Aufgaben und Ziele des Philosophieunterrichts in der gymnasialen Oberstufe (nach den Rahmenrichtlinien)

Der Philosophieunterricht hat eine allgemeine Orientierung über Möglichkeiten und Grenzen menschlichen Erkennens und Handelns zum Gegenstand. Insoweit reflektiert er begrifflich und methodisch und nach Maßgabe wesentlicher Positionen der philosophischen Überlieferung die Grundlagen unserer Lebenswelt. Zugleich fragt er nach einer Sinngebung des menschlichen Lebens und versucht, ein Bewusstsein für sinnerfüllte Lebensgestaltung zu wecken.
Diese Ziele erreicht er, indem seine Hauptfragen dem Begriff der wahren Erkenntnis und dem eines rechtfertigungsfähigen guten Handelns gelten. In diesem Sinne verbindet der Unterricht zentrale Fragen der theoretischen und praktischen Philosophie mit dem Anliegen der Schüler, Antworten auf die Fragen „Was kann ich wissen?“ und „Was soll ich tun?“ zu erhalten.
Der Philosophieunterricht wendet sich vor allem an Schüler, die eine umfassendere und tiefergehende Orientierung gewinnen wollen, die nach Zusammenhängen in der Vielfalt der Erscheinungen suchen und deren Fragen durch die Gegenstände der anderen Fächer nicht mehr allein befriedigt werden können. Er hat dabei die Aufgabe, zum schärferen Sehen wesentlicher Probleme anzuleiten und diejenigen Mittel des Denkens bereitzustellen, die geeignet sind, zu ihrer Lösung beizutragen oder das Problembewusstsein zu schärfen.

Lernfeld Theoretische Philosophie

Dieses Lernfeld beinhaltet das Suchen und das gedankliche Nachvollziehen einiger grundlegender Seins- und Erkenntnisprinzipien der philosophischen Überlieferung in ihrem sachlichen und geistesgeschichtlichen Zusammenhang. Es geht ebenso um ein Bewusstwerden der Methoden und logischen Regeln, die zur Formulierung einer allgemeingültigen Erkenntnis das Werkzeug bilden bzw. zum Erkennen ungültiger Verallgemeinerungen dienen. Es umfasst auch das Bewusstwerden der Grenzen begrifflicher Erkenntnis sowie die Möglichkeiten außerbegrifflicher Zugänge zur Wahrheit, z. B. des Ästhetischen.
Es geht zugleich um die Erörterung grundlegender Fragen wie: 

  • Gibt es eine absolute Wahrheit?
  • Wozu braucht der Mensch die Wahrheit bzw. diese den Menschen?
  • Welche Grenzen der Wahrheitserkenntnis gibt es für den Menschen?
  • Gibt es außerbegriffliche Zugänge zur Wahrheit?

Praktische Philosophie

Dieses Lernfeld beinhaltet das Suchen und das gedankliche Nachvollziehen einiger grundlegender Bestimmungen des Guten und ihres Zusammenhangs in der Philosophie der Überlieferung und Gegenwart. Es geht ebenso um Einsicht in die Verfahrensweisen ethischen Argumentierens und um das Bewusstwerden wichtiger Bestimmungsgründe und unterschiedlicher Bedingungen menschlichen Handelns. Es umfasst schließlich die Klärung individueller und kollektiver Zielsetzungen, sowie die ethische Verantwortung in Wissenschaft und Technik.
Hier geht es um die Erörterung von Fragen wie: 

  • Gibt es ein absolut Gutes?
  • Wozu braucht der Mensch das Gute bzw. das Gute den Menschen?
  • Welche ethischen Entscheidungskriterien gibt es angesichts konkurrierender Konzeptionen des Guten?
  • Welche Beschränkungen bzw. Grenzen bestehen bei der Verwirklichung des Guten für den Menschen?
  • Was sind die außermoralischen Bedeutungen von „gut“ im Unterschied zu den moralischen?
  • Gibt es nicht-rationale Quellen für gutes Handeln?

Philosophie – Weitere Hinweise

Welche Schulbücher?

Als Schulbücher sind eingeführt:
„Zugänge zur Philosophie. Einführungsphase“ (für Klasse 10) aus dem Cornelsen-Verlag,
ISBN 978-3-06-120222-4, und
„Zugänge zur Philosophie. Neue aktualisierte Ausgabe. Qualifikationsphase“, ebenfalls Cornelsen-Verlag,
ISBN: 978-3-06-120018-3