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  • Fünf Orte – Fünf Geschichten – Fünf Menschen: Die Geschichte eines Rentners

    Fünf Orte – Fünf Geschichten – Fünf Menschen: Die Geschichte eines Rentners

    Rainer Schönberger ist ein Rentner aus Mandelsloh, der 1954 in Hessen geboren wurde und 25 Jahre bei der Jugendhilfe als Hausmeister gearbeitet hat.

    Wo stammen Sie genau her?

    Ich komme aus dem schönen Hessen und bin 1972/73 hier nach Hannover gekommen, wo ich dann meine erste Frau kennengelernt habe. Aus der Ehe sind zwei Kinder hervorgegangen und wir waren 27 Jahre verheiratet. Dann haben wir uns getrennt und anschließend habe ich meine jetzige Frau, Kerstin, kennengelernt. Wir haben wiederum zwei Kinder bekommen, einen Sohn, der heißt Lennart und eine Tochter, die heißt Lilly. Wir leben in Mandelsloh, uns geht es recht gut und wir haben ein Haus.

    Sind Sie froh, Rentner zu sein?

    Rentner zu sein bedeutet, dass man ein Stück weit soziale Kontakte verliert und hier in Deutschland, als Rentner, sehr schnell in die Armutsfalle reintappen kann. Mir ist es so ergangen, dass ich irgendwann aufgrund meiner Gesundheit nicht mehr arbeiten konnte. Dies wurde auch vom Amt bestätigt, sodass ich dann 100% erwerbsunfähig wurde. Dann kam für mich ein Schock, da ich aufgrund dessen nicht mehr arbeiten konnte, damals war ich knapp 60 Jahre alt. Mir wurde mitgeteilt, dass 11% meiner Rente abgezogen werden, weil ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann. Dazu kommt noch, dass die von mir eingezahlte Rente auch noch versteuert wird und das finde ich ist eigentlich ungerechtfertigt. Trotzdem bin ich irgendwie auch froh Rentner zu sein, weil sich die Arbeitswelt dermaßen verändert hat. Das Miteinander am Arbeitsplatz wird in den Hintergrund gerückt und die soziale Komponente verschwindet immer mehr. Viele arbeiten nur noch des Geldes wegen, Spaß bzw. Gefallen an der Arbeit ist kein richtiger Faktor mehr, dies haben mir auch Leute aus meinem Umfeld bestätigen können. Deshalb bin ich auch froh, Rentner zu sein.

    Wo haben Sie denn gearbeitet?

    Ich habe zunächst eine Ausbildung zum Tischler gemacht, aber angefangen habe ich eigentlich im Verkauf. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit Menschen Kontakt zu haben. Ich war dort freiberuflicher Mitarbeiter, bin dann aber in den Baumarktbereich als Fachberater für Holz und Bauelemente übergegangen, woran ich sehr viel Spaß hatte. Nachdem die Firma die Pforten geschlossen hat, bin ich in den sozialen Bereich gewechselt. Ich bin dann in einem Jugendheim gelandet, als Hausmeister bzw. Facility Manager, wie man das heutzutage nennt. Dort bin ich 25 Jahre tätig gewesen und das hat mir auch sehr viel Spaß gemacht mit den Jugendlichen zu arbeiten und auch mit den Menschen, die für die Bewohner da waren. Das alles war ein ganz tolles Miteinander, mit den ganzen Wohngruppen, wenn man dort hingekommen ist, das war jedes Mal ein Erlebnis. Manchmal negativ, aber überwiegend positiv. Das war oft wie eine zweite Familie für mich.

    Und was haben Sie alles bei der Jugendhilfe gemacht?

    Also ich war eigentlich als Hausmeister eingestellt, das war der Ursprung. Das war für ein einziges Kinderheim, was sich aber im Nachhinein ausgeweitet hat. Auch mit Zivildienstleistenden habe ich hausmeisterliche Tätigkeiten, wie Reparaturen an Gebäuden, den Garten und eben alles, was zum Facility Management dazugehört, durchgeführt. Des Weiteren habe ich auch noch vier Außenwohngruppen betreut und die jeweiligen Büros kamen auch noch dazu, ebenso etwa 25 Wohnungen für Jugendliche, die dort in Betreuung waren. Diese Wohnungen und die Autos der Wohngruppen hatte ich auch noch zu betreuen. Falls es mal eng geworden ist mit dem Personal, durch Urlaub oder Krankheit, bin ich auch mal als Erzieher eingesprungen. Das hat sich alles so weiter entwickelt, dass ich mit den Jugendlichen auch noch Projekte gemacht habe, um ihnen zu zeigen, dass sie wertvoll sind, das sie auch etwas können und das man ihnen nicht alles abspricht, sondern das man ihnen sagt: „Guck mal, das habt ihr gemacht und das ist echt toll geworden.“ Das gibt ihnen Selbstvertrauen und ein Selbstwertgefühl.

    Viele ältere Menschen sagen, „damals war alles besser“. Sehen Sie das auch so?

    Besser? Nein. Besser würde ich so nicht stehen lassen, es war nicht besser, es war anders. Es war der Zeit entsprechend. Ein einfaches Beispiel wären Autos. Wenn man sich damals ein Auto gekauft hätte, das 1960 auf den Markt gekommen ist und man sich heute ein Auto anschaut, was Sicherheit und Komfort anbelangt, dann sind die Autos auch nicht teurer, sondern besser und sicherer, insofern war es früher nicht schlechter, es war anders und heute ist es eben auch anders als früher, weil es die Zeit mit sich bringt, dass man auch Veränderungen annehmen und sich mit diesen arrangieren muss. Also besser oder schlechter möchte ich so gar nicht formulieren, es war anders. Es war alles eben der Zeit angepasst.

    Zum Abschluss: Haben Sie noch irgendwelche „Weisheiten“ für die heutige Jugend?

    Ich würde der Jugend mit auf den Weg geben, einen Weg zu gehen, der ihnen gefällt und sich nichts aufzwingen zulassen, aber auf jeden Fall sollten sie erst eine ordentliche Ausbildung machen und dann können sie so lange studieren wie sie möchten, weil es ist nicht so unwahrscheinlich, dass man das Studium abbricht und dann mit leeren Händen da steht, deshalb sollte man erst eine Ausbildung machen. Ganz wichtig ist auch noch, dass man seinen Körper nicht für die Arbeit kaputt macht. Man hat nur einen Körper und den sollte man nicht für die Arbeit aufopfern. Meine Erfahrung, die ich für mich selber gemacht habe, ist, dass ich „Raubbau“ mit meinem Körper betrieben habe und das würde ich niemandem empfehlen.

    Vielen Dank für das angenehme Gespräch und den Einblick, den Sie uns in Ihr Leben gegeben haben. Wir wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft.

     

    Interview von Lennart S., 8. Jahrgang, WPK Journalismus

  • Fünf Orte – Fünf Geschichten – Fünf Menschen: Das Leben als Berufspolitikerin

    Fünf Orte – Fünf Geschichten – Fünf Menschen: Das Leben als Berufspolitikerin

    Rebecca Schamber ist Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD), sie ist 46 Jahre alt und wohnt in Borstel. Im Interview erzählt Sie aus ihrem Leben als Berufspolitikerin. 

    Was sind Ihre Aufgaben als Berufspolitikerin?

    Meine Aufgaben in meinem Beruf sind natürlich in erste Linie mit den Menschen zu sprechen, was sie bewegt in meinem Wahlkreis und was gesellschaftspolitisch gerade aktuell ist. Und dann müssen wir Mittel und Wege finden, wie wir unsere Gesellschaft gut gestalten, wie wir unsere Umwelt gut gestalten und entsprechend dann auch die Gesetze auf den Weg bringen.

    Würden Sie behaupten, dass es Ihr Traumberuf ist? Könnten Sie sich auch etwas anderes vorstellen?

    Ja, ich würde schon sagen, dass das mein Traumberuf ist, also, ich bin ja jetzt aktuell Berufspolitikerin, das ist ja auch kein Beruf, den man erlernen kann, man kann zwar Politikwissenschaft studieren, dann macht man nicht zwingend das, was ich tue, also Mitglied des Deutschen Bundestages zu sein. Man kann aber ganz unterschiedliche Berufe erlernt haben. Ich bin eigentlich Juristin, also ich habe Jura studiert, ich habe aber auch viel in der Gastronomie gearbeitet, wir hatten einen Gastronomiebetrieb. Da habe ich viel gearbeitet und teilweise habe ich den auch geleitet. Und früher habe ich auch ganz viel ehrenamtlich Politik gemacht, praktisch so wie andere Volleyball spielen war das eben mein Hobby. Politik hat mich einfach schon immer interessiert.

    Ist der Weg zur Politikerin mit vielen Hürden verbunden?

    Also einfach ist es sicherlich nicht, man spricht auch in der Politik von der sogenannten Ochsentour, die man durchmachen muss. Ich bin seit über 10 Jahren politisch aktiv, ehrenamtlich. Meine Familie kennt das ja auch und weiß daher auch genau, dass ich oft nicht da bin. Ich habe vorher in der Wedemark gewohnt, da war ich auch stellvertretende Gemeindebürgermeisterin. Das heißt, ich war in der Woche bestimmt drei Abende unterwegs, und natürlich auch oft am Wochenende. Also, es ist schon viel und wenn man Berufspolitikerin werden will, muss man das erst innerhalb der eigenen Partei machen und man muss sich natürlich durchsetzen gegen die anderen Parteien. Um den Prozess zur Berufspolitikerin zu gewinnen, müssen die anderen dich erst einmal wählen und das war für mich nicht ganz einfach, die anderen von mir zu überzeugen.

    Frau Schamber, würden Sie sagen, dass der Job für jeden etwas ist?

    Theoretisch ja, ich habe ja schon gesagt, man muss keine bestimmte Berufsausbildung dafür haben. Also ich bin Juristin und das ist schon ein einigermaßen klassischer Beruf. Wir haben sehr viele Juristen im Deutschen Bundestag sitzen, das schadet auch nicht wegen der Gesetzgebungsprozesse, die dort ablaufen. Jurist zu sein ist aber auch nicht zwingend erforderlich. Einer meiner liebsten Kolleginnen kommt auch aus Niedersachsen, die ist Kindertagespflegerin und vorher Taxi gefahren und hat bei Aldi an der Kasse gearbeitet. Sie hat also auch Brüche in ihrer Biografie. Sie ist jetzt aber in der Politik absolut richtig und macht das auch gerne. Was eben wichtig ist, ist eine tolle Empathie für die Menschen. Und das man bereit ist, darum zu kämpfen, was man umsetzen möchte. Was man auch tun sollte, ist natürlich mitzudenken, Menschen zu sprechen und vor den Menschen zu sprechen, und dann auch Kompromisse eingehen zu können. Man bekommt nicht immer hunderprozentig das, was man möchte. Aber: Das sind alles Dinge, die man erlernen kann. Von daher möchte ich gerne jeden ermutigen in die Politik zu gehen.

    Unter uns: Ist es nicht manchmal schwierig so oft unterwegs zu sein?

    Ja, es gibt ein schönes Buch, das heißt „Einsamer kann man gar nicht sein“. Dieser Job, gerade als Bundestagsabgeordnete, beinhaltet sehr viel.  Hier im Wahlkreis bin ich zumindest abends bei meiner Familie. Tagsüber und am Wochenende bin ich meist unterwegs und arbeite viel mit den Menschen aus meinem Wahlkreis zusammen. Und in Berlin ist es wirklich so, dass es von morgens bis abends geht, manchmal gehen die Termine schon um 7.30 Uhr los und vor 22.00 Uhr bin ich nicht zu Hause. In Berlin habe ich auch meine Zweitwohnung. Aber die Familie ist nicht da, das ist schon manchmal schwierig. Und für die Familie ist es auch eine Umstellung, ich habe das Glück, dass meine Kinder damit groß geworden sind, die kennen das, die wissen, dass Politik sehr wichtig ist. Aber die ersten Wochen in Berlin war es schon schwierig, weil es eine Umstellung war in der Woche nicht da zu sein. Aber ich denke, wir haben das jetzt ganz gut gelöst. Wir unternehmen dann auch viel und genießen intensiv die Zeit und reden dann auch über sämtliche Dinge.

    Vielen Dank für das angenehme Gespräch. Wir wünschen Ihnen alls Gute für die Zukunft.

     

    Interview von Mira S., 8. Jahrgang, WPK Journalismus

  • Fünf Orte – Fünf Geschichten – Fünf Menschen: Die Realschulzweigleiterin im Interview

    Fünf Orte – Fünf Geschichten – Fünf Menschen: Die Realschulzweigleiterin im Interview

    Nicole Schaper ist als Realschulzweigleiterin an der KGS Neustadt a. Rbge. tätig. Sie ist 1973 geboren und wohnt in Neustadt a. Rbge. Im Interview gibt Sie einen Einblick in diese vielseitige und spannende Tätigkeit. 

    Wie sind Sie denn überhaupt nach Neustadt gekommen?

    Ich bin nach Neustadt aufgrund meiner Stelle bei der KGS Neustadt gekommen. Ich habe erst in Hildesheim gewohnt und nach Abschluss des Studiums und des Referendariates dann eine Stelle gesucht. Im Prinzip war Neustadt die am ehesten passendste. Ich kannte Neustadt vorher nicht und bin dann hergefahren, habe mir die Schule angeschaut und habe die Stelle dann bekommen. Ich bin das erste halbe Jahr von Hildesheim gefahren, das war aber ein bisschen weit und zu anstrengend. Deshalb bin ich mit meinem damaligen Lebensgefährten hierher gezogen.

    Wo haben Sie denn studiert?

    In Osnabrück. Ich bin aber nach dem Studium für das Referendariat nach Hildesheim gegangen.

    Was haben Sie denn studiert?

    Realschullehramt hieß das damals, für die Fächer Biologie und Französisch sowie Physik.

    Das heißt, dies sind auch die Fächer, die Sie unterrichten oder unterrichten Sie auch weitere Fächer?

    Das sind die Fächer, die ich unterrichte. Im Laufe der Jahre ist noch Gesundheit und Soziales dazugekommen. Dazu gibt es keinen Studiengang. Ich habe eine zusätzliche mehrtägige Fortbildung gemacht. Außerdem unterrichte ich Hauswirtschaft und habe früher Chemie und Deutsch unterrichtet.

    Sie sind aber auch als Realschulzweigleitung tätig. Was sind denn hier Ihre Aufgaben?

    Ja, seit einigen Jahren bin ich in der Schulleitung als Realschulzweigleiterin tätig. Da geht es natürlich auch darum, den Realschulzweig zu organisieren, das heißt, die neuen Fünftklässler zu informieren, einzuteilen, in Empfang zu nehmen und auch die Abschlussprüfung im 10. Jahrgang zu organisieren. Außerdem geht es darum, dass es passende Klassenlehrkräfte und andere Lehrkräfte in den Klassen gibt. Auch wenn es Probleme mit der Einhaltung der Schulregeln gibt, werde ich häufig aktiv. Ebenfalls bin ich für die Klassenfahrten bei uns an der KGS zuständig. Das heißt, wenn Kollegen und Kolleginnen überlegen auf Klassenfahrt zu fahren, sprechen sie das mit mir ab oder besprechen die Formalitäten. Für Schüleraustauschprogramme bin ich ebenfalls zuständig. Als Französischlehrerin versuche ich natürlich die Realschüler von dieser zweiten Fremdsprache zu begeistern und unterrichte auch fleißig. Ich betreue außerdem die außerschulischen Sprachprüfungen, Delf genannt, die jetzt auch demnächst anstehen. In der Realschule gibt es auch noch die Profile. Auch auf diese habe ich natürlich einen Blick, wobei da auch ein anderer Kollege tatkräftig organisiert.

    Sie betonten bereits, Sie seien für Klassenfahrten zuständig. Es heißt, es gab durch Corona durchaus viel Stress und Probleme. Haben Sie das auch mitbekommen?

    Ja, also gerade Klassenfahrten sind insofern stressbelastet gewesen, da wir ja vor Corona bereits Fahrten gebucht hatten. Die Klassenlehrkräfte und die Klassen haben sich auf Klassenfahrten gefreut, die dann natürlich Lockdown bedingt abgesagt werden mussten. Wir haben versucht die Fahrten zu verschieben und dann gab es auch von der Schulbehörde die Ansage, dass man die Klassenfahrten stornieren muss. Da waren natürlich viele Briefwechsel und Gespräche nötig, um die ganzen Klassenfahrten unserer großen Schule wieder abzusagen oder zu verschieben.

    Vielen Dank für das angenehme Interview. Wir freuen uns, dass Sie uns einen Einblick in Ihre Tätigkeiten gegeben haben und wünsche Ihnen alles Gute.

     

    Interview von Laurin S., 8. Jahrgang, WPK Journalismus

  • Fünf Orte – Fünf Geschichten – Fünf Menschen: Landwirtschaft in schwierigen Zeiten

    Fünf Orte – Fünf Geschichten – Fünf Menschen: Landwirtschaft in schwierigen Zeiten

    Henning Zedler ist 46 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Er führt einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchvieh und 90 Hektar Futteranbau. Im Gespräch verrät er uns, warum die Landwirtschaft in schwierigen Zeiten steckt.

    Herr Zedler, was fanden Sie an der Landwirtschaft so interessant?

    Zum einen, dass man immer in der Natur ist und mit den Tieren arbeiten kann. Zum anderen kommen auch bei den Pflanzen immer mehr Züchtungen hinzu und das finde ich ziemlich interessant.

    Wie lange führen Sie den Betrieb jetzt schon?

    Ich habe den Betrieb im Jahr 2005 von meinen Eltern übernommen, also dieses Jahr werden es 17 Jahre.

    Was für Pflanzen bauen Sie auf Ihren Feldern an?

    Wintergerste, Winterroggen, Triticale, das ist eine Kreuzung aus Roggen und Weizen sowie Silomais. Außerdem sowohl Grünland als auch Futterfläche für unsere Kühe.

    Sie benötigen demnach auch viel Saatgut. Wie wirkt sich eigentlich der Ukraine-Krieg auf die Preise von Saatgut aus?

    Saatgut ist von den Preisen gleich geblieben, jedoch kostet Dünger zurzeit ungefähr das Vierfache wie früher und die Energiekosten sind ca. 75% bis 80% angestiegen.

    Gibt es noch weitere Folgen für Sie durch den Ukraine-Krieg?

    Die Beschaffung von Futtermitteln ist extrem schwierig und teuer geworden, denn die Ukraine produziert viel Mais, welches für Kraftfutter benötigt wird, sowie Sojaschrot und somit sind die Futtermittelkosten in etwa um 60% angestiegen.

    Ich habe auf einer Internetseite gesehen, dass Sie auch Lehrlinge ausbilden. Wie läuft dies ab?

    Am 01.08. beginnt immer das Ausbildungsjahr und junge Leute, die später auch Landwirte werden wollen, können sich die Betriebe vorher im Internet anschauen. Wenn diese Interesse haben, ihre Ausbildung hier zu machen, schickt der potentielle Auszubildende im Voraus eine Bewerbung ab, dann wird ein Vorstellungsgespräch vereinbart, sodass der Auszubildende sich den Betrieb auch anschauen kann, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Wenn das Gespräch positiv verlaufen ist, wird ein Probearbeiten vereinbart, danach wird ein Ausbildungsvertrag abgeschlossen.

    Braucht man dafür eine bestimmte Ausbildung, oder kann jeder Landwirt Lehrlinge ausbilden?

    Dafür muss man entweder die Meisterschule besucht haben, oder eine zweijährige Fachschule nach der landwirtschaftlichen Ausbildung gemacht haben.

    Vielen Dank für den spannenden Einblick in die Landwirtschaft.

     

    Interview von Leonie Z., 8. Jahrgang, WPK Journalismus

     

    Quellen:

    https://www.talente-gesucht.de/betriebe/detail/502585_Zedler?beruf=Landwirt%2Fin [02.07.22].

  • Rückblick: Die Baupiloten zu Gast in der KGS

    Rückblick: Die Baupiloten zu Gast in der KGS

    Am 30. November 2021 gab es ein Treffen mit dem Berliner Architekten-Büro „Die Baupiloten“. Sie entwickeln Raumkonzepte, unter anderem auch für Schulen wie unsere. In der Visionenwerkstatt wurde mit Schülern und Lehrkräften das Visionenspiel, bei dem die Anordnung verschiedener Bereiche überlegt wird, gespielt. Währenddessen wurden auch viele Collagen gebastelt, die die Atmosphäre bei uns in der KGS beschreiben. Am 08. Februar 2022 gab es dann online ein weiteres Treffen mit dem Architekten-Büro. Die Ergebnisse aus diesen beiden Werkstätten werteten die Baupiloten schließlich ausführlich aus und präsentierten sie am 28. März 2022 der Arbeitsgruppe. Der erste Schritt auf dem langen Weg zur Schule der Zukunft ist nun getan. In der Gesamtkonferenz am 14. Juni 2022 wurden die Ergebnisse der gesamten Schulgemeinschaft vorgestellt. Unter anderem soll es ein neues Gebäude für die Sekundarstufe 2 geben.

    von Florian Streufert, 6. Jahrgang

  • Interview mit Sönke Schneemann

    Was bedeutet Glück für Sie?
    Mit zunehmendem Alter bedeutet Glück natürlich vor allem Gesundheit. Nicht nur die eigene, sondern auch die der gesamten Familie. Wenn ich mitbekomme, wie es teilweise den Eltern meiner Freunde geht – unabhängig von Corona – dann bin ich schon sehr froh darüber und auch sehr dankbar, dass es meinen Eltern ganz gut geht. Und wenn ich sie besuche, ist es manchmal so wie früher – oder eben wie immer. Das würde ich als Glück bezeichnen.

    Welches Ereignis in der Welt beschäftigt Sie?
    Es ist wohl nicht wirklich ein Ereignis, eher eine Eigenart. Ich kann es derzeit nur schwer ertragen, wenn ich so manche Kommentare in den sozialen Netzwerken lese. Da werden Behauptungen  aufgestellt, ohne Belege dafür zu haben und das wird dann als Tatsache oder Wahrheit verkauft. Und wenn man es dann hinterfragt, kommt natürlich nichts mehr. Ich bin an einer sachlichen Diskussion immer sehr interessiert, wenn man unterschiedlicher Meinung ist. Wenn eine Meinung allerdings auf nachgewiesenen Falschinformationen beruht, wird es mit einer zielorientierten Diskussion natürlich schwierig…

    Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?
    Ich gehe mal davon aus, dass nicht ein derzeitiger Arbeitstag gemeint ist, denn der ist ja nicht typisch. Als es das Distanzlernen noch nicht gab (die Älteren
    erinnern sich vielleicht…), ist der Vormittag ja durch den Stundenplan festgelegt. Nach der Schule dann überlege ich mir natürlich, was man am nächsten Tag mit den Schülerinnen und Schülern so machen kann. Ich plane aber selten für mehrere Stunden oder  Wochen. Das dauert dann mal länger und auch mal weniger lang. Das hängt von der Klassenstufe und vom Thema ab. Ich arbeite allerdings auch gerne abends/nachts, da kann es dann schon mal spät werden.

    Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht den Lehrerberuf ergriffen hätten?
    Gute Frage. Ursprünglich wollte ich ja Elektrotechnik studieren und hatte auch schon ein entsprechendes Praktikum absolviert. Irgendwie hat sich das dann aber doch nicht ergeben. Ich weiß nicht mehr genau, wie es dann zum Umdenken gekommen ist. Vorbilder in der Familie gab es zumindest nicht. Da gibt es  keine weiteren Lehrer.

    Unter uns: Wer ist anstrengender, die Lehrer oder die Schüler?
    Sagen wir mal so: Es gibt sicherlich auch Lehrer und Lehrerinnen, die anstrengend sind…

    Woher kommt die Vorliebe für Karohemden? Was würden Sie tragen, wenn Sie keine mehr tragen dürften?
    Das kann ich wirklich nicht beantworten. Pullover mag ich nicht. Aber warum die Hemden kariert sein mussten, kann ich nicht erklären. Ab irgendeinem Punkt musste ich dann natürlich meinem Stil treu bleiben. Aber ich bin in der Schule auch schon mit einfarbigen Hemden gesehen worden. Und neulich sogar mit einem Pullover.
    Und wenn ich keine karierten Hemden mehr tragen darf, dann wenigstens gestreifte – längsgestreift selbstverständlich…

    War Ihre damalige Tanzpartnerin Ihre erste Flamme?
    Nein, das war sie nicht – glaube ich. Nein, das hätte ich mir gemerkt… 🙂

    Angenommen, Sie könnten spontan Ihren Namen ändern, wie würden Sie am liebsten
    heißen?
    Das habe ich Euch ja schon mal erzählt. Meinen Nachnamen würde ich nicht ändern.
    Als Vornamen würde ich „Drafi Philip“ wählen. Auf meine Visitenkarten könnte ich dann nämlich „Dr. Phil. Schneemann“ schreiben.

  • Steht Algebra über meiner Zukunft?

    Steht Algebra über meiner Zukunft?

    Ein Kommentar von Lenya W., 10. Jahrgang

    Wenn man mich vor 10 Jahren gefragt hätte, was ich später werden will, hätte ich vermutlich „Prinzessin“ oder „Ballerina“ geantwortet. Doch jetzt ist das anders. Schüler*innen, die in die 10. oder aber auch 11. Klasse gehen, machen sich immer öfter Gedanken darüber, wie es in ihrer Zukunft weitergeht. Was mache ich nach der Schule? Muss ich studieren? Brauche ich ein Abitur? Diese Fragen gehen den Jugendlichen nicht aus dem Kopf. Aber woran liegt das? Warum wissen Jugendliche immer seltener, welchen Weg sie in der Zukunft hinsichtlich ihrer Berufswahl gehen wollen?

    Nur etwa die Hälfte aller Schüler*innen in Deutschland fühlt sich angemessen und genügend über ihre beruflichen Möglichkeiten in der Zukunft informiert. Das liegt vermutlich vor allem an der großen Auswahl, die das Individuum heutzutage genießt. Allerdings sorgt gerade diese auch für Verwirrung. Nie zuvor gab es so viele Richtungen in die Schüler*innen gehen können, wodurch die Gefahr entsteht, dass es beinahe unmöglich wird, sich fest zu einem konkreten Beruf zu entschließen. Sowohl die Unwissenheit als auch die Orientierungslosigkeit führt zu Unzufriedenheit und Frust bei den Jugendlichen. Irgendwann erscheint einem die Suche nach dem „perfekten“ Job aussichtslos. Und genau dann wird es ernst und die Schule sollte etwas tun. Denn gerade diese wirbt doch dafür, dass sie die Jugendlichen auf den richtigen Pfad in ihre Zukunft leitet, nicht wahr?

    Aber einigen Schüler*innen erscheint es, als würde sich die Schule, die uns all die Jahre auf unsere Zukunft vorbereiten sollte, jeglicher Verantwortung entziehen, sobald man sie verlässt. Damit ist nicht zu bestreiten, dass etwa die Berufemesse oder das Fach „Berufsorientierung“ durchaus sinnvoll und ein lobenswertes Konzept sind, allerdings wurde auch schon oft von den Schüler*innen kritisiert, dass sich die Berufemesse schon lange eher auf Ausbildungsberufe konzentriert, was für viele Jugendliche mit dem Wunsch zu studieren ein erhebliches Problem darstellt. Auch ist zu hinterfragen, weshalb das Fach „Berufsorientierung“ lediglich im 9. und 11. Jahrgang unterrichtet wird, der 10. Jahrgang, der immerhin für einige Schüler*innen das Ende ihrer ausschließlich schulischen Laufbahn bedeutet, allerdings außen vor gelassen wird. Wäre es nicht sinnvoller gerade diesen Jahrgang über ihre Möglichkeiten zu informieren?

    Schlussendlich liegt es in der Eigenverantwortung, sich über seine Möglichkeiten in der Zukunft zu informieren und einen Plan für seine Zukunft zu gestalten. Aber gerade Jugendliche, die in einer Zeit leben, in der es noch nie mehr Möglichkeiten für sie gab, brauchen eine gewisse Unterstützung. Denn es ist die Schule, die den Schüler*innen die gesellschaftlichen Werte und Normen, Algebra oder Gedichtinterpretationen lehrt, aber sie sollte es auch sein, die ihnen den Weg zum Erwachsenwerden erleichtert.

     

    Quellen:

    • https://www.badische-zeitung.de/schule-sollte-auf-die-zukunftvorbereiten [15.06.22]
    • https://www.beltz.de/fachmedien/paedagogik/zeitschriften/paedagogik/themenschwerpunkte/lernen_fuer_die_welt_von_morgen.html [15.06.22]
    • https://www.vodafone-stiftung.de/schule-und-dann/ [15.06.22]
  • IdeenExpo 2022: „Wir lassen es dieses Jahr richtig krachen“

    IdeenExpo 2022: „Wir lassen es dieses Jahr richtig krachen“

    Am 23. Mai 2022 fand eine Pressekonferenz zum Line Up der diesjährigen IdeenExpo im Maschsee-Restaurant „Pier 51“ statt. Der Aufsichtsratsvorsitzende der IdeenExpo, Dr. Volker Schmidt, verspricht für dieses Jahr ein noch vielfältigeres Programm: „Wir lassen es dieses Jahr richtig krachen – ein so großes Staraufgebot gab es bei der IdeenExpo noch nie.“ Auf der Pressekonferenz verriet er uns erstmals das genauere Bühnenprogramm für das nach Angaben der Initiatoren größte Jugendevent Europas.

    Vom 2. bis 10. Juli findet auf dem Messegelände in Hannover die IdeenExpo statt. Das Bühnenprogramm ist nun weitestgehend bekannt: Am Samstag, den 02. Juli, eröffnet die österreichische Newcomerin Mathea die Bühne, gefolgt vom Hamburger Solokünstler Jan Delay mit seiner Band Disko No. 1. Am zweiten Samstag, den 9. Juli, eröffnet die Hannoveranische Band Passepartout den Abend. Anschließend tritt der Headliner Casper auf. Außerdem sind weitere Influencer angekündigt: Laserluca, Rewinside, Alexibexi, Julesboringlife, Falco Punch, Jacob Beautemps und Klimaaktivistin Luisa Neubauer.

    Jacob Beautemps beim Experimentieren mit Volker Schmidt.

    Der Wissenschaftskünstler Jacob Beautemps (YouTube-Kanal „Breaking Lab“) moderiert in diesem Jahr erstmals die Show „Wissen Live“. Dabei betont Beautemps, dass das präsentierte Wissen unter dem Motto „Nachhaltigkeit – Mit Technik die Welt verbessern“ stehe. Per Live-Schalte ist seine Show außerdem zu Gast an einem spannenden Forschungsstandort irgendwo auf der Welt. Seinen Zugang zur Wissenschaft fand Beautemps nach eigenen Angaben durch den Wissenschaftsjournalisten und Autor Ranga Yogeshwar. Darüber hinaus sei er durch einen tollen Physiklehrer inspiriert worden. „Der hat in jeder Stunde eine kleine Show abgeliefert,“ so Beautemps. Ranga Yogeshwar moderiert in diesem Jahr das neue Format „Ranga trifft…“. Der Moderator trifft unter anderem Persönlichkeiten wie Klimaaktivistin Luisa Neubauer und die deutsche Astronautenkandidatin Insa Thiele-Eich und spricht mit ihnen über den Themenschwerpunkt Nachhaltigkeit und Technik.

    Es erwartet uns also ein bunter Mix aus bekannten Persönlichkeiten – mit dem Ziel, Jugendliche für Naturwisschenschaften und Technik zu begeistern. Übrigens: Am Freitag, den 8. Juli, treten weitere Künstler auf, deren Namen aber erst Anfang Juni bekannt gegeben werden.

  • KGS Neustadt erhält zehn hochwertige Fußbälle

    KGS Neustadt erhält zehn hochwertige Fußbälle

    Herr Giebel (re.) nimmt die Derbystar-Bälle für die KGS Neustadt entgegen.

    Am 27. April waren auf Einladung von Hannover 96 sieben Schulen aus der Region Hannover in die HDI Arena gekommen, um zehn hochwertige Fußbälle der Marke Derbystar für den Schulsport überreicht zu bekommen. Mit dabei war auch die KGS Neustadt. Die Bälle sind vom GVH gestiftet worden und kommen mit einem schicken 96-Logo daher. 96-Prokurist Christian Katz begrüßte die Gruppe: „Wir freuen uns, wenn wir gemeinsam mit unserem Partner GVH einen Beitrag dazu leisten können, den Kids mit den Bällen eine kleine Freude zu bereiten. Die 96-Partnerschulen sind für uns ganz wichtige Verbündete und wir freuen uns, dass Ihr zu Hannover 96 steht. Wir wünschen Euch viel Spaß mit den Fußbällen!“

    Ziel ist es, einen gemeinsamen Beitrag zu leisten, die Freude am Sport und an der Bewegung in der Nach-Corona-Zeit bei den Kindern und Jugendlichen wieder zu wecken und Bewegungsangebote zu schaffen. Insgesamt 2000 Fußbälle hat der GVH dafür zur Verfügung gestellt. Davon sind 1000 Fußbälle an die Vereine und 1000 Bälle an die Schulen in der Region gegangen. Hannover 96 hat die Verteilung der Bälle übernommen. Wir danken dem GVH für die großzügige Spende.

  • Die Redaktion wünscht ALLEN schöne und erholsame Osterferien!

    Die Redaktion wünscht ALLEN schöne und erholsame Osterferien!

    Er ist’s

    Frühling läßt sein blaues Band
    Wieder flattern durch die Lüfte;
    Süße, wohlbekannte Düfte
    Streifen ahnungsvoll das Land.
    Veilchen träumen schon,
    Wollen balde kommen.
    – Horch, von fern ein leiser Harfenton!
    Frühling, ja du bist’s!
    Dich hab‘ ich vernommen!

    (Entstanden 1829)

    Das Gedicht von Eduard Mörike (1804-1875) ist eines der bekanntesten Gedichte zur Frühlingszeit. Kaum einer von uns ist in der Schule an diesem Gedicht vorbeigekommen. Im Sinne Mörikes wünschen wir Euch erholsame Osterferien im Kreise Eurer Familie und Freunde.

    Bis bald und bleibt gesund!

    Eure Redaktion

    Gedicht zit. nach: https://www.deutschland-lese.de/index.php?article_id=557 [09.04.2020].

  • Karneval im Dunkeln

    Karneval im Dunkeln

    Am Montag, den 28.02.2022, hat die Klasse 5G3 in der zweiten großen Pause einen Karnevalsumzug im Zeichen der Solidarität für die Ukraine über den Schulhof der KGS veranstaltet. Viele weitere Schüler und Schülerinnen aus anderen Jahrgängen haben sich daran beteiligt. Sie zogen mit selbstgebastelten Plakaten über das Gelände der KGS.

     

     

    von Marie M., Emily T. und Hannah P.

  • Gendern an der KGS: Trotz Ausbaufähigkeit eine richtige Maßnahme?

    Gendern an der KGS: Trotz Ausbaufähigkeit eine richtige Maßnahme?

    Die Frage, ob an der KGS gegendert werden sollte oder nicht, wirft schnell eine große Diskussion auf. Es gibt geteilte Meinungen, ob es die Sprache nur unnötig komplizierter mache oder dringend umgesetzt werden müsse. Und auch wenn man definitiv noch Kritik an der gendergerechten Sprache, wie sie jetzt verbreitet ist, ausüben kann, wäre Gendern in der Schule ein Anfang, um inkludierender gegenüber anderen Geschlechtern, abgesehen von Männern, zu sein.

    Ein Kommentar von Nele Kilian

    Bevor man sich eine Meinung darüber bilden kann, ob gegendert werden sollte, muss man erstmal klarstellen, was „gendern“ überhaupt bedeutet und erreichen möchte. Als „gendern“ oder „gendergerechte Sprache“ bezeichnet man die Anpassung einiger Wörter, um alle Geschlechter einzubeziehen und sichtbar zu machen, da das vorherrschende Maskulinum bei Wörtern wie zum Beispiel „Schüler“ oder „Professor“ eben nur den männlichen Part der Gesellschaft repräsentiert und viele Menschen anderer Geschlechter, vor allem Frauen, sich von diesen Formen nicht angesprochen und sogar eher benachteiligt fühlen.

    Um dieses Problem zu lösen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die aktuell verbreitetste ist das „Gendersternchen“, hier wird ein Stern zwischen die maskuline und feminine Form gesetzt, also Schüler*innen. Der Stern soll die anderen Geschlechtsidentitäten, abgesehen von männlich und weiblich, symbolisieren, er wird, so wie alle anderen gender-Sonderzeichen, als eine kurze Sprechpause gelesen.

    Abgesehen vom Stern gibt es noch die Gender-Gap (Schüler_innen), das Binnen-I (SchülerInnen), substantivierende Partizipien (Studierende) oder den Doppelpunkt (Schüler:innen), dieser hat den Vorteil, dass er das einzige Sonderzeichen ist, bei welchem Computer beim Vorlesen von Texten die vorgesehene Sprechpause machen.

    Letztendlich versuchen diese verschiedenen Formen des Genderns aber alle dasselbe, und zwar die Sprache gerechter zu machen und jede Geschlechtsidentität zu repräsentieren. Da es allerdings so viele verschiedene Möglichkeiten der gendergerechten Sprache gibt, müsste man sich zuerst auf eine einheitliche Form einigen, bevor man das Gendern komplett einführen kann. Abgesehen davon, dass es noch keine kontinuierliche Form gibt, die verwendet wird, ist Gendern allerdings ein Versuch, um einen großen Teil der Gesellschaft besser und eingeschlossener fühlen zu lassen, denn nicht nur weibliche, sondern auch Menschen anderer Geschlechtsidentitäten, wie zum Beispiel nicht-binäre Personen, fühlen sich durch das vorherrschende Maskulinum nicht angesprochen. Und das ist eigentlich das größte Argument für das Gendern in der Schule, da sich viele Schüler*innen angesprochener fühlen, wenn sie E-Mails oder Elternbriefe lesen, in denen eine Form verwendet wird, die alle Geschlechtsidentitäten ansprechen möchte und dadurch merken, dass zumindest versucht wird, ALLE gleich zu behandeln.

    Zusammenfassend kann man sagen, dass Gendern noch weiter ausgebaut und zumindest eine einheitliche Form festgelegt werden müsste, bevor man es auf die Schule übertragen kann, aber dass es letztendlich eine gute Maßnahme wäre, um einigen Leuten ein besseres Gefühl zu geben. Natürlich kann man niemanden zwingen zu gendern, aber so lange es sich nur auf Schriftverkehr und offizielle Veranstaltungen bezieht, gibt es mehr positive als negative Faktoren für Schüler*innen der KGS und sollte deswegen ohne Probleme umgesetzt werden können.

  • Gendern: Wirklich JETZT?!

    Gendern: Wirklich JETZT?!

    Sie begegnet uns immer häufiger, die „Gendersprache“. Ob in der Zeitung, auf Social Media, oder sogar in der Tagesschau, überall wird wie verrückt gegendert. Auch in der KGS Neustadt? Wie sinnvoll ist das Gendern überhaupt und sollte die KGS auch davon Gebrauch machen?

    Ein Kommentar von Jesse H.

    Dass durchs Gendern die deutsche Sprache komplizierter wird, kann niemand abstreiten. Die direkte Folge davon ist aber, dass es für Menschen, die sich in Deutschland integrieren wollen, noch schwieriger wird als es ohnehin schon ist. Man schafft quasi eine neue Barriere und das kann man nicht anders bezeichnen als Diskriminierung. Und dies trifft nicht nur auf Menschen mit Migrationshintergrund zu, denn sogar in einem Land wie Deutschland können mehr als 12 Prozent aller Erwachsenen auch einfache Texte nicht richtig lesen und schreiben, wie der Rat für deutsche Rechtschreibung erklärt, welcher im Übrigen Gendersprache nicht empfiehlt. Man stelle sich vor, dass Menschen benachteiligt werden, weil sie nicht richtig gendern können. Damit muss man rechnen, wenn das Gendern allgemein vorgeschrieben wird, wie es die Stadt Hannover bezüglich des städtischen Schriftverkehrs im Jahre 2019 tat.

    Schon jetzt existieren die wildesten Gender-Variationen. Das Gendersternchen, das Gendergap oder der Genderdoppelpunkt sind nur einige von vielen Möglichkeiten. Wie sollte man nun das Gendern umsetzen, wolle man es allgemein einführen? Wirklich lächerlich wird es, wenn eine „Möchtegern- Revolutionärs-Sprachwissenschaftlerin“ den Vorschlag macht, das Wort „ens‘“ als geschlechtsneutrales Possessivpronomen einzuführen, wie es Lann Hornscheidt am 9. Juni 2021 in den Tagesthemen vorschlug. Hierdurch würde die Sprache nicht nur viel komplizierter, sondern auch unverständlich, da man nicht wüsste, ob es nun beispielsweise mein, dein oder sein Einkaufskorb ist.

    Selbstverständlich gibt es auch Menschen, die konstruktive Vorschläge machen und versuchen dieses Problem, welches sicherlich vorhanden ist, zu beheben, man muss aber auch irgendwann einen Schlussstrich ziehen, wenn man merkt, dass es diese eine tolle Lösung eben nicht gibt. Andernfalls macht man es nur schlimmer und Beiträge wie der obige entstehen. Die Lösung der Problematik liegt eben nicht darin die Sprache zu ändern, sondern darin, dass man das Verständnis ändert. Wenn man sich unter einer Gruppe von Balletttänzern die gleichen Personen wie bei einer Gruppe von Fußballern vorstellt, dann gibt es kein Problem. Wenn man nach der festgelegten Grammatik geht, dann meint beispielsweise das Wort Schüler im Plural genauso Schülerinnen wie Schüler und alles, was dazwischen liegt. Wenn sich eben nicht die Sprache, sondern das Verständnis ändert, dann kann man problemlos gendergerecht reden und schreiben, was man eigentlich sowieso ganz ohne das Gendern tut, dann würde sich aber niemand beschweren.

    Das Thema Gendern sollte in Zukunft also nicht mehr Inhalt von öffentlichen Debatten sein, wirklich nicht JETZT, wirklich nicht im Jahre 2022, wirklich nicht in einem Jahr, in dem die ganze Welt mit einer Pandemie und den Folgen dieser zu kämpfen hat. Wie wärs denn mal damit, mehr darüber zu reden, wie man Impfstoff in die armen Länder bekommt? Oder wie man Menschen in Afghanistan helfen kann, ohne die Taliban zu stärken? Oder wie man die innerdeutsche Sicherheit und die Demokratie an sich, angesichts zunehmend immer gewaltbereiterer Querdenkern, sichert? Oder wie man effektiv die Gleichberechtigung und Vielfalt unserer Gesellschaft stärkt?

    Das Thema Gendern kann man abhaken, da es schlicht und ergreifend sinnlos ist, die Sprache zu ändern, um der Gleichberechtigung zuzusteuern. Abschließend ist es wichtig zu erwähnen, dass Gleichberechtigung und Vielfalt essenziell für unsere Gesellschaft ist, dass Gendern aber keine sinnvolle Maßnahme ist, um diese Ziele zu erreichen. Es gibt wesentlich effektivere Maßnahmen, wie zum Beispiel Geschlechterklischees abzubauen, die Kinderbetreuung auszubauen oder Frauenquoten einzuführen. Letztendlich kann jeder, der gerne gendern möchte, dies machen und tut das auch sicherlich mit den besten Absichten. In offiziellen Einrichtungen, auch in der Zeitung oder eben in Briefen der KGS sollte man davon aber absehen, da beim Gendern eben nicht der Nutzen, sondern die daraus resultierenden neuen Probleme überwiegen.

  • Warum Gendern der richtige Weg zur Gleichberechtigung ist

    Warum Gendern der richtige Weg zur Gleichberechtigung ist

    Ich bin der Auffassung, dass an der KGS die gendergerechte Sprache angewendet werden sollte, auch wenn es im Allgemeinen sehr schwer ist diese durchzusetzen. Warum ich dieser Meinung bin, werde ich in den nächsten Zeilen erläutern. Aber zunächst möchte ich, dass verstanden wird, warum viele Menschen der Ansicht sind, die Sprache gendergerecht gestalten zu müssen.

    Ein Kommentar von Milla Delaminsky

    „Gender“ (= Geschlecht) meint in diesem Kontext nicht nur das biologische Geschlecht „weiblich“ und „männlich“, sondern auch das soziale Geschlecht, mit dem sich ein Individuum identifiziert. Eine biologische weibliche Person kann sich also trotz ihres biologischen Geschlechtes als „männlich“ identifizieren. Genauso wie eine weibliche Person sich auch als „nicht binär“ identifizieren kann, das heißt, dass soziale Geschlecht befindet sich weder im Spektrum „männlich“, noch im Spektrum „weiblich“, sondern zwischen diesen beiden. Die Gendersprache soll daher alle Geschlechter miteinschließen und ansprechen, die nicht männlich sind.

    Die ersten Diskussionen zur gendergerechten Sprache kamen durch die Feminist/innen*-Bewegung in den 1960er-Jahren auf, um Frauen in der Sprache sichtbar zu machen. Sie nutzten anfangs den Schrägstrich. Aus ,,Handwerker‘‘ wurde ,,Handwerker/innen‘‘, da das generische Maskulinum nicht mehr akzeptiert wurde. In den letzten Jahrzehnten kamen immer mehr Schreibweisen hinzu. Das Binnen-I, der Doppelpunkt und das Gendersternchen. Das Gendersternchen wird aktuell am häufigsten genutzt. Es soll alle Menschen ansprechen, die sich nicht in dem Spektrum der beiden Geschlechter „weiblich“ und „männlich“ befinden.

    Ich bin der Meinung, dass sich die Sprache durch das Gendern ins Positive verändert und wir dadurch ein großes Stück der Gleichberechtigung gewinnen. Die Sprache bildet Realität ab. Es gibt viele Geschlechter und alle sollten gleichberechtigt sein, deswegen ist es so wichtig, dass wir die Realität auf die Sprache übertragen. Durch unsere patriarchalische Gesellschaft wurden Frauen seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar seit Jahrtausenden, systematisch unterdrückt und ihnen wurde in der Vergangenheit kein einziges Recht auf Selbstbestimmung gewährt. Diese Unterdrückung hallt bis in dieses Jahrhundert immer noch nach und wenn man bedenkt, dass das Grundrecht zu wählen noch nicht vor allzu langer Zeit nur für Männer galt, wird für viele Frauen sowie auch für mich das Thema Gendern auch zu einem sehr emotionalen Anliegen.

    In unserer heutigen Gesellschaft sind Frauen immer noch im Nachteil, egal ob es das Gender Pay Gab (= geschlechtsspezifische Lohnlücke, also der Unterschied zwischen dem Lohn von Frauen und Männern) ist oder nicht-Geschlechter-spezifische Medizin. Es gibt noch viele Baustellen bis hin zum Weg in eine Welt, in der Männer und Frauen gleichgestellt sind und es keine Diskriminierung mehr gibt – und eine Baustelle, mag es für viele auch eine kleine sein, ist das Gendern.