebildung gewürdigt. Im Kern besteht diese seit 2012 in der Durchführung des wöchentlichen Klassenrates in allen Jahrgangsstufen sowie der 14-tägigen Tagung der Kinderkonferenz, in der Klassensprecher:innen und Interessierte aktuelle Anliegen und Themen beraten und abstimmen. Darüber hinaus trugen auch einige von den Kindern initiierte Projekte zur Auszeichnung bei, beispielsweise die Schülerfriedenspreise der Jahre 2018 und 2019 sowie die Fahrt nach Berlin in die Kinderkommission des Bundestages, um dort für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz zu werben. Unsere Schule arbeitet auch weiterhin daran, die Schulkultur, Schulentwicklung und dementsprechend die Bildungsangebote konsequent an Zielen der Demokratiebildung auszurichten.

Nähere Informationen zur Auszeichnung sowie zur Initiative „Demokratisch gestalten“ des Kultusministeriums finden Sie hier: https://bildungsportal-niedersachsen.de/demokratiebildung/demokratie-in-der-schule/demokratieschulen

Tagesablauf

Der Schultag gestaltet sich folgendermaßen:

07.00 – 07.45 Uhr kostenpflichtiges Betreuungsangebot der Stadt Seelze
07.45 – 08.00 Uhr offener Anfang
08.00 – 08.45 Uhr Unterricht
08.50 – 09.35 Uhr Unterricht
09.35 – 10.00 Uhr Pause
10.00 – 10.45 Uhr Unterricht
10.50 – 11.35 Uhr Unterricht / Betreuung
11.35 – 12.00 Uhr Pause
12.00 – 12.45 Uhr Unterricht / Betreuung
(12.45 – 13.30 Uhr 6. Stunde)
12.45 Uhr/13.30 Uhr Unterrichtsschluss

Bis 14.30 Uhr oder 16.00 Uhr wählbarer Ganztag

Die Klassenräume werden um 7.45 Uhr von den Aufsichten geöffnet und die Schüler:innen können sich im Rahmen des offenen Anfangs in ihrem Klassenraum aufhalten, sich eine Beschäftigung suchen, mit anderen Kindern Kontakt aufnehmen und mit Lehrkräften sprechen. Sie können sich also den Start in den Tag nach individuellen Bedürfnissen gestalten.

Um 8.00 Uhr beginnt der Unterricht. Der Vormittag verläuft im 45-Minuten-Rhythmus. Wenn ein Lehrkräftewechsel nicht notwendig ist, können die 1./2. sowie die 3./4. Stunden als Einheit durchgeführt werden. Am Ende der 2. Schulstunde wird gemeinsam gefrühstückt. Nach dieser und nach der 4. Stunde findet jeweils eine große Pause statt. Der Gong ertönt nur um 7.55 Uhr und am Ende der großen Pausen. Die Grundstruktur des Tagesablaufs bleibt während der vier Jahre prinzipiell erhalten. Die Unterrichtszeit wird sukzessive erhöht (22 Stunden im ersten, 23 Stunden im zweiten und 26 Wochenstunden im dritten und vierten Jahrgang). Im 3./4. Jahrgang kommt vermehrt Fachunterricht hinzu.

Der Unterrichtsvormittag endet spätestens um 13.30 Uhr; das Ganztagsangebot von Montag bis Freitag um 14.30 Uhr oder 16.00 Uhr.

Die Betreuungsstunden für den 1./2. Jahrgang sind entweder in den 4. oder in den 5. Stunden eingeplant.

Stundenplangestaltung

Während der vier Schuljahre erfolgt grundsätzlich kein Leitungswechsel. Die Klassenlehrer:in übernimmt einen möglichst hohen Anteil des Unterrichts.

Spätestens ab dem 2. Schuljahr findet in der Woche eine weitgehend von den Schüler:innen selbst organisierte Klassenratsstunde im Beisein der Klassenlehrkraft und in einigen Gruppen gemeinsam mit unseren Schulsozialarbeiterinnen statt. In dieser Stunde können die Kinder über selbstgewählte wichtige Anliegen und Themen sprechen. Dieser Klassenrat erweitert die Mitwirkungsmöglichkeiten der Schüler:innen. Zweimal im Monat findet dazu auch für Klassensprecher:innen und interessierte Kinder die Kinderkonferenz statt.

Die Religionsstunden sind ebenfalls auf einer Leiste gesteckt, sodass parallel dazu der Werte und Normen-Unterricht stattfinden kann.

Der Großteil des Förderunterrichtes findet in der 6. Stunde und parallel zur Hausaufgabenbetreuung des Ganztages statt. Ein kleinerer Teil liegt parallel zum Unterricht, um einzelne Schüler:innen im Rahmen der inneren Differenzierung gezielt zu fördern. Eine weitere Förderung erfolgt im Rahmen der Inklusion durch unsere Förderschulkolleg:innen.

Schulgebäude

Die Regenbogenschule befindet sich immer noch im Umbau. Im Moment sind der Südflügel des Hauptgebäudes mit dem Eingang „Humboldtstraße 10“ und der Regenbogencontainer an der „Humboldtstraße 12“ im Betrieb. In beiden Gebäudenteilen zusammen befinden sich 15 Klassenräume und 4 Fachräume. Weiterhin befinden sich in den Gebäuden eine Sporthalle, sowie eine Mehrzweckhalle.

Mit Beginn des Schuljahres 2026/27 wird nun das letzte Gebäudeteil „der Nordflügel“ saniert und renoviert.

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Auch die Schulgemeinschaft der Regenbogenschule hat sich dazu entschieden,  eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu sein. Unterstützt werden wir dabei durch den Autor Boris Pfeiffer, der bei dieser Aktion unser Pate ist. Die offizielle Titelübergabe fand im Dezember 2022 statt. Für weitere Informationen zum Thema empfehlen wir einen Blick auf die Internetseite: schule-ohne-rassismus.org

Das Grußwort von Boris Pfeiffer zur Titelübergabe ist hier abrufbar: Video.

Niedersächsisches Kinderrechteschulnetzwerk

„‚Das im Jahr 2021 gestartete niedersächsische Kinderrechteschulnetzwerk ist ein wichtiger Beitrag zur kultusministeriellen Initiative ‚Demokratisch gestalten‘. UNICEF unterstützt die teilnehmenden Schulen bei der Implementierung des UNICEF Kinderrechte-Programms, übernimmt das Training der Lehrkräfte und führt Fortbildungen in den Schulen durch. Das Ziel: Kinderrechte ganzheitlich umsetzen, damit Schüler*innen die Möglichkeit gegeben wird, für ihre eigenen Rechte einzutreten und gleichberechtigt am Schulleben zu partizipieren.“ kinderrechte-netzwerk.de

Kinderrechte gemeinsam stärken!

Unserer Ansicht nach erfahren Kinder in unserer Gesellschaft immer noch  viel zu wenig Beteiligung. Vielfach werden sie mit ihren Bedürfnissen und Interessen nicht beachtet, finden kein Gehör oder werden nicht ernst genommen. Demzufolge wird es ihnen häufig nicht ermöglicht, im öffentlichen Raum eine Meinung zu vertreten und die Durchsetzung eigener Belange zu fordern.

Daher wollen wir Demokratie gemeinsam gestalten und sie an unserer Grundschule leben. Wir sind uns dessen bewusst, dass es sich hierbei um einen Prozess handelt, in den alle Akteur:innen eintreten, um Vielfalt gemeinsam zu leben.

In diesem Zusammenhang nahm eine unserer Klassen bereits am 29. Januar 2020 an einer Sitzung der Kinderkommission des Deutschen Bundestages teil und forderte unter anderem die Übernahme der Kinderrechte ins Grundgesetz. Wir setzen uns auch dafür ein, dass die Rechte der Kinder (UN-Kinderrechtskonvention, 1989) flächendeckend in den Grundschulen anerkannt und umgesetzt werden. Aus diesem Grund haben wir uns für die Aufnahme ins Niedersächsische Kinderrechtenetzwerk beworben und freuen uns sehr über die Möglichkeit der Partizipation und  Mitwirkung. Dabei ist das Ziel, gemeinsam und ganzheitlich die Kinderrechte umzusetzen, damit   Schüler:innen die Möglichkeit erhalten, für ihre eigenen Rechte einzutreten und gleichberechtigt am Schulleben teil zu haben.

Wir setzen uns dafür ein, dass in den Grundschulen Solidarität, Kooperation, Gerechtigkeit und Demokratie gelernt werden. Dabei verstehen wir Demokratie als eine Haltung, die der Vielfalt des Lebens in unserer Gesellschaft gerecht wird. Wir wünschen uns, dass Konflikte angemessen ausgetragen und gemeinsam Lösungen gefunden werden. So können wir uns gegenseitig achten.

Die Auftaktveranstaltung des Niedersächsischen Kinderrechtenetzwerks, an der auch zwei Kolleginnen unserer Schule teil nahmen, fand am 09. Februar 2021 statt.