Konsum: Von Produktplatzierungen und anderen „Freundschaftsdiensten“

Egal, ob online oder nicht! Das Einkaufen und Verbrauchen von Konsumgütern spielt besonders heutzutage eine große Rolle. Man spricht daher auch von einer „Konsumgesellschaft“, die zwar für die Wirtschaft hervorragend zu sein scheint, uns gegenüber aber einige Nachteile und Probleme mit sich bringt. Aber was das alles genau bedeutet und wie wir beim Einkaufen manipuliert werden, ist hier für Euch zusammengefasst!

Mit „Konsum“ bezeichnet man zunächst einmal alles, was wir Menschen alltäglich verbrauchen, nutzen und auch verzehren. Dazu gehören Kleidung und Lebensmittel, aber auch Handys, Kinobesuche und noch vieles mehr. Wenn man also etwas konsumiert, gibt man automatisch Geld aus, was der Wirtschaft natürlich zugute kommt. Schließlich macht sie so mehr Gewinn! Das Konsumieren gibt es übrigens schon seit es die Menschheit gibt, da der Mensch schon immer versuchte, Dinge zu erwerben, die man im Grunde gar nicht zum Überleben braucht, sondern die vielmehr den Zweck erfüllen, das Leben glücklicher zu machen. So wollten, im 18. und 19. Jahrhundert, viele Menschen beispielsweise hochwertige Stoffe und Gewürze haben, die meistens von weit her transportiert wurden. Mal davon abgesehen, dass der Transport mühsam und umweltbelastend ist, entwickelte sich ein Bedarf zu einem Wunsch. Die Menschen fingen also an, sich allmählich Luxusgüter anzuschaffen. Im Laufe der Zeit wurde so das Kaufen zum wichtigen Bestandteil unseres Lebens. Es brachte aber auch Neid zum Vorschein.

Materielle Sachen bekamen immer mehr Wichtigkeit und führten daher auch zu Ungerechtigkeiten. So bleiben ärmere Menschen immer im Nachteil, denn das, was reichere haben, können sie sich gar nicht leisten. Dies führt zwangsläufig zur Ausgrenzung. Auch in Schulen kann dieses Phänomen beobachtet werden. Kinder, die zum Beispiel kein Handy haben, fühlen sich so schnell ausgeschlossen, da andere in der Pause über Themen reden, wie beispielsweise über neue YouTube-Videos,  über die sie gar nicht sprechen können.

Gerade heute schauen viele Menschen darauf, was angesagt ist und was nicht. So gelten Luxusgüter für viele Leute als erstrebenswert, um ihren Status auszudrücken, sich abzugrenzen und an Prestige (= Ansehen) zu gewinnen, was natürlich Firmen ausnutzen. Unternehmen machen sich dieses Konsumverhalten zunehmend zu nutze, indem sie psychologische Tricks und manipulative Methoden anwenden, die uns zum Kaufen ermutigen. So kommt es zu vielen Schulden, da viele den Umgang mit Geld gar nicht beherrschen. Übermäßiger Konsum kann zudem auch süchtig machen. Die Sucht, immer mehr zu kaufen und zu konsumieren, endet meistens in einem riesigen Schuldenberg. Und: Der Besitz steht meist nicht mehr im Vordergrund. Vielmehr erfreut sich die Person einzig und allein am Kauf eines ganz beliebigen Gegenstandes. Diese Freude ist jedoch, nach dem Kauf, schnell verblasst.

Auch Werbung beeinflusst, was wir kaufen. Produktplatzierungen, oder auch „Werbeintegration“ genannt, ist eine gezielte Darstellung und Erscheinung von Markenprodukten auf bestimmten Plattformen: Das ist in Film- und Fernsehproduktionen, Videospielen, Videoclips, Zeitschriften und anderen Medien möglich. Die Platzierung soll uns insofern beeinflussen, dass wir das Produkt bestenfalls kaufen. Ohne unseren Konsum würden nämlich viele Unternehmen pleite gehen. Damit genau das nicht passiert, sorgen sie mithilfe von Werbung dafür, dass wir die Produkte kaufen.

Auch sogenannte „Influencer“ spielen dabei eine große Rolle. Als „Influencer“ werden Menschen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz in den sozialen Netzwerken als Träger für Werbung dienen (= Influencer-Marketing). „Bibi“, alias Bianca Claßen, gehört beispielweise zu den sogenannten „Influencern“. Sie betreibt den YouTube-Kanal „BibisBeautyPalace“, auf dem sie Videos zu  Themen wie Kosmetik und Kleidung veröffentlicht. Auch Bibi sorgt dafür, dass wir die Lust am Kaufen nicht verlieren. Wenn Bibi sich in ihrem Video schminkt, dann lobt sie die Marke des Lippenstifts. Dabei wird ein Satz eingeblendet: „Unterstützt durch Produktplatzierungen.“ Das bedeutet, dass sie von der Lippenstift-Firma Geld dafür bekommt. Wie viel sie für diese Art von Werbung bekommt, weiß man nicht. Über Geld spricht Bibi nämlich nicht. Vielmehr erscheint sie als gute Freundin im Internet. Eine Freundin, die dir ein nettes Produkt empfiehlt.

Unser Umfeld und unsere Wahrnehmung spielen beim Kaufen also eine wichtige Rolle und beeinflussen uns sehr. Unsere Geldquellen und die unserer Erziehungsberechtigten, sprich unserer Eltern, sind dabei aber ebenso wichtig  und entscheiden grundlegend darüber, was wir uns leisten können und was nicht. Denkt beim nächsten Einkauf als nicht nur an „Bibis Freundschaftsdienste“, sondern auch an euren Geldbeutel.

von Marie Mielke, Jahrgang 8

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