Schulische Anforderungen an WLAN

Es gibt – so sagen es uns die Experten der Systemhäuser – keinen Ort in der Industrie, der eine vergleichbar hohe Anforderung an die WLAN-Infrastruktur stellt, wie Schulen mit mobilen Geräten. Es ist dort normal, dass sich z.B. 20 bis 30 Geräte gleichzeitig  am Netz anmelden und große Datenmengen transportieren. Die Anforderungen an Schulen des Mobilen Lernens können klar benannt werden:

  • Bis zu 60 Geräte müssen sich zeitgleich an einem Zugriffspunkt am Netz anmelden können, ohne dass der Accesspoint seine Dienste merklich verzögert anbietet.
  • Geräte müssen ohne Unterbrechung am Netz bleiben, auch wenn zeitgleich große Datenmengen über das Netz gehen.
  • Beim Wechsel der Räume muss die Verbindung unterbrechungsfrei und stabil gehalten werden.
  • Beim Wechsel der Zugriffspunkte darf sich niemand neu anmelden müssen. Das WLAN muss also zentral gemanagt werden können.
  • Schulen benötigen einfache Security-Mechanismen, um den Zugang zu erleichtern.
  • Der Administrationsaufwand muss sehr klein gehalten sein und „remote“ durchgeführt werden können.
  • Wenn möglich müss auf höhere Security-Level umgestellt werden können.
  • Offene Gastzugänge müssen temporär möglich sein.
  • Weil vor Ort keine technischen Administratoren die Funktion des Netzes überwachen können, ist ein externes Monitoring unverzichtbar.

Dem gegenüber finden wir in Schulen oft WLAN-Accesspoints aus dem „SOHO“-Bereich, die sehr wohl in kleinen Betrieben oder zuhause funktionieren, die jedoch unter der Last im Unterricht einfach kollabieren. Der Unterricht stockt – Fehler werden gesucht.

Ist Mobiles Lernen mit laienhaft ausgefühter Infrastruktur einfach ein großes Experiment, wieviel Geld egegenüber traditionellen Ausstattungskonzepten eingespart werden kann? Und letztendlich auf dem Rücken von LehrerInnen und SchülerInnen, die sich mit viel Engagement den Herausforderungen stellen?

Mitunter scheint es so. Wir wollen an dieser Stelle keinen Diskurs über Rolle des Schulträgers oder Einsparpotenziale beginnen.

Stattdessen haben wir uns bei Fachleuten umgehört. Die Ergebnisse eines Workshops und zahlloser Stunden Recherche und Gespräche mit Lehrern und Schulträgern möchten wir Ihnen an dieser Stelle zugänglich machen. Das Ergebnis erhebt keineswegs den Anspruch der Vollständigkeit oder Objektivität. Vielmehr soll es alle Akteure anregen, über die Problematik nachzudenken und ihre Medienentwicklungspläne entsprechend anzupassen.

In der Stadt Braunschweig war man sich seit je her über die Problematik bewusst. Die Verantwortlichen des Fachbereichs 10 und 40  sorgen schon seit Jahren für professionelle Infrastruktur im pädagogischen Netz – auch im WLAN. In Braunschweig wurden Schulen verschiedener Schulform modellhaft mit professionellen leistungsfähigen Funknetzen ausgestattet. Die Erfahrungen der Schulen sind positiv, uns sind keine Einschränkungen oder Probleme bekannt- im Gegenteil. Die Funknetze sorgen für außerordentliche Verlässlichkeit im „Mobilen Lernen“ und tragen somit zur Akzeptanz bei.

Eine Vergleichsstudie aus den USA, der „Wifi-Stress-Test“ der Gruppe „wlanprofessionals“ mit IPads in einem Experimentierumfeld zeigt deutlich die physikalischen und technologischen Grenzen einer WLAN-Infrastruktur. Die Fragen, die den Testern im Vorfeld gestellt wurden, kommen uns bekannt vor: 😉

  • “Why does my Wi-Fi at home work better than here?”
  • “Are we ready for a 1:1 initiative?”
  • “Can we handle 30 iPads in a single room streaming unique videos?”
  • “Just how much traffic can one Access Point handle?”
  • “Aren’t all Access Points the same?”
  • “Why are we spending all this money on Enterprise Access Points? Can’t we just buy one down at Best Buy?”

Die PDF-Datei ist ca. 20MB groß, benötigt also etwas Ladezeit: → Wifi Stress-Test

Bei den weiteren Ergebnissen befindet sich auch Material, das nicht lizenzfrei ist, jedoch der Medienberatung zur internen Verwendung zur Verfügung gestellt wird. Aus diesem Grund haben wir den Zugang mit einem Passwort geschützt. MedienberaterInnen, Schulträger und interessierte Schulen können sich ein Passwort geben lassen.
Schreiben Sie an juergen.schuppe@mzbs.de

 

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