
Lastruper Schüler und demenzkranke Senioren lernen mit Hund Joe
Bericht von Aloys Landwehr – „Wir sind von diesem Projekt total begeistert“, schwärmte Lastrups Oberschulrektor Dirk Zumdohme bei der Überreichung der Zertifikate an die Schüler der Arbeitsgemeinschaft „Vier Pfoten verbinden Generationen“ im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Oberschule Lastrup. Zu dieser Veranstaltung waren auch neben den Schülern die Eltern und Bewohner des St. Elisabeth-Stiftes sowie Vertreter der Kleebaum-Stiftung, die das Projekt unterstützte, und viele Gäste aus Schule und St. Elisabeth-Stift gekommen.
10 Schüler der Oberschule hatten unter Leitung der Pädagogin Nadine Meyer zusammen mit ihrem Hund Joe im St. Elisabeth-Stift Lastrup mit älteren, an Demenz erkrankten Menschen ein Schulhalbjahr lang viel über Hunde und über die besondere Krankheit „Demenz“ erfahren, wie es Dirk Zumdohme ausdrückte. „Dieses gelungene Projekt war ein neuer Baustein in der Kooperation zwischen Oberschule und St. Elisabeth-Stift – und wir werden das Projekt wiederholen“, wertete Geschäftsführer Guido Suing das tiergestützte Zusammenwirken von Schülern und Demenzkranken.
Das KiDeTi-Prinzip (Kind-Demenz-Tier), das sich mit der Verbindung von Kindern, Senioren mit Demenz und Tieren beschäftigt, richtet sich an zwei Hauptzielgruppen. Zum einen sind dies Kinder, Jugendliche und Schüler im Alter von 10 bis 15 Jahren der Jahrgangsstufe 5 bis 8. Die andere Zielgruppe umfasst Senioren, die an Demenz erkrankt sind. Das Projekte zielt darauf ab, beide Generationen dazu zu ermutigen, aktiv miteinander zu interagieren und voneinander zu lernen.
So sollen bei Schülern soziale und kognitive Fähigkeiten gefördert, das Wissen über Demenz vermittelt, Verständnis für das Wesen des Hundes geweckt und zu einem angemessenen Umgang mit Hunden erzogen werden. Dadurch sollen das Selbstbewusstsein und die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder gesteigert und eine Vorstellung von Berufen wie Altenpflege, Therapie, Tiermedizin und Hundetraining, die im Zusammenhang mit dem Projekt stehen, erworben werden. So erhielten die Schülerinnen und Schüler nicht nur ein Zertifikat, sondern auch einen Hunde-Führerschein. An den verschiedenen Nachmittagen waren eine Hundetrainerin, eine Tierphysiotherapeutin, eine Ergotherapeutin und die Rettungshundestaffel Weser-Ems gekommen, um entsprechende Übungen zu machen oder zu demonstrieren. Auch ein Besuch im Tierheim Sedelsberg wurde unternommen, bevor mit den Senioren das Gelernte demonstriert und wechselseitige oder gemeinsame Übungen oder Spiele durchgeführt und zum Beispiel ein Demenzparcours absolviert werden konnten.
Denn das Zusammenwirken mit Schülern und Hund soll bei den Senioren zu einer Verbesserung der körperlichen, geistigen, sozialen und emotionalen Verfassung und zur Aufhebung von Isolationssituationen führen und depressive Stimmungslagen lindern. Es soll die Sinneswahrnehmung wie Hören, Riechen und Tasten verbessern und zur Stärkung des Selbstwertgefühls und Selbstbewusstseins führen.
Das Projekt KiDeTi wurde durch Bärbel Hommel aus Großefehn vor rund 20 Jahren gegründet. „Damals habe ich mit meinem Hund einen Hundebesuchsdienst gemacht. Dabei lernte ich Schüler kennen, die Senioren besuchen. Da kam mir die Idee, das miteinander zu verbinden. Unser Verein ist zurzeit schwerpunktmäßig in Ostfriesland und im nördlichen Oldenburger Land vertreten. Durch Nadine Meyer aus Warnstedt haben wir jetzt auch eine engagierte Ausbilderin in Südoldenburg“, erzählte Gründerin Bärbel Hommel.
„Wir mussten mit dem Hund Aufgaben üben wie „Sitz“, oder „Platz“, ihn durch einen Tunnel laufen oder über einen Stock springen lassen.“, erzählte Schüler Tim Rüter aus der Klasse 7 der Oberschule. „Es hat mir gefallen, dass wir mit den Älteren gebastelt haben, dass sie erzählt haben, dass sie Freude am Umgang mit dem Hund hatten“, so Catharina Höhne. Aber die Schüler lernten auch das St. Elisabeth-Stift kennen, lernten über Demenz und über Altenpflege und Betreuung und erfuhren über die Arbeit der Ergotherapie am St. Elisabeth-Stift. „Der Hund war dabei häufig der Brückenbauer zwischen den Generationen“, erläuterte Projektleiterin Nadine Meyer. „Es gab bewegende Momente im Rahmen dieses Projekts in der Begegnung Kinder- ältere Menschen- Hund“, hatte auch der Geschäftsführer des St. Elisabeth-Stiftes, Guido Suing, erfahren.
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Zusammen mit Pädagogin Nadine Meyer (vorne knieend) mit Hund Joe sowie Franz-Josef Schewe (hintere Reihe von rechts) und Carolin Tegeler (Kleebaum-Stiftung), Dirk Zumdohme und Daniel Obuch (Oberschule) sowie Manuela Bart und Guido Suing (St. Elisabeth-Stift) freuten sich die Schüler über die erfolgreiche Teilnahme an der AG „Vier Pfoten verbinden Generationen“