Im Niedersachsenmonitor veröffentlicht das statistische Landesamt regelmäßig aktuelle Daten zu unterschiedlichen Themenfeldern in Niedersachsen im Bund-Länder-Vergleich, unter anderem zur schulischen und beruflichen Qualifikation. Die aktuellen Daten zeigen deutliche Verschiebungen entlang zentraler Bildungsstationen – von der allgemeinbildenden Schule bis zur beruflichen Weiterbildung.
Schulabschlüsse: Anstieg Schulentlassene ohne Hauptschulabschluss
Zwischen 2022 und 2023 stieg die Zahl der Schulentlassenen ohne Hauptschulabschluss bundesweit um 6,6 % auf 55 711. In Niedersachsen fällt der Anstieg mit 15,9 % besonders deutlich aus. Bezogen auf die gleichaltrige Bevölkerung liegt der Anteil bundesweit bei 7,2 %, in Niedersachsen bei 7,6 %.
Abiturientenquote: Leichter Rückgang
Die Abiturientenquote sank im gleichen Zeitraum bundesweit von 39,4 % auf 38,5 %. Niedersachsen verzeichnet ebenfalls einen Rückgang von 35,8 % auf 35,4 %.
Geschlechterverhältnisse: Verschiebungen zuungunsten von Frauen
Der Frauenanteil unter den Schulentlassenen ohne Hauptschulabschluss stieg auf 39,6 %. Gleichzeitig sank der Frauenanteil unter den Absolventinnen und Absolventen mit allgemeiner Hochschulreife leicht auf 54,6 %.
Berufsausbildung: Rückgänge seit 2019
Zwischen 2019 und 2024 sank der Anteil bestandener Berufsausbildungen bundesweit um 11,5 %, in Niedersachsen um 13,1 %. Allein zwischen 2023 und 2024 beträgt der Rückgang 2,4 % bzw. 1,4 %.
Aufstiegsfortbildungen: Besonders starke Rückgänge in Niedersachsen
Im Bereich der Fortbildungs- und Meisterprüfungen zeigt sich bundesweit ein Rückgang um 11,3 % seit 2019. In Niedersachsen liegt der Rückgang mit 19,2 % deutlich höher. Zwischen 2023 und 2024 sank der Anteil dort um 4,5 %, bundesweit um 1 %.
Einordnung für Schulpraxis und Bildungsforschung
Die Daten verweisen auf veränderte Übergangsbedingungen, regionale Unterschiede und geschlechterspezifische Muster. Für Schulen ergeben sich Fragen nach passgenauer Förderung, Berufsorientierung und Kooperationen im Übergangssystem. Für die Forschung eröffnen sich Perspektiven auf Kohortenverläufe, regionale Bildungsstrukturen und die Attraktivität beruflicher Bildungswege.
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