Zum dritten Mal wurde im IQB-Bildungstrend 2024 überprüft, inwiefern Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik erreichen. Damit werden Aussagen in Bezug auf das Erreichen von Bildungsstandards für die Länder und die Bundesrepublik Deutschland insgesamt über einen Entwicklungstrend von 12 Jahren möglich. Die Erhebungen zum IQB-Bildungstrend 2024 wurden im Zeitraum von März bis Juli 2024 durchgeführt. Im Folgenden werden die Ergebnisse für die mathematischen Kompetenzen genau in den Blick genommen:
In Niedersachsen erreichen Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 im Jahr 2024 im Mittel einen Kompetenzwert von 461 in Mathematik (Deutschland: 474). Damit weicht Niedersachsen signifikant vom bundesdeutschen Mittelwert ab. An Gymnasien liegt der Wert ebenfalls im Mittel mit 528 Punkten in Mathematik signifikant niedriger als in Deutschland insgesamt (Deutschland: 552).

Auch die Anteile der Schülerinnen und Schüler, die den Mindeststandard für den Mittleren Schulabschluss (MSA) nicht erreichen, sind in Niedersachsen noch größer als im Bundesdurchschnitt. Bundesweit verfehlen demnach in Mathematik 34,1 % diesen Standard, während ihn in Niedersachsen 37,1 % nicht erreichen.
Auch mit Blick auf die Regel- und Optimalstandards schneidet Niedersachsen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt signifikant schlechter ab. Den Optimalstandard erreichen in Niedersachsen schulformübergreifend so wenig Schülerinnen und Schüler, wie sonst in keinem anderen Bundesland.


Quelle: Stanat et al. (2025a), S. 60 (eigene Darstellung)
Der IQB-Bildungstrend 2024 zeigt, dass die mathematischen Kompetenzen der Jugendlichen in Deutschland seit 2012 kontinuierlich zurückgegangen sind. Sowohl bundesweit als auch in vielen Bundesländern, darunter auch in Niedersachsen, gibt es im Jahr 2024 deutlichere Rückgänge in der mathematischen Kompetenz als zwischen 2012 und 2018.
Die Ergebnisse der Untersuchung im Jahr 2024 zeigen auf, dass in Mathematik Regel- und Mindeststandards seltener erreicht werden als bei den vorangegangenen Untersuchungen 2018 und 2012 und der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit unzureichenden mathematischen Grundkenntnissen somit zugenommen hat.