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Rückblick Bildungsmonitoring 2025: Durchführung und Ergebnisse von nationalen und internationalen Bildungsstudien und Lernstandserhebungen

Im Rahmen der Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring der Kultusministerkonferenz ist die Teilnahme an internationalen Bildungsstudien, an Studien zur Überprüfung und Umsetzung von nationalen Bildungsstandards und die Teilnahme an Verfahren zur Qualitätssicherung auf Ebene der Schule vorgesehen. Auch in Niedersachsen gab es 2025 wieder Aktivitäten in diesem Zusammenhang: es wurden Studien durchgeführt und vorbereitet und die Ergebnisse von Studien rezipiert und aufbereitet.  

Durchführung

Zu nennen ist hier für 2025 zunächst die Durchführung der PISA-Studie 2025, in der dieses Mal die naturwissenschaftlichen Kompetenzen im Mittelpunkt standen. Die Erhebung wurde in Niedersachsen im April / Mai an 26 Schulen in der 9. Jahrgangstufe bzw. mit 15jährigen Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Die Federführung für die PISA-Studie lag in Deutschland bei der TU München, die auch die Auswertung vornimmt. Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse wird Ende 2026 gerechnet.

Für die nächsten Durchgänge des IQB-Bildungstrend – das ist die Studie, in der bundesweit überprüft wird, inwieweit in den einzelnen Ländern die in den Bildungsstandards formulierten Kompetenzanforderungen erreicht werden – wurden im Jahr 2025 in Niedersachsen vorbereitende Tests durchgeführt. In Zukunft sollen auch in der Grundschule sogenannte Basiskompetenztests angeboten werden. Dafür sind im Rahmen der sogenannten BKT-Normierung im März an 14 Schulen in Niedersachsen in der 2. Jahrgangsstufe computerbasierte Aufgaben getestet worden, mit denen zukünftig die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern überprüft werden kann. Außerdem wurden zwischen Mai und Juli für die Pilotierung der Bildungsstandards (BiSta-Pilotierung) in 32 Schulen in Niedersachsen in der 9. Jahrgangstufe Aufgaben getestet, die für die Erhebung von Kompetenzen in Deutsch und Englisch benötigt werden. Diese vorbereitenden Tests der Aufgaben sind notwendig, um eine zukünftige qualitativ hochwertige Erhebung der jeweiligen Kompetenzen sicherzustellen.

An allen allgemein bildenden Schulen in Niedersachsen, die im Startchancen-Programm gefördert werden (insgesamt 390), wurden im Februar / März in Klasse 8 und im April / Mai in Klasse 3 Vergleichsarbeiten (VERA) durchgeführt. VERA ist ein bundeseinheitliches Verfahren zur Qualitätssicherung auf Ebene der Schule. Die wissenschaftliche Federführung liegt beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). In Niedersachsen organisiert das NLQ unter Federführung des MK die Durchführung von VERA in den Startchancen-Schulen. Nach der Durchführung bzw. mit der Dateneingabe gab es direkt eine erste Sofortrückmeldung für die Lehrkraft. Ende Mai bzw. Ende Juni lagen die ausführlicheren Ergebnisse den Schulen vor. Im Schuljahr 2025/2026 wird VERA wieder an den allgemein bildenden Schulen durchgeführt, die im Startchancen-Programm gefördert werden.

Ergebnisse

Im Jahr 2025 wurden außerdem die Ergebnisse von internationalen und nationalen Bildungsstudien veröffentlicht. Zu nennen sind hier insbesondere die internationalen Vergleichsstudien der OECD Bildung auf einen Blick 2025, die das Bildungssystem insgesamt in den Blick nimmt und in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt auf den Tertiärbereich gelegt hat und der IQB-Bildungstrend, der die Kompetenzstände von Schülerinnen und Schülern mit Blick auf die Bildungsstandards in den Bundesländern ermittelt.

In Bildung auf einen Blick 2025 ging es schwerpunktmäßig um den Tertiärbereich, also den der Hochschulbildung. Hier liegt die Zuständigkeit in Niedersachsen beim Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. In Bildung auf einen Blick 2025 wurden außerdem die Ergebnisse einer Studie berichtet, in der es um das Kompetenzniveau Erwachsener bei grundlegenden Fähigkeiten der Informationsverarbeitung ging (PIAAC). Dazu zählt die Lesekompetenz. In Deutschland erreichen 23 % der Bevölkerung höchstens die Stufe 1 bei der Lesekompetenz, d. h. sie können Aufgaben bewältigen, für die das Identifizieren von Informationen in kurzen Texten erforderlich ist. Damit steht Deutschland etwas besser da als der OECD-Durchschnitt (27%), aber 12 Länder erreichen hier bessere Werte. Der Anteil der Personen mit einem Hochschulabschluss hat sich im OECD-Durchschnitt seit 2000 deutlich auf 48 % erhöht, in Deutschland stieg er bei den 25- bis 34-jährigen von 2019: 33 % auf 40 % im Jahr 2024. Personen mit Hochschulabschluss verfügen in der Regel über ein höheres Einkommen, stabilere Beschäftigungsverhältnisse, bessere Gesundheit und ein größeres bürgerschaftliches Engagement.

Die Ergebnisse des IQB Bildungstrend 2024 wurden im Oktober 2025 veröffentlicht. Die Studie berichtet das Kompetenzniveau der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler in Deutschland in den Bundesländern und ob die Jugendlichen mit ihren Leistungen den in den Bildungsstandards definierten Zielen entsprechen. Getestet wurden Kompetenzen in Mathematik und den Naturwissenschaften. Insgesamt zeigt ein Vergleich der bundesweiten Ergebnisse von 2018 und 2024 für 2024 schlechtere Ergebnisse. In allen Kompetenzbereichen und in allen Populationen ist ein – wenn auch durchaus unterschiedlich starker – Rückgang der Kompetenzen zu verzeichnen. Das gilt auch für Schülerinnen und Schüler aus Haushalten mit hohem sozio-ökonomischen Status und an Gymnasien. Diese Trends zeigen sich auch in Niedersachsen. 

Die Ergebnisse zeigen, dass es weiterhin erhebliche Herausforderungen im Bildungssystem gibt, dass aber auch Fortschritte verzeichnet werden können.

Links:

Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring der Kultusministerkonferenz

PISA-Studie 2025

Entwicklung und Normierung der Basiskompetenztests

BiSta-Pilotierung

VERA in Niedersachsen

IQB Bildungstrend 2024