American Football in Deutschland: Fußball kann doch jeder

Das Interesse an der ursprünglich amerikanischen Sportart „Football“ steigt. Auch hier in Deutschland gibt es viele Vereine, im Landkreis Vechta gibt es die „Lohne Longhorns“ und in Osnabrück die „Tigers“. Oft wird das Interesse der Spieler durch die NFL oder andere Sportevents ausgelöst. Und dann möchte man es einfach mal ausprobieren. Es gibt keinen falschen Körperbau für American Football, nur die passende Mentalität muss man haben.

Foto: Dennis Zimmermann

Es gibt viele verschiedene Rollen und dadurch auch viele verschiedene Aufgaben, der Quarterback wirft z.B. die Bälle, die O-Line beschützt ihn, die Receiver fangen, etc. Ich selbst spiele z.B. Receiver und Linebacker. Nun zurück zur Mentalität. Man muss an sich arbeiten. Nicht zum Training kommen ohne passende Entschuldigung? Dann muss man gar nicht auf einen Spieleinsatz hoffen. Das Team ist wie eine Familie und in einer Familie sieht man es ja auch nicht so gern, wenn man feste Treffen ausfällen lässt.
Training
Es gibt nicht viele, dafür strenge Regeln, auf die man achten muss. Man darf sich z.B. erst bewegen, wenn der Ball sich auch bewegt und solange der Gegenüber nicht den Ball hat, wird er nicht festgehalten, höchstens geblockt. Diese Regeln erschließen sich aber sehr schnell im Training. Das Motto ist ,,Learning by doing‘‘ und so werden auch die Trainingseinheiten aufgebaut. Natürlich gibt es auch theoretische Einheiten, z.B. bei der Einführung eines neuen Spielzuges. So ziemlich jeder der Coaches hat selbst jahrelange Erfahrung oder kommt sogar aus Amerika. Für sie ist Football mehr als ein Hobby und ihnen macht es Spaß, ihr angehäuftes Wissen an die kommenden Jahrgänge weiterzugeben. Die Jahrgänge werden aufgeteilt in U13, U16, U19 und dann kommt die Herrenmannschaft. Für jeden gibt es Verwendung. Und wenn man mal Lust hat reinzugucken, kann man die Trainingszeiten auf Instagram bei @lohnelonghorns (@lohneyounghorns für die jüngeren Jahrgänge) oder bei @osc_tigers_football (@osc_junior_tigers) finden. In Osnabrück gibt es auch regelmäßig Tryouts, das ist so etwas wie ein Kenn-Lern-Training.
Spielererfahrungen
Der Sport sei sehr interessant und empfehlenswert, sagt Kjell Kockmeyer, ein Spieler der U16. „Seit 2 Jahren spiele ich jetzt Football und ich könnte mir keinen Sport vorstellen, der mir mehr Spaß machen würde‘‘ erzählt er. Kjell ist einer von vier Team-Capitans und spielt mit Leidenschaft.
Spieltage
An sogenannten “Gamedays“ geht es dann richtig los. Wenn man sich im Training auch mal mit dem einen oder dem anderen nicht versteht, wird jeder Streit für diesen Tag begraben. Es gibt eine Schiedsrichter-Crew, die aus 4-9 Referees besteht. Gespielt wird viermal 15 Minuten. Das Spiel startet mit dem Kickoff. Die Offence hat 5 Versuche um 10 Yards Raumgewinn zu erzielen. Gelingt das, gibt es neue Versuche, gelingt dies nicht, ist die gegnerische Offence dran. Ein Touchdown, das heißt, dass der Ball in die gegnerische Endzone getragen wird, bringt 6 Punkte, dann kann man kicken oder ausspielen, was einen oder drei Punkte erbringen kann. Da muss man sich über Ergebnisse wie 30-0 nicht wundern, denn diese Punktanzahl ist schnell erreicht.
Auslandsjahr
American Football ist gut mit einem Auslandsjahr in den USA verknüpfbar. Also wenn du daran schon mal Interesse hattest, wäre das noch ein Grund, vorbeizuschauen. Bist du gut genug und auch schulisch begabt, so könnte es auch was mit einem Stipendium in den USA werden und von dort aus ist der weg bis zum Profisport nicht mehr weit.
Abschluss
Ich habe schon viele Sportarten ausprobiert (Tischtennis, Handball, Fußball, etc.), doch bisher hat mich keine so überzeugen können wie Football. Allein der Zusammenhalt im Team und der Nervenkitzel, wenn drei Gegenspieler dir hinterherrennen oder du selbst mal jemanden tacklest, ist überwältigend. Ich bin nun auch seit fast drei Jahren im Verein und so schnell werde ich wahrscheinlich auch nicht mit dem Sport aufhören. Selbst wenn Verletzungen für manche abschreckend wirken, gibt es nicht so häufig schwere, dafür aber eventuell kleine Blessuren wie Prellungen, die auch schnell wieder auskuriert werden können. Der Sport ist viel mehr als nur ein wildes Gemetzel. Der Sport ist für mich ein fester Bestandteil meines Lebens.
Interesse?
Das alles hat dich neugierig gemacht? Guck doch einfach mal bei den Trainingseinheiten, Tryouts oder Spielen vorbei. Neue Leute sind immer willkommen.
von Moritz H.

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1 Antwort zu American Football in Deutschland: Fußball kann doch jeder

  1. Hannes sagt:

    Du hast gute und interessante Einblicke in den Sport ermöglicht. Ich selber kannte mich nicht mit American Football aus, aber jetzt habe ich eine Vorstellung von den Gamedays und generell welche Positionen es überhaupt gibt.

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