Seit 2003 vergibt die Stiftung jährlich Anerkennungen an Schülerinnen und Schüler, die während eines oder mehrerer Schuljahre auf den Gebieten der Literatur (z.B. Lyrik, Kurzgeschichten), der Musik (ausübend und/oder Komposition), der Kunsterziehung oder des Theaters sowie der Informationstechnologien und auch des Sports besondere Leisungen erbracht haben.
Schließlich werden nachhaltig von Fairness und/oder Zivilcourage geprägte vorbildliche Verhaltensweisen und uneigennütziger Einsatz für andere anerkannt werden.

Die Preisträger 2017

Aus dem Jahrgang 12 erhielten je 50€ Preisgeld:

Mara-Lena Bremer

wird ausgezeichnet für besondere Leistungen im künstlerischen Bereich, dem Schultheater und für ihren Einsatz als Schulsanitäterin.

Meret Eggers

erhält den Preis im künstlerischen Bereich für den Einsatz im Chor.

Alexander Kruse

erhält den Preis im künstlerischen Bereich für den Einsatz im Blasorchester.

Sarah Jablonski

erhält den Preis im künstlerischen Bereich für den Einsatz im Chor und im Kammermusikensemble.

Franziska Makiolczyk

erhält den Preis im künstlerischen Bereich für den Einsatz im Chor.

Lea Sommer

erhält den Preis im künstlerischen Bereich für den Einsatz im Blasorchester.

Aus der Klassenstufe 9 und 10 erhielten je 30€ Preisgeld:

Michalis Alexiou

wird ausgezeichnet für sein vorbildliches Sozialverhalten, insbesondere für seine Bemühungen zur Integration von Sprachlernschülern in den Schulalltag.

Dana Prinz, Ronja Küster, Saskia Michele Salwig

werden ausgezeichnet für ihr vorbildliches und selbstloses Sozialverhalten in ihrem Einsatz zur Förderung von Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. KLasse in LTP (Lerntechnik praktisch).


Das Kuratorium

Werner-Jahn-Stiftung Kuratorium

Die Mitglieder:

Dr. Artur Behr (Stifter, Vors.)
Johanne Gerlach (Kollegium)
Stefanie Kornas (Volksbank Südheide)
Martin Kruse (Altschüler)
Christian Vogel (Altschüler, Stifter)
Martina Wittenburg (Schulelternrat)
Hinrich Wöckener (Stifter)
Michael Zilk (Schulleiter)

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Von der Idee zur Stiftungsgründung

Beweggründe
Umsetzung
Stiftungskonto
Stiftungssatzung

Beweggründe

Nach den erschütternden Ereignissen am Johannes Gutenberg Gymnasium in Erfurt meinte unser derzeitiger Innenminister Otto Schily, er sei durchaus für Leistung an den Schulen, aber gegen die Verengung darauf; das Musische und Kreative etwa spielten eine zu geringe Rolle an vielen Schulen.

Exakt dieses Empfinden ließ mich im Herbst 1999 (s. Christian-Schule Nr.99 aus 12/1999, S. 70 f.) in Erinnerung an unseren Lehrer und Schulleiter (1948 – 1975) Werner Jahn, dem Gründungsdirektor des Gymnasiums, zu einer Stiftung aufrufen, die die musischen Bereiche im Wettbewerb mit den Lern- und Leistungsfächern fördern und den Bereich „Führung/Haltung und Zivilcourage“ ins Blickfeld rücken sollte.

Der Gedanke regte an: Nach anfänglichen Verwaltungshürden – vorübergehend war die Gründung eines gemeinnützigen Fördervereins nötig – konnte die gemeinnützige Werner Jahn Stiftung mit Zustimmung des Finanzamts in Celle und unter treuhänderischer Betreuung durch die Volksbank Celler Land e.G. ins Leben gerufen werden.
Nahezu 50 Altschülerinnen und Altschüler unseres Gymnasiums – in erheblicher Zahl aus den Klassen 13 Fund 13 L des Jahres 1960 – spendeten das Stiftungskapital von inzwischen mehr als 30.000 DM / 15.000 Euro.
Die zinsbringende Anlage konnte unverzüglich arrangiert werden, so dass einer ersten Preisverleihung für das Schuljahr 2002/03 nichts mehr entgegen steht.
Der als gemeinnützig anerkannte Stiftungszweck ist die „Förderung der Bildung und Erziehung“. Durch Anerkennung gefördert werden sollen besonders lobenswerte Leistungen,
die Schülerinnen und Schüler des Christian-Gymnasiums in Hermannsburg während eines oder mehrerer Schuljahre auf den Gebieten der Literatur (z..B. : Lyrik, Kurzgeschichten), der Musik (ausübend und/oder komponierend), der Kunsterziehung oder des Theaters sowie der Informationstechnologie oder des Sports erbracht haben. Auch sollen nachhaltig von Fairness und/oder Zivilcourage geprägte vorbildliche Verhaltensweisen und uneigennütziger Einsatz für andere anerkannt werden.

Die Anerkennungen sollen dem schulischen Rahmen angemessen sein und eine sinnhafte Verbindung zur jeweiligen besonderen Leistung/Verhaltensweise erkennen lassen. Es können Leistungen aus allen oder aus einzelnen der skizzierten Bereiche gewürdigt werden. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung von Stiftungsleistungen besteht nicht.

Mit diesen wenigen, aber nötigen Regularien möchten es die Stifter bewusst bewenden lassen, keine weiteren Statute, Richtlinien oder Regeln: Schülerinnen und Schüler sollen in ihrer Kreativität und Zielsetzung völlig frei sein, Lehrerinnen und Lehrer sollen ihre Auswahlentscheidungen in freier, kollegialer Verantwortung treffen.

Die Stifter möchten einen Beitrag zu noch effektiverer Erziehung leisten: Der möglichst aggressionsfreie Weg von Gehorsam und Einordnung zu selbständiger Persönlichkeit soll durch angemessene Verhaltensanreize, klare Erwartungen, Leben mit Vorbildern und Belohnung für ziviles Verhalten geebnet werden. Die Stifter denken, dass dadurch und durch besinnende wie aktive Hinführung zu kulturellen Werten Neigungen zu Gewalttätigkeit und Hass gebannt werden können. Neben der für die individuelle Lebenstüchtigkeit unerlässlichen Wissensvermittlung soll im Hinblick auf unser Leben in Gemeinschaft die kultur- und werteorientierte Bildung von Charakter und Wesen der jungen Menschen an unserer Schule gefördert werden.

Trotz aller modernen Lehrmethoden und -techniken, trotz aller fein gefeilten Pädagogik kommen Schülerinnen und Schüler häufig zu leicht in die Rolle des Auf- und Annehmenden, selten aber in die Rolle des Kreativen. Initiative, Kreativität, Selbständigkeit werden aber immer mehr Schlüssel zu Lebensfreude und -erfolg, für den einzelnen wir für die anderen- Freude über Leistung zu spüren, (mit )zu erleben, Freude über dankbare Reaktionen auf das „Sich kümmern um … “ zu empfinden, Angst vor Versagen/Enttäuschung zu erfahren und zu beherrschen lernen, die Trägheit des Herzens und der Sinne zu überwinden lernen, das und ähnliches sind die Wünsche der Stifter, nicht: Druck zu erzeugen oder Eitelkeit zu stimulieren, allenfalls sie als menschliche Schwäche bewusst zu machen.

Wenn die Schülerinnen und Schüler erkennen, womit sie anderen und sich Freude bereiten können, wenn Lehrerinnen und Lehrer trotz der zusätzlichen Aufgaben mehrheitlich Freude (mit- )erleben, dann sehen die Stifter den Sinn ihrer Auslobung erfüllt, dann freuen sich auch sie.

Hinrich Wöckener (1950 bis 1960)
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Umsetzung

Auf den Klassentreffen zum 40-jährigen Abitur im Jahr 2000 wurde die Idee von Hinrich Wöckener diskutiert, für gut befunden und beschlossen, sie in die Tat umzusetzen.

Nun endlich, nach mehr als zwei Jahren und nach Überwindung langwieriger bürokratischer Hindernisse ist es endlich soweit: die Stiftung ist gegründet, mit dem angestrebten Grundkapital ausgestattet und arbeitsfähig.
Zunächst holte ich beim Deutschen Stifterverband Informationen über Stiftungen und deren Satzungen ein. Von dort wurde unser Bestreben sehr positiv bewertet, aber dringend geraten, wegen der angestrebten Größenordnung eine unselbständige Stiftung mit einem örtlichen Treuhänder zu gründen.
Dies Problem war schnell gelöst, denn die Volksbank Celler Land e.G. erklärte sich spontan bereit, diese Treuhänderschaft zu übernehmen und im Kuratorium mitzuarbeiten.
Die nächsten Schritte waren mühsamer und zeitaufwendiger, wurden aber von Hinrich Wöckener mit Beharrlichkeit angegangen.
Die Bezirksregierung Lüneburg brauchte dann mehrere Monate für seine Anfrage, um schließlich festzustellen, dass eine unselbständige Stiftung keiner Genehmigung durch die Bezirksregierung bedarf. Das Finanzamt Celle tat sich auch schwer, akzeptierte aber schließlich den abgeänderten Satzungsentwurf und stellte die Anerkennung als gemeinnützige Stiftung in Aussicht.

Nach Unterzeichnung der Stiftungsurkunde am 31. Juli 2001 ereilte uns eine weitere Überraschung: Die Stiftung konnte erst aktiv werden, wenn das Grundkapital der Stiftung beim Treuhänder vorliegt.
Um den Stiftern des Grundkapitals eine Spendenbescheinigung zukommen lassen zu können, musste eigens dafür ein Förderverein gegründet werden, der beim Finanzamt die Gemeinnützigkeit erhielt, weil sein einziger Zweck das Einwerben der Stiftungsgelder war.
Hinrich Wöckener bereitete also die Gründung eines Fördervereins vor, wir luden im September 2001 fünf weitere Personen aus dem Altschüler- und Kollegenkreis zu uns nach Hause ein und gründeten spontan den Förderverein „Werner Jahn Stiftung“, auf dessen Konto bei der Volksbank nun die zugesagten Spenden eingezahlt bzw. eingeworben wurden.

Nun sind alle Formalitäten geregelt, dank der Hartnäckigkeit und Ausdauer von Hinrich, dem hier für diese Mühe besonders gedankt sei!
Am 28. 2. 2002 konnte der Förderverein der Stiftung das bis zu diesem Zeitpunkt angesammelte Grundvermögen von 10 400 Euro überweisen und der Treuhänder das Stiftungsvermögen sicher anlegen.
Mit diesem Tag, nunmehr das offizielle Gründungsdatum der Stiftung, dem 28. Februar 2002, ist die Stiftung satzungsgemäß voll arbeitsfähig.
Der Förderverein hatte seine Aufgabe erfüllt und wurde inzwischen aufgelöst.
Nach erneuter Unterzeichnung der Stiftungsurkunde durch die Stifter und den Treuhänder stellten wir fest, dass die Stiftungsurkunde, gemäß der ersten Unterzeichnung im Juli 2001, noch in DM ausgestellt war. Nachdem auch dieses Versehen korrigiert ist, liegt die in diesem Heft abgebildete Stiftungsurkunde als Original im Christian-Gymnasium vor.
Inzwischen ist durch Zustiftungen das Stiftungsvermögen auf über 15 000 Euro angewachsen. Besonderer Dank für außerordentlich großzügige Einzelspenden gelten Monika Patel, geb. Fischer, Abi-Jahrgang 1960 und Karlheinz Rosenbrock, Abi-Jahrgang 1961.

Es ist zu hoffen, dass die Werner Jahn Stiftung weiter wächst und die erzielten Gewinne zukünftig zum Wohle der Schule eingesetzt werden können und zur Motivation im Sinne des Stiftungszwecks beitragen.
Zustiftungen sind weiterhin möglich und erwünscht und können steuerlich geltend gemacht werden.

Stiftungskonto:

Volksbank Celler Land e.G. (BLZ 257 916 35), Konto-Nr. 68 470 800,
Stichwort: Werner Jahn Stiftung

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