Ein Jahr Schulleiter – Ein Interview

Wie geht es Ihnen heute?

„Mir geht es sehr gut, vielen Dank der Nachfrage.‘‘

Seit ein paar Jahren sind Sie schon an dieser Schule. An welcher Schule und in welcher Funktion waren Sie zuvor?

„Ich habe mein Referendariat am Petrus-Legge-Gymnasium in Brakel im Kreis Höxter absolviert, dort war ich zwei Jahre. Meine erste feste Stelle habe ich am Hermann-Vöchting-Gymnasium in Blomberg angetreten. Seit dem Schuljahr 2020/2021 bin ich KGSler.“

Wenn wir nun noch ein paar Jahre zurückblicken, in welchem Jahr haben Sie Ihr Abitur gemacht und welchen Schnitt hatten Sie?

„Ich habe mein Abitur im Jahr 2003 gemacht und den Schnitt habe ich noch in guter Erinnerung. Dort soll er jedoch auch verbleiben.“‘

Seit diesem Schuljahr sind Sie neuer Schulleiter dieser Schule, inwieweit unterscheidet sich Ihr neues Aufgabenfeld von dem eines Gymnasialzweigleiter?

„Vieles ist gleichgeblieben, in Teilen unterscheidet sich meine jetzige Tätigkeit jedoch sehr von der des Gymnasialzweigleiters. Ein Aspekt, der mir auch in meinem neuen Amt begegnet, sind Organisations- und Verwaltungsaufgaben. Als Gymnasialzweigleiter habe ich zum Beispiel den Abiturprozess organisiert, als Schulleiter organisiere ich beispielsweise Verwaltungsabläufe., das ist gleichgeblieben, also ich habe einen gewissen Teil Organisationsaufwand. Gleich geblieben ist auch, dass ich nach wie vor Menschen berate. Als Gymnasialzweigleiter habe ich Schüler:innen, Eltern und Erziehungsberechtigte sowie Lehrkräfte beraten und die ist jetzt auch immer noch so, obwohl der Anteil an Schüler:innen und Eltern und Erziehungsberechtigten abgenommen hat. Als Gymnasialzweigleiter hatte ich die Möglichkeit, mich mit Schulentwicklungen zu beschäftigen, also zu überlegen, in welchen Bereichen sich die KGS fortentwickeln kann, zum Beispiel hinsichtlich der Zusammenarbeit der einzelnen Schulzweigen oder im Hinblick auf selbstgesteuertes und selbstorganisiertes Lernen. Dies mache ich auch als Schulleiter. Eine Veränderung ist, dass ich, mehr als als Gymnasialzweigleiter, mit den einzelnen Teilen unserer Schulgemeinschaft in Kontakt trete. Beispielsweise ist die Zusammenarbeit mit dem Sekretariat und den Hausmeistern wesentlich intensiver geworden, aber auch der Austausch mit der Eltern- und Schülervertretung. Und völlig neu sind die vielen Termine außerhalb der Schule habe, z.B. mit dem Regionalen Landesamt für Schule und Bildung oder mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont.“

 Wollten Sie schon immer Schulleiter werden? Wenn ja, warum?

„Ich wollte nicht von Anfang meiner Laufbahn an Schulleiter werden. Ich glaube auch, dass dies vermessen gewesen wäre. Ihr könnt euch ja vorstellen und vielleicht auch nachempfinden, dass man sich in jedem neuen Lebensabschnitt erst eingewöhnen muss. Im Referendariat hatte ich zunächst einmal das Ziel, Lehrer zu werden. In Blomberg ging es dann anfangs darum, mich in meinem Beruf zurecht zu finden und zu schauen, welche Bereiche von Schule mich besonders interessieren. Schule und der Lehrberuf sind unglaublich vielfältig. Jeder kann einen Platz in einer Schule, in einem Kollegium finden. Irgendwann wollte ich mich jedoch weiterentwickeln und deshalb habe ich mich an der KGS beworben. Hierfür spielten jedoch auch private Gründe eine Rolle. In Salzhemmendorf war ich dann zu Beginn voll damit beschäftigt, das Amt der Gymnasialzweigleitung, das sehr umfangreich und verantwortungsvoll ist, zu erfüllen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch nicht daran gedacht, Schulleiter zu werden. Aber irgendwann kam der Moment, auch dadurch, dass Herr Doktor Koops in den Ruhestand gehen wollte, dass ich mich mit der Frage beschäftigen musste, und dann wurde dies allmählich mein Ziel.“

 Was gefällt ihnen am Posten des Schulleiters?

„Mir gefällt sehr gut, dass ich noch mehr als früher mit Menschen in Kontakt trete und weitere Bereiche von Schule und Bildung kennenlerne, zum Beispiel in der Zusammenarbeit mit dem Landkreis oder im Austausch mit anderen Schulen. Ich empfinde es als sehr gewinnbringend mit Menschen im Gespräch zu sein und Menschen miteinander zu vernetzen.“

Sie haben soeben PerLe –Zeiten erwähnt. Was ist das genau?

„PerLe bedeutet persönliche Lernzeit. Das sind fest im Stundenplan verbaute Zeiten, die den Schüler:innen zu Verfügung stehen und in denen sie entscheiden können: Was lernen ich? Mit wem lerne ich? Von wem lerne ich? Wo und wann lerne ich? Sie werden dadurch von ihren Lehrkräften, die sie auch im herkömmlichen Fachunterricht unterrichten, begleitet und können selbst entscheiden, ob sie dieses Unterstützungsangebot wahrnehmen oder ob sie glauben, sich den Lernstoff auch selbst vermitteln zu können. Schüler:innen haben also mehr also mehr Freiheit für den Lernprozess, aber auch mehr Verantwortung und letztlich und darüber auch mehr Selbstwirksamkeit.“

Als Schülerschaft interessiert uns auch Ihre Persönlichkeit. Verraten Sie uns einen FunFact über Sie?

„Ich tanze nur unter Schirmen.“

Wir hätten auch noch eine persönliche Frage an Sie, die Sie natürlich nicht beantworten müssen, wenn Sie es nicht möchten, – was ist eigentlich mit Ihrem Finger passiert? „Den habe ich ehrlicherweise abgesägt. Ich bin handwerklich interessiert und arbeite gerne im Garten und am Haus. Ich habe Spaß daran, Dinge selbst zu erschaffen und entstehen zu lassen. Dann bin ich auf die Idee gekommen, eine Terrassenüberdachung aus Holz zubauen und in diesem Zusammenhang war ich einmal unachtsam und habe mir mit der Kreissäge in den Finger geschnitten bzw. ihn abgeschnitten. Das war keine schöne Erfahrung.“