Berufsorientierung

Betriebserkundung bei der Firma Wesselmann & Schröder GmbH, Lastrup

Inhaltsverzeichnis

2. Schulstruktur

3. Rechtliche Grundlagen der Berufsorientierung und des Unterrichtsfaches Wirtschaft

4. Ziele der Berufsorientierung an der OBS Lastrup

5. Umsetzung der berufsorientierenden Maßnahmen

5.1 Übersicht der berufsorientierenden Maßnahmen mit Stundenverteilung

5.1.1         Betriebspraktika

5.1.2         Zusätzliche Betriebspraktika außerhalb der Praktikumszeiten

5.1.3         Langzeitpraktika in Kooperation mit dem „Sozialen Briefkasten“ Löningen

5.1.4         Berufspraktische Stunden

5.1.5         Zukunftstag für Mädchen und Jungen

5.1.6         Berufswahlbörse der OBS Lastrup

5.1.7         Betriebserkundungen

5.1.8         Berufsorientierungsmodule an den Berufsbildenden Schulen

5.1.9         Bewerbungstraining

5.1.10      Berufsfindungsmessen

5.1.11 Kompetenzfeststellungsverfahren

5.1.12 Besuch des Berufsinformationszentrums (BIZ) in Vechta

5.2 Möglichkeiten zum Erwerb beruflicher Kompetenzen in der Stundentafel

5.2.1      Schuleigener Kiosk / Schülerfirma

5.2.2         PC Kurse – Prepared4Future

5.2.3         Kochen für Kids

5.2.4         Schülerzeitung

5.2.5         Schülerpaten

5.2.6         Jung trifft alt

5.2.7         PC Tastschreiben

5.2.8         PC Office

5.2.9         Babysitterkurs

5.2.10    WPK: Informatik / Gestaltendes Werken / Textiles Gestalten / Hauswirtschaft

5.2.11     Profile Technik / Gesundheit und Soziales / Wirtschaft / Französisch

5.2.12      AG „Werken – Miniaturwelten“ / Arbeiten mit Ton

5.3 Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler mit spezifischen, individuellen Bedarf

5.4 Evaluation der Maßnahmen zur Berufswahl

5.4.1 Berufswahlpass

6. Fächerübergreifendes Lernen

7. Partner zur Umsetzung der Berufsorientierung

7.1 Eltern

7.2 Berufsberatung der Arbeitsagentur

7.3 Weitere Partner im Berufswahlprozess

8. Schlussbemerkung

Werkstatttage im Haus des Handwerks

1. Ausgangslage

Die Corona-Krise stellt unsere Schule, wie auch alle anderen Schulen in Deutschland, vor besondere Herausforderungen. Davon ist natürlich auch die Berufsorientierung mit ihren Maßnahmen betroffen. Unser aktuelles Berufsorientierungskonzept stellt den Idealverlauf unserer Berufsorientierung im laufenden Schuljahr dar. Es gilt diese den aktuellen Gegebenheiten anzupassen.

Immer mehr Jugendliche haben Schwierigkeiten, ihren Berufseinstieg zu bewältigen. Bei vielen zeigt sich eine große Orientierungs- und Hilflosigkeit, wenn es darum geht, den Berufseinstieg konkret anzugehen. Kommen z. T. persönliche Schwierigkeiten oder erste Misserfolge bei der Ausbildungsplatzsuche hinzu, finden viele junge Menschen keine konkreten Ansatzpunkte für ihr weiteres Vorgehen und beginnen frühzeitig zu resignieren.

Potenzielle Ausbildungsbetriebe beklagen in diesem Zusammenhang das Fehlen von so genannten Schlüsselqualifikationen wie Ausdauer, Engagement und Selbstständigkeit unter den Jugendlichen als Voraussetzung dafür, eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen.

Die Erziehungsberechtigten sind aufgrund der immer rasanter entwickelnden Anforderungen in der Arbeitswelt und der zunehmenden Komplexität des Themas oftmals überfordert. Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass bei einem Anteil der Jugendlichen das Unterstützungsangebot im Elternhaus fehlt.

Besonders junge Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler bzw. Migrantinnen und Migranten haben zu geringe Kenntnisse in Bezug auf das Berufswahlspektrum und die Anforderungen der Berufsbilder sowie des Ausbildungsmarktes. Erschwerend kommt oftmals auch noch eine unrealistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten hinzu.

Für eine selbstbestimmte und bewusste Berufswahl ist aber neben der Kenntnis der aktuellen Berufsbilder auch das Kennenlernen und Wahrnehmen der eigenen Wünsche, Stärken und Möglichkeiten ungemein wichtig.

Damit die Jugendlichen den Weg zur richtigen Berufsentscheidung einschlagen können, soll ihnen durch Maßnahmen zur Berufsorientierung ein möglichst früher Kontakt mit der Arbeitswelt und ihren Anforderungen angeboten werden.

2. Schulstruktur

Zurzeit besuchen 220 Schülerinnen und Schüler in zweizügigen Jahrgängen die Oberschule Lastrup.  

Das System Haupt- und Realschule wurde ab dem Schuljahr 2012/2013 sukzessiv in die Organisationsform Oberschule übergeleitet.

3. Rechtliche Grundlagen der Berufsorientierung und des Unterrichtsfaches Wirtschaft

Zum einen dient als rechtliche Grundlage das Kerncurriculum für das Fach Wirtschaft an Oberschulen, in dem es heißt: „Das Fach Wirtschaft in der Oberschule leistet in besonderer Weise einen Beitrag zur beruflichen Orientierung der Schülerinnen und Schüler, indem hier der konkrete Einblick in die Berufswelt ermöglicht und ein direkter Bezug zur Ausbildungssituation in der Region hergestellt wird.“ (Kerncurriculum S.6, Bildungsbeitrag des Faches Wirtschaft)

Die verschiedenen Kompetenzbereiche sind zudem „… für die persönliche Bildung und für die weitere schulische und berufliche Ausbildung von Bedeutung und ermöglichen anschlussfähiges Lernen.“ (Kerncurriculum S.7, Kompetenzorientierter Unterricht)

Zum anderen beziehen wir uns auf den Erlass der Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen vom 01.12.2011, in dem es heißt: „Allgemein bildende Schulen haben die Aufgabe, Schülerinnen und Schüler zur Aufnahme einer Berufstätigkeit zu befähigen und sie auf eine gegründete Berufswahlentscheidung vorzubereiten. (…) Die einzelnen Schulformen führen berufsorientierende und berufsbildende Maßnahmen auf der Grundlage der schulformspezifischen Zielsetzungen durch und berücksichtigen regionale Gegebenheiten. Sie arbeiten dabei entsprechend den schulformbezogenen Erfordernissen mit Betrieben, berufsbildenden Schulen, der Berufsberatung der Arbeitsagenturen, Kammern, Wirtschaftsverbänden und anderen geeigneten Einrichtungen zusammen.“ (Kerncurriculum S.1, 1. Allgemeines)

Bei der Zielsetzung der Oberschule heißt es im Erlass: „Die Oberschule bietet einen berufspraktischen Schwerpunkt mit Maßnahmen zur Berufsorientierung und Berufsbildung mit Kooperationspartnern wie berufsbildende Schulen, der Berufsberatung der Arbeitsagentur, den Kammern, insbesondere ausbildenden Betrieben und anderen Einrichtungen…. .“ (Kerncurriculum S. 3, 2.3 Oberschule)

4. Ziele der Berufsorientierung an der OBS Lastrup

Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, mehr Eigeninitiative und Sicherheit im Umgang mit der Berufsplanung zu erlangen. Die intensive Berufsvorbereitung und -orientierung soll zu einem erfolgreichen Ausbildungseinstieg und Verlauf beitragen und möglichen Ausbildungsabbrüchen präventiv entgegenwirken.

Des Weiteren sollen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, ihre individuellen Fähigkeiten, Vorlieben, Stärken aber auch Schwächen herauszufinden, um eine Verbesserung des Entscheidungsverhaltens hinsichtlich der Berufswahl zu erreichen. Die Ermittlung eines entsprechenden Teilnehmerprofils (Potentialanalyse (https://www.berufsorientierungsprogramm.de/de/allgemeine-informationen-1705.html) in Kooperation mit dem Haus des Handwerks) wird den konkreten Anforderungen passender Berufsbilder gegenübergestellt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch ein Aufzeigen und Einbeziehen von beruflichen Alternativen.

Ziel ist weiterhin, das häufig eingeschränkte Berufswahlspektrum der Jugendlichen (typisch „weibliche und männliche Berufe“) deutlich zu erweitern sowie berufs-/ betriebskundige Erfahrungen zu sammeln. Dazu werden auch die Möglichkeiten der weitergehenden Schulen und alternative Wege der beruflichen Lebensplanung aufgezeigt, dieses auch unter Einbezug der Erziehungsberechtigten.

Ein weiterer Aspekt der Berufsorientierungsmaßnahmen ist, den Jugendlichen Möglichkeiten zu geben, ortsansässige Betriebe kennen zu lernen. Hierbei sollen die Jugendlichen mittels Interessenerkundungen, aber auch durch gezielte Internetrecherche, Informationen über die Anforderungen sowie über die Rahmenbedingungen von Ausbildungsberufen und Berufsfeldern sammeln und auswerten. Zudem sollen bestehende Vorurteile gegenüber bestimmten Berufsbildern entgegengewirkt werden.

Betriebserkundung bei der Firma Werner Schulte GmbH & Co. KG, Lastrup

5. Umsetzung der berufsorientierenden Maßnahmen

„Berufsorientierende Maßnahmen werden als Praxistage zur beruflichen Orientierung und beruflichen Bildung durchgeführt. Sie tragen zu einer Verzahnung des Fachunterrichts mit dem praktischen Lernen bei.“ (Erlass zur Berufsorientierung , S. 5 Abs. 4)

5.1 Übersicht der berufsorientierenden Maßnahmen mit Stundenverteilung

5.1.1 Betriebspraktika

Betriebspraktika dienen dazu, die Schülerinnen und Schüler auf „(…) eine berufliche Tätigkeit vorzubereiten, ihnen Kenntnisse über einzelne Berufe oder Berufsgruppen zu vermitteln, ihre Neigungen zu erkennen und Fähigkeiten zu entwickeln.“ (Erlass zur Berufsorientierung, S. 4 Abs. 3.1)

Alle Schülerinnen und Schüler absolvieren mehrere Praktika, die mit den Fachlehrkräften vor- und nachbereitet werden. Außerdem werden die Schülerinnen und Schüler während des Praktikums mehrmals von der Fachlehrkraft besucht, die sich zum einen ein Bild über die Praktikantin bzw. den Praktikanten im Betrieb macht und zum anderen als Ansprechpartnerin für die Praktikantin bzw. den Praktikanten aber auch für den Betrieb fungiert. 

Die Schülerinnen und Schüler absolvieren die Praktika wie folgt:

Jahrgang 8               Werkstatttage im Haus des Handwerks oder 10 Tage vor den Osterferien

Jahrgang 9               10 Tage vor den Herbstferien

Jahrgang 10             5 Tage vor den Herbstferien

5.1.2 Zusätzliche Betriebspraktika außerhalb der Praktikumszeiten

Die Oberschule Lastrup bietet Schülerinnen und Schülern (Jahrgang 8 – 10), insbesondere denen, die nach Deutschland geflohen sind, nach Bedarf die Möglichkeit, auch außerhalb der regulären Praktikumszeiten, Praktika zu absolvieren. Durch die zusätzlichen Zeiten haben sie eine größere Chance, noch mehr das bisher unbekannte Berufsleben in dem für sie fremden Land Deutschland kennenzulernen. Hierbei werden Sie von Lehrkräften begleitet und betreut. Ferner ist das Ziel, den Schülerinnen und Schülern eine berufliche Perspektive zu schaffen.    

5.1.3 Langzeitpraktika in Kooperation mit dem „Sozialen Briefkasten“ Löningen

Nach § 69 Abs. 3 NSchG können Jugendliche, die nicht in einem Berufsausbildungsverhältnis stehen und aufgrund kognitiver und/ oder sozialer Beeinträchtigungen auf sozialpädagogische Hilfe angewiesen sind, ihre Schulpflicht durch den Besuch einer Jugendwerkstatt oder einer anderen Einrichtung erfüllen, die auf eine Berufsausbildung oder eine berufliche Tätigkeit vorbereitet. Diese individuelle Förderung erfolgt auf der Grundlage eines einzelfallbezogenen Förderplans, der gemeinsam mit allen Beteiligten (Schule, Soz. Briefkasten, Eltern, Schülerin bzw. Schüler) entwickelt wird. Die Oberschule kooperiert seit 2015 mit dem „Sozialen Briefkasten“ Löningen.

5.1.4 Berufspraktische Stunden

Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10, die in den Fächern Mathematik und Deutsch am G-Kurs teilnehmen, absolvieren ihre laut Stundentafel zusätzliche fünfte Stunde in diesen Fächern im Ganztagskurs „Individuelle Lernzeit“ am Nachmittag. In den dadurch geschaffenen zeitlichen Ressourcen (zwei Unterrichtsstunden) am Vormittag, nehmen sie an einem zweiten Wahlpflichtkurs teil, der der Wahl ihres individuellen berufspraktischen Schwerpunktes entspricht. Statt der Teilnahme am Wahlpflichtkurs, haben die Schülerinnen und Schüler während dieser Zeit die Möglichkeit, berufspraktische Stunden in einem Betrieb zu absolvieren. Die berufspraktischen Stunden sollen in dem Unternehmen mindestens ein Halbjahr absolviert werden. Anschließend können andere Betriebe besucht werden. Die Schülerinnen und Schüler erhalten somit nicht nur einen punktuellen Einblick, sondern haben durch den langen Zeitraum die Möglichkeit, die vielen Facetten des Berufes / Betriebes kennenzulernen.

Durch die Teilnahme am zusätzlichen Wahlpflichtkurs oder an den Berufspraktischen Stunden wird die Anzahl der Tage, die die Schülerinnen und Schüler mit berufspraktischen Schwerpunkt für berufsorientierende Maßnahmen laut Erlass zur Berufsorientierung leisten sollen, erfüllt.

5.1.5 Zukunftstag für Mädchen und Jungen

Im Rahmen des bundesweiten Aktionsprogramms wird jährlich der Zukunftstag für die Jahrgänge 5 und 6 durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler können Angebote von Betrieben und Institutionen wahrnehmen oder Mitglieder ihrer Familie oder ihres Bekanntenkreises an deren Arbeitsplatz begleiten. Die Schülerinnen und Schüler sollen Einblicke in verschiedene Berufe bekommen, „…die geeignet sind, das traditionelle, geschlechtsspezifisch geprägte Spektrum möglicher Berufe für Mädchen und Jungen zu erweitern.“

Bis 2008 führte die Haupt- und Realschule Lastrup die Zukunftstage in der üblichen Form durch. Aufgrund der Anregung der Fachkonferenz Wirtschaft änderte die Schule ab 2009 den Ablauf dieses Tages. Nur die Klassen 5 und 6 nehmen an der bisherigen Form des Zukunftstages teil.

Für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 findet am Zukunftstag eine Betriebserkundung im Betrieb „Fördertechnik Thiel“ in Bunnen statt. Der Zukunftstag und die Betriebserkundung werden im Wirtschaftsunterricht vor- und nachbereitet. Dazu gehören sowohl organisatorische Maßnahmen, methodische Vorbereitung als auch die Ergebnissicherung.

Die Teilnahme am Zukunftstag für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 ist grundsätzlich möglich.

5.1.6 Berufswahlbörse der OBS Lastrup

Die Oberschule Lastrup hat sich 2015 mit dem „Löninger Netzwerk“ zusammengeschlossen und nimmt im Wechsel mit den Standorten Löningen, Lindern, Essen (Oldb.) und Lastrup an der regionalen Berufswahlbörse teil, wobei die Oberschule selbst Ausrichter ist, sofern sie in Lastrup stattfindet.

Die Veranstaltung soll den Schülerinnen und Schülern der Abschluss- und Vorabschlussklassen die Möglichkeit geben, mit Vertreterinnen und Vertretern von Betrieben Fragen zur Ausbildung und Berufswahl zu besprechen und eventuell erste Kontakte für Praktikum und Ausbildung zu knüpfen.

Es nehmen sowohl Vertreterinnen und Vertreter des Handwerks, des sozialen Bereichs, der Landwirtschaft als auch der Verwaltung an der Veranstaltung teil. Ergänzt wird das Angebot durch die Agentur für Arbeit und durch das „Zentrum für Nachwuchsgewinnung“ der Bundeswehr.

Für die Schülerinnen und Schüler ist die Teilnahme verpflichtend. Großer Wert wird auf die Beteiligung der Eltern gelegt. Von der Schule wird erwartet, dass mindestens ein Elternteil anwesend ist. Organisiert wird die Berufswahlbörse in Lastrup vom Fachbereich Wirtschaft in Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern des Löninger Netzwerkes.

5.1.7 Betriebserkundungen

Klasse 6:       Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebes in Zusammenarbeit mit „LaUB e. V.“

Klasse 7:       Fördertechnik Thiel in Bunnen

Klasse 8:       Wernsing Feinkost, Addrup / Wurstwaren Schulte, Lastrup

Klasse 9:       Schnefrost, Löningen

Klasse 10:     Grimme, Damme / Derby Cycle, Cloppenburg

5.1.8 Berufsorientierungsmodule an den Berufsbildenden Schulen

Im Erlass zur Berufsorientierung heißt es: „Die Zusammenarbeit kann beispielsweise durch Informationstage an berufsbildenden Schulen, gemeinsame Dienstbesprechungen von Lehrkräften, gemeinsame Projekte, bis hin zu Fachpraxis- und Fachtheorieunterricht an der berufsbildenden Schule erfolgen. Das Kennenlernen von Fachrichtungen sowie Fachpraxisunterricht kann an einzelnen Tagen oder als Block durchgeführt werden.“ (Erlass zur Berufsorientierung, S. 4 Abs. 3.2)

Die OBS arbeitet mit den berufsbildenden Schulen in Cloppenburg zusammen. Zu Beginn des Schuljahres stellen diese sich in einer abendlichen Veranstaltung den Erziehungsberechtigten, Schülerinnen und Schülern vor und erläutern die schulischen Möglichkeiten nach dem Verlassen der Oberschule.

Zudem führt die OBS Lastrup in Kooperation mit den berufsbildenden Schulen Fachpraxistage im Jahrgang 9 durch. Die Schülerinnen und Schüler sind an 5 bis 6 Montagen in einem von ihnen gewählten Fachbereich tätig, um diesen näher kennen zu lernen.

5.1.9 Bewerbungstraining

In den Abschlussklassen wird im November bzw. Dezember ein Bewerbungstraining der „Agentur für Arbeit“ durchgeführt. Während eines vierstündigen Trainings werden Vorstellungsgespräche und Telefongespräche simuliert, die perfekte Bewerbung in Kleingruppen erarbeitet und eine Schulung in Benimmregeln durchgeführt.

5.1.10         Berufsfindungsmessen

– Besuch der regionalen Jobmessen in Cloppenburg bzw. Vechta

– Besuch der Pflegemesse im Christlichen Krankenhaus Quakenbrück

– Berufswahlbörse Altes Amt Löningen

5.1.11 Kompetenzfeststellungsverfahren

Im Erlass zur Berufsorientierung ist vermerkt: „Zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler für eine zielgerichtete individuelle Entwicklung und Berufsorientierung wird ein Kompetenzsfeststellungsverfahren durchgeführt. Es dient der Ermittlung der persönlichen Stärken und Entwicklungspotentialen von Jugendlichen… .“ (Erlass zur Berufsorientierung, S.5 Abs. 4.1). Bei der Potentialanalyse handelt es sich um die „Best Practice“ Analyse aus dem „BerufsOrientierungsProgramm“ für die Schülerinnen und Schüler.

Im Jahrgang 8 führt das Haus des Handwerks Cloppenburg mit den Schülerinnen und Schülern eine Potentialanalyse über drei Tage durch. Nach dieser Potentialanalyse nehmen alle Schülerinnen und Schüler an den sogenannten Werkstatttagen der Kreishandwerkerschaft über zehn Tage teil.

Abschließend wird ein 30-minütiges Gespräch mit der Schülerin bzw. dem Schüler, den Eltern und der Fachlehrkraft auf der Basis eines individuellen Auswertungsberichtes seitens des Haus des Handwerks geführt. Die Ergebnisse werden der Schülerin bzw. dem Schüler im Anschluss ausgehändigt und im Berufswahlpass abgelegt.

Kompetenzfeststellungsverfahren im Haus des Handwerks, Cloppenburg

5.1.12         Besuch des Berufsinformationszentrums (BIZ) in Vechta

Der Besuch des BIZ bietet Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 8 die Möglichkeit, sich einen Überblick über die Ausbildungsberufe zu verschaffen. Hierbei werden sie in einem dreistündigen Seminar von unserer Berufsberatung unterstützt. Des Weiteren sollen die Schülerinnen und Schüler das BIZ als weiteres Angebot zur Berufsfindung kennenlernen.

5.2 Möglichkeiten zum Erwerb beruflicher Kompetenzen in der Stundentafel

Die Oberschule Lastrup bietet ihren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, in bestimmten Jahrgängen spezielle berufliche Kompetenzen im Bereich der Regelunterrichtsversorgung zu erwerben. 

–           Jahrgang 7 – 10      Schuleigener Kiosk / Schülerfirma

–           Jahrgang 9 & 10      Erwerb des Europäischen Computerführerscheins  

                                               „Prepared4Future“

–           Jahrgang 6 & 7        AG Kochen für Kids          

–           Jahrgang 7 – 10      AG Schülerzeitung

–           Jahrgang 9 & 10      Berufspraktische Stunden

–           Jahrgang 8 – 10      AG „Jung trifft alt“

–           Jahrgang 5               PC-Tastenschreiben         

–           Jahrgang 6               PC-Office

–           Jahrgang 6               AG Babysitterkurs

–           Jahrgang 6 – 10      WPK: Informatik / Gestaltendes Werken / Textiles Gestal-

tendes / Hauswirtschaft

–           Jahrgang 9 – 10      Profile Technik / Gesundheit und Soziales / Wirtschaft /

Französisch

–           Jahrgang 6 – 9        AG „Werken – Miniaturwelten“ / Arbeiten mit Ton

–           Jahrgang 10             Schülerpaten

5.2.1 Schuleigener Kiosk / Schülerfirma 

Seit 1999 existiert an der Oberschule Lastrup ein Schulkiosk. Dieser bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, einen Betriebsablauf kennen zu lernen. Hierbei werden Aufgaben wie die Warenbeschaffung bis hin zum Verkauf von Produkten von den Schülerinnen und Schülern übernommen. Unterstützt werden sie dabei von Lehrkräften. Von dem erwirtschafteten Gewinn werden Anschaffungen zum Wohle der Schülerschaft getätigt, welches eine Identifikation mit der eigenen Leistung schafft.

5.2.2 PC Kurse – Prepared4Future

Der Umgang mit dem PC, insbesondere der sichere Umgang mit den Office-Programmen, ist für Unternehmen ein wichtiger Faktor bei der Auswahl ihrer Auszubildenden. Die Oberschule Lastrup gibt den Schülerinnen und Schülern mit dem Kurs Prepared4Future die Möglichkeit, den Europäischen Computerführerschein, der die PC-Kompetenzen attestiert, zu erwerben. Die Module sind im Ganztagsbereich angesiedelt und können ab der 9. Klasse besucht werden.

5.2.3 Kochen für Kids

Der Kurs, der in der Ganztagsschule angeboten wird, bringt den Schülerinnen und Schülern den Bereich Gastronomie näher. Sie lernen hierbei das Einkaufen von Waren, die Zubereitung von Speisen und die betrieblichen Abläufe in einer Großküche.

Ganztagskurs „Kochen für Kids“

5.2.4 Schülerzeitung

Im Ganztagskurs „Schülerzeitung“ gestalten Schülerinnen und Schüler eine Zeitung. Hierbei lernen sie z. B. anhand von Recherchetätigkeiten, eigene Texte zu verfassen. Des Weiteren lernen sie, ansprechende Layouts zu erstellen. Die Zeitung wird dann an die Schülerschaft der OBS verkauft.

5.2.5 Schülerpaten

Um den neuen Fünftklässlern das Ankommen an der neuen Schule zu erleichtern, übernehmen Zehntklässler Patenschaften über die neuen Fünftklässler. Sie werden somit Ansprechpartner und Unterstützer bei Fragen und Problemen im Schulalltag und helfen, wenn an der ein oder anderen Stelle der Schuh drückt. Außerdem führen die Schülerpaten mit ihren Fünftklässlern ca. einmal im Monat eine eigenverantwortlich vorbereitete Gruppenstunde durch, in der zum Beispiel gespielt, gekocht wird oder Probleme angesprochen werden. Des Weiteren begleiten die Schülerpaten ihre Gruppe zum Mittagessen und bei schulgemeinschaftlichen Aktivitäten und Veranstaltungen. Für die Arbeit als Schülerpate werden die Schülerinnen und Schüler zum Jugendleiter ausgebildet. Die Ausbildung wird von der KLJB im Landesverband Oldenburg als Blockveranstaltung innerhalb einer Woche auf dem Jugendhof in Vechta durchgeführt. Die Ausbildung schließt mit dem Erwerb der Jugendleitercard (JuLeiCa) ab.

5.2.6 Jung trifft alt

In der AG „Jung trifft alt“ besuchen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8 bis 10 das Alten- und Pflegeheim sowie das Psychiatrische Pflegeheim des St.-Elisabeth-Stifts in Lastrup. Hierbei lernen sie die Arbeit in verschiedenen Bereichen kennen. Dazu zählen die Altenpflege, die Betreuung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen sowie die Arbeits- und Beschäftigungstherapie.

5.2.7 PC Tastschreiben

Die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5 lernen in diesem Kurs das PC-Tastenschreiben. Das Tastenschreiben ist die Grundlage für die Arbeit mit dem Computer, der in nahezu allen Berufen Verwendung findet.

5.2.8 PC Office

Hier lernen die Schülerinnen und Schüler die ersten Grundlagen in den MS-Office Programmen „Word“ und „Power Point“, die in vielen Betrieben verwendet werden.

5.2.9 Babysitterkurs

Im Babysitterkurs lernen die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 6 Grundlagen im Umgang mit Babys und Kleinkindern. Am Ende des Kurses erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Zertifikat, welches sie bei möglichen Babysitter-Jobs als Nachweis vorlegen können. Der Kurs wird vom Deutschen Roten Kreuz durchgeführt.

5.2.10 WPK: Informatik / Gestaltendes Werken / Textiles Gestalten / Hauswirtschaft

Zu Beginn des Schuljahres müssen die Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Jahrgängen einen bzw. zwei angebotene Wahlpflichtkurse (WPK) wählen. In den Kursen sollen die Schülerinnen und Schüler ihre bisher vorhandenen Neigungen und Fähigkeiten vertiefen und ausbauen. Es soll aber auch neues Interesse geweckt werden.

5.2.11 Profile Technik / Gesundheit und Soziales / Wirtschaft / Französisch

Durch die Wahl der Profile können Schülerinnen und Schüler Schwerpunkte in ihren eigenen Berufswahlprozessen setzen. Hierbei stehen natürlich die Interessen, Neigungen und Fähigkeiten im Vordergrund. Durch die Möglichkeit eines Wechsels des Profils nach dem 1. Halbjahr der Klasse 9 haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihren Schwerpunkt im Berufswahlprozess zu ändern bzw. anzupassen.

5.2.12 AG „Werken – Miniaturwelten“ / Arbeiten mit Ton

In den AGs der Ganztagsschule „Werken – Miniaturwelten“ und „Arbeiten mit Ton“ setzen die Schülerinnen und Schüler Projekte im Bereich der Holzarbeit bzw. Tonarbeit um. Hierbei lernen sie außerhalb vom schulischen Werkunterricht wichtige Dinge in der Bearbeitung der Werkstoffe Holz und Ton.

Ganztagskurs „Miniaturwelten“

5.3 Berufsorientierung für Schülerinnen und Schüler mit spezifischen, individuellen Bedarf

Eine Schülerschaft ist keine homogene Lerngruppe. Jede Schülerin und jeder Schüler hat unterschiedliche Neigungen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen. Hinzu kommen auch unterschiedlichen Entwicklungsstufen, in denen sich die Schülerinnen und Schüler befinden. Hierbei ist es unsere Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler dort abzuholen, wo sie stehen. Folgende Maßnahmen finden statt, um Schülerinnen und Schülern mit höherem Unterstützungsbedarf eine Perspektive zu ermöglichen.

5.4 Evaluation der Maßnahmen zur Berufswahl

Alle Maßnahmen, die der Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler dienen, werden mithilfe eines Evaluationsbogens ausgewertet. Dieser wird nach jeder Berufsorientierungsmaßnahme an die Schülerinnen und Schüler verteilt. Anhand des Bogens haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich noch einmal mit der Maßnahme auseinanderzusetzen. Gleichzeitig können sie diese bewerten, so dass eine Weiterentwicklung der Berufsorientierungsmaßnahmen stattfinden kann. Die Evaluationsbögen werden vom Fachbereich Wirtschaft ausgewertet.  

5.4.1 Berufswahlpass

Im Rahmen der Berufsorientierung hat sich der Berufswahlpass als sinnvolles Werkzeug für die Schülerinnen und Schüler an der Oberschule Lastrup etabliert. Hierbei handelt es sich um einen Ordner, der alle Maßnahmen zur Berufsorientierung, an denen die Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben, dokumentiert.

Die Schülerinnen und Schüler beginnen ab dem fünften Schuljahr mit dem Führen des Berufswahlpasses. Wenn die Schülerinnen und Schüler frühzeitig lernen, mit diesem Instrument zu arbeiten, werden sie die Berufswahl als Prozess verstehen, der sich über mehrere Jahre hinzieht. Außerdem leitet er die Schülerinnen und Schüler zum selbstständigen Arbeiten an.

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit verlangt bei allen Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern die Vorlage des Berufswahlpasses, um sich einen Überblick über den Stand im Orientierungsprozess zu verschaffen.

6. Fächerübergreifendes Lernen

Federführend für die Berufsorientierung an der Oberschule Lastrup ist das Fach Wirtschaft, welches unter anderem eine vernetzende Funktion mit den weiteren Unterrichtsfächern hat. Alle berufsorientierenden Maßnahmen sind mit den schuleigenen Arbeitsplänen der einzelnen Fächer verknüpft.

7. Partner zur Umsetzung der Berufsorientierung

7.1 Eltern

Ein wichtiger Faktor bei der Umsetzung von Schule in den Beruf sind die Eltern der Schülerinnen und Schüler. Die Aufgabe der Oberschule ist es, die Eltern in den Berufswahlprozess soweit wie möglich mit einzubinden und zu motivieren, mitzuarbeiten. Hierzu ist es wichtig, dass die Eltern über alle Prozesse umfassend informiert und ggf. zu Berufswahlbörsen, Auswertungsgesprächen bei Potentialanalysen und Beratungsgespräche der Berufsberatung eingeladen werden.

Klasse 8:                   Elternabend mit Vorstellung der verschiedenen berufsorientierenden Maßnahmen / Organisation und Fragen zu den bevorstehenden Praktika

Klasse 8:                   Einladung zu den Auswertungen der Potentialanalyse

Klasse 8 – 10:          Elternabend mit Vorstellung der Berufsbildenden Schulen Cloppenburg und der Agentur für Arbeit / Berufsberatung

Klasse 8 – 10:          Einladung zu den Gesprächen mit der Berufsberatung in der Schule

Klasse 8 – 10:          Einladung zur Berufswahlbörse des „Alten Amts Löningen“

jede Klasse:              die Elternvertreterinnen und -vertreter wählen ein Mitglied für die Teilnahme an den Fachkonferenzen Wirtschaft aus

7.2 Berufsberatung der Arbeitsagentur

Die Kooperation der Schule mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit hat das Ziel, allen Schülerinnen und Schülern einen erfolgreichen Übergang in Ausbildung oder weiterführende Bildungsgänge zu ermöglichen. Unsere Schule kooperiert mit der für uns zuständigen Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Sie stellt sich zu Beginn eines jeden Schuljahres den Klassen 8, 9 und 10 vor. Die Schülerinnen und Schüler vereinbaren nach Bedarf Termine mit der Berufsberatung, die dann in die Schule kommt, um mit den Schülerinnen und Schülern mit deren Erziehungsberechtigen Beratungsgespräche zu führen.

7.3 Weitere Partner im Berufswahlprozess

– Klassen-/ Fachlehrkräfte

– Löninger Netzwerk

– regionale / überregionale Betriebe

– Sozialer Briefkasten Löningen

– Bildungswerk Löningen

– Deutsches Rotes Kreuz

– Berufsbildende Schulen

– St. Elisabeth-Stift Lastrup

– Gemeinde Lastrup

– Handels- und Gewerbeverein Lastrup

– Haus des Handwerks

– LaUB e. V. (Landwirtschaft, Umwelt und Bildung e. V.)

8. Schlussbemerkung

Der Berufswahlprozess ist einem ständigen Wandel ausgesetzt. Hierbei spielen z. B. der demografische Wandel oder Änderung der Anforderungen von Betrieben an die Auszubildenden aufgrund des technischen Fortschritts eine wichtige Rolle. Deshalb ist es wichtig, das Berufsorientierungskonzept jährlich zu evaluieren und ggf. anzupassen.