Medienbildungskonzept

Aktuelle Handreichung für die Erstellung von schulischen Medienbildungskonzepten in Niedersachsen (NLQ, 18.06.2020)

Unsere sich unter dem Einfluss der Digitalisierung wandelnde Gesellschaft bringt neue Herausforderungen an die heranwachsende Generation mit sich. Der Erwerb von Medienkompetenz ist eine zentrale Aufgabe, zu welcher das Ausbildungssystem Schule einen maßgeblichen Beitrag leisten muss. Um den Erwartungen und Ansprüchen gerecht werden zu können, sollten diese auf möglichst viele Fächer und Jahrgänge verteilt werden. Die einzelnen Lehrkräfte einer Schule erfahren so eine Entlastung und gewinnen Sicherheit bei der Gestaltung von Lernprozessen mit und über Medien. Neben den  gesamtgesellschaftlichen Erfordernissen für ein fächerübergreifendes schulisches Medienbildungskonzept wird ein solches auch im Orientierungsrahmen Schulqualität [1] als ein Qualitätsmerkmal identifiziert.

Medienbildungskonzepte verbinden pädagogische, technische und organisatorische Aspekte. Sie integrieren Medienbildung in den Unterricht und bilden die Kooperationsbasis für Kollegium, Schulleitung und Schulträger. Medienbildungskonzepte formulieren Erwartungen an Investitionsentscheidungen und bieten Planungssicherheit für Schulen. Kommunale Medienentwicklungsplanung knüpft an die  Medienbildungskonzepte der Schulen an. Schulintern zielt der Prozess der Medienkonzeptentwicklung auf die Verbesserung des Unterrichts. Schulische Medienbildungskonzepte stehen daher in engem Zusammenhang mit Schuleigenen Arbeitsplänen und Fachcurricula.

Weitere Informationen:

Die hier im Verlauf genannten Inhalte eines schulischen Medienbildungskonzepts beruhen auf der Erfahrung von fünf Jahren Beratertätigkeit, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Angaben sind ohne Gewähr und sollen ihnen zur Orientierung und praktischen Hilfestellung dienen!

Der Orientierungsrahmen Medienbildung in der Schule ist ein unterstützendes Instrument für die Schul- und Unterrichtsentwicklung (also für Lehrkräfte/Projektgruppen die an ihrer Schule das Medienbildungskonzept erarbeiten), für die Entwicklung der Kerncurricula und für die Lehrkräfteaus- und -fortbildung.

In der Theorie beschreibt der Orientierungsrahmen Medienbildung in der Schule den niedersächsischen Weg der Integration von Medienbildung in Schule und Bildungsprozesse. Er sorgt für begriffliche Klarheit und eröffnet eine grundlegende Verständigung über die Bedeutung der Medienbildung und des Lernens mit und über Medien.

In der Schulpraxis bietet der Orientierungsrahmen Medienbildung in der Schule konkrete Anregungen und Hilfen für die Unterrichtsgestaltung und dient als Rahmen für die Entwicklung von Medienbildungskonzepten. Kompetenzmerkmale sowie Themenbereiche formulieren schulformübergreifend einen verbindlichen Rahmen für Medienbildung.


Ziele und Aufgaben:

DerOrientierungsrahmen Medienbildung in der Schule

  • ermöglicht Lehrkräften, in die Diskussion über Ziele und Inhalte der Medienbildung einzutreten.
  • trägt dazu bei, Medienbildung sukzessive in die Unterrichtsfächer einzubinden und mit fachlichen und fächerübergreifenden Kompetenzerwartungen zu verknüpfen.
  • hilft Schulen Medienbildungskonzepte zu entwickeln.
  • unterstützt KC-Kommissionen, Aspekte des Lernens mit und über Medien systematisch und verbindlich in die Kerncurricula einzubinden.
  • liefert Anregungen für die Ausbildung von Lehrkräften, indem Medienbildung systematisch und verbindlich in die Lehreraus- und Fortbildung integriert wird.
  • gibt kommunalen Trägern Hinweise für eine systematische und nachhaltige Medienentwicklungsplanung.

Eine gute Hilfestellung hat das Medienzentrum Braunschweig erarbeitet – siehe hier!

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