Zusatzqualifikation

Kulturkonflikt < > Konfliktkultur

Zielsetzung:
Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass Anwärterinnen und Anwärter des Lehramtes GHRS ihre pädagogische Arbeit im sich stetig verändernden sozialen Gefüge an Schulen immer stärker als Herausforderung empfinden.
Die Zielsetzung des Lehrgangs impliziert eine über die Arbeit in den pädagogischen Seminaren hinausgehende intensive Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt sowie den Konflikt- und Problemfeldern im schulischen Kontext. Diese vertiefende Arbeit erfolgt auch unter konkreter Berücksichtigung entsprechender Ansätze in den Ausbildungsschulen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht immer wieder der reflektierte Umgang mit Selbsterfahrungsanteilen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen die Bereitschaft zur Selbsterfahrung, Reflexion und zur subjektiven Erfahrung durch szenische Darstellung und Interpretation.
Darüber hinaus orientiert sich die inhaltliche Schwerpunktsetzung der Zusatzqualifikation maßgeblich an den Bedürfnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Inhaltliche Schwerpunkte in Auszügen:

  1. Auseinandersetzung mit den Begriffen „Kultur“ und „Konflikt“ 1.1. Individuelle und allgemeingültige Definition der Begriffe 1.2. Konfliktverhaltensmodelle als Instrument der Selbsteinschätzung 1.3. Evaluation der eigenen Kultur und des individuellen Konfliktverhalten 1.4. Stereotype und Vorurteile als mögliche Auslöser interkultureller Konflikte 1.5. Lösungsvielfalt durch Verschiedenartigkeit und Chancen der Produktivität 1.6. Eisbergmodell als Säule der Kommunikationstheorie 1.7. Rechtliche und schulorganisatorische Verortung kultureller Wertschätzung, Prävention und Konfliktanalyse und -bearbeitung 1.8. Transfer der Verfahren und Erkenntnisse auf die eigene pädagogische Arbeit in der Ausbildungsschule
  2. Kulturelle Vielfalt und vielfältige Konflikte am Lebensort Schule 2.1. Auseinandersetzung mit dem Wertequadrat nach Schulz von Thun 2.2. Kulturelle Werte und interkulturelles Verständnis 2.3. Sichtbare und unsichtbare Konfliktstrukturen 2.4. Transfer der Verfahren und Erkenntnisse auf die eigene pädagogische Arbeit in der Ausbildungsschule
  3. Kulturkonflikt/ Konfliktkultur   proaktiv/reaktiv 3.1. Konzeptionen zur Konfliktanalyse und Konfliktbearbeitung 3.2. Reaktive Strategien im Umgang mit Konflikten 3.3. Konzeptionen proaktiver Verfahren von Konflikten 3.4. Transfer der möglichen Konzeptionen auf die eigenen schulischen Gegebenheiten und die individuelle pädagogische Arbeit  Entwicklung eines individuellen Konfliktbearbeitungsbogens
  4. Die Rolle der Lehrkraft im Kraftfeld von Kultur und Konflikt 4.1. Die Rollen der Lehrkraft: als Konfliktmanager, als emotionaler Selbstversorger, als Erzieher, als Vorbild, als Vermittler, …. 4.2. Charakteristika und Techniken des Umgangs mit interkultureller Vielfalt und multiplexem Konfliktpotential im schulischen Alltag 4.3. Entwicklung der eigenen Rolle in diesem Kraftfeld 4.4. Transfer auf aktuelle schulische (Konflikt-) Situationen 4.5. Weiterentwicklung des individuellen Konfliktbearbeitungsbogens
  5. Praktische Umsetzung im individuellen schulischen Gesamtzusammenhang 5.1. Transfer ausgewählter Schwerpunkte der Konfliktbewältigung im Rahmen kultureller Vielfalt in den Schulalltag 5.2. Einbindung schulinterner Beratungssysteme und kommunal begleitender Einrichtungen 5.3. Die Aufgabe der Lehrkraft als interkultureller Konfliktmanager im Berufsfeld ‚Lehrer’ 5.4. Praktische Erprobung individueller Präventions- und Unterstützungspläne

Aufbau der Zusatzqualifikation:
Die Inhalte des Lehrgangs werden in abgeschlossenen Modulen erarbeitet und in einem Kolloquium überprüft.
Der zeitliche Umfang beträgt insgesamt 20 Zeitstunden plus 20 Minuten Kolloquium pro LiVD. Die Terminierung der Module erfolgt in Absprache mit der sich formierenden Gruppe.

Teilnehmerkreis:
Das Angebot richtet sich an interessierte Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (LiVD) mit den Einstellungsdaten 01.02.2017, 01.08.2017 und 01.02.2018, die sich vertiefend in die konstruktive und fördernde Auseinandersetzung mit den in den Schulen vorhandenen interkulturellen Konflikt- und Problemfeldern einarbeiten möchten.

Qualifizierung:
Die erfolgreiche Teilnahme an der Zusatzqualifikation wird zertifiziert, d.h. die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten abschließend ein Zertifikat über die Teilnahme und Arbeit an den Modulen und über den erfolgreichen Abschluss der Qualifikation durch das Kolloquium.

Stimmen aus der Zusatzqualifikation
„Konfliktkultur – Kulturkonflikt“ ist für das Schulleben als Qualifikation absolut empfehlenswert und stellt zwar einen Zusatz, jedoch keine zusätzliche Belastung neben den Unterrichtsbesuchen dar. Die in den Seminaren erprobten Konfliktgespräche, auch anhand konkreter Beispiele aus dem eigenen Umfeld, erweisen sich in meinem Schulalltag immer wieder als hilfreich, da sie mir die notwendige Sicherheit in der Konfrontation mit kleineren und größeren Konflikten geben.

„Die Zusatzqualifikation ist sehr hilfreich für unseren zukünftigen Beruf, in dem wir es immer wieder mit Gesprächen zu tun haben werden, bei denen es u.a. darauf ankommt, sich deeskalierend zu verhalten. Gesprächstechniken sind dafür vonnöten, die in dieser Qualifikation reichlich vermittelt und verinnerlicht werden. Die Veranstaltungen zeichnen sich durch anwendbare Praxisbeispiele aus, die aus dem Lehreralltag gegriffen sind. Ich kann nicht zuletzt aufgrund des großen Spaßes, den wir hatten und des deutlichen persönlichen Kompetenzzuwachses in der Gesprächsführung sowie in der Entwicklung eines Feingefühls für kritische Situationen diese Zusatzqualifikation dringend weiterempfehlen. Als Abschluss hält man sogar ein schönes Zertifikat in seinen Händen.“

Du fühlst dich noch etwas unsicher im Umgang mit Konflikten in der Schule? Dann ist die Zusatzqualifikation „Kulturkonflikt – Konfliktkultur“ genau das richtige. Sie bietet einem die Möglichkeit zu lernen, wie man mit verschiedensten Situationen umgehen kann. Und bietet einem ein Gefühl von Sicherheit!

Die Zusatzqualifikation „Kulturkonflikt – Konfliktkultur“ empfehle ich ganz deutlich weiter, weil sie nicht nur die regelmäßige Möglichkeit des Austauschs über schwierige Situationen in dem neuen Leben einer angehenden Lehrkraft bietet, sondern auch ganz konkrete Handlungsmöglichkeiten angeboten und praktisch durchgeführt werden. Diese können anschließend in den Schulalltag integriert werden. Die Module haben mir Sensibilität für und zeitgleich Sicherheit in Konfliktsituationen geschenkt.