5. Inklusionskonzept

5.1 Eckpunkte der Inklusion

* Unterstützung durch die mobilen Dienste: siehe Anhang

5.2 Inklusiv versorgte Schulen im Einzugsgebiet der Pestalozzischule

5.3 Kooperation

Zum Erhalt und zur Weiterentwicklung unserer sonderpädagogischen Fachkompetenz findet ein regelmäßiger Austausch zwischen den Förderschullehrkräften der Pestalozzischule Papenburg statt. Zudem tauschen wir uns regelmäßig mit den jeweiligen Regelschullehrkräften der Grund- und Oberschulen in unserem Einzugsgebiet aus, um die Arbeit in der inklusiven Schule zu gewährleisten und zu verbessern.

5.4 Diagnostik und Förderung

Während einer diagnostischen Eingangsphase bzw. Übergangsphase in den Jahrgängen 1 der Grundschule und 5 der Oberschule, liegt unser sonderpädagogischer Arbeitsschwerpunkt bei der Beobachtung des allgemeinen Lern- und Leistungsstands und ggf. bei der Feststellung eines Förderbedarfs. Hierzu nutzen wir je nach Bedarf verschiedene formelle und informelle Testverfahren, wie z.B.

  • Münsteraner Screening
  • Kalkulie
  • POD
  • HSP
  • Lese-Stolpertest
  • Intelligenztests

Darüber hinaus werden im Bedarfsfall formelle und informelle Testverfahren auch in allen anderen Schuljahrgängen von uns angewendet.
Die Ergebnisse der Unterrichtsbeobachtungen und der Diagnostik werden in der Individuellen Lernentwicklung dokumentiert und sind Grundlage für die weitere Förderplanung. Die Förderpläne werden mit den Eltern besprochen, regelmäßig evaluiert und fortgeschrieben. An diesen Prozessen arbeiten wir eng mit den Regelschullehrkräften zusammen.

Die konkrete Förderung ist abhängig von dem individuellen Förderbedürfnis des Schülers und dem geplanten Unterricht. Sie wird von uns umgesetzt durch:

  • Einzelförderung
  • Kleingruppenförderung
  • Förderung im Klassenverband

Wird im Rahmen der Förderdiagnostik deutlich, dass die Fördermaßnahmen der zuständigen Schule ausgeschöpft sind, erfolgt die Einleitung des Verfahrens auf Überprüfung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs durch die Schulleitung der zuständigen Schule. Das entsprechende Fördergutachten erstellen wir gemeinsam mit der zuständigen Klassenlehrkraft.

5.5 Unterricht

Im Rahmen des inklusiven Unterrichts geben wir den unterrichtenden Lehrkräften Tipps und Hilfen bei der Organisation des Unterrichts in folgenden Bereichen:

  • Unterrichtsthemen und Unterrichtsgestaltung
  • innere/äußere Differenzierung
  • Erstellen von Arbeits-/Wochenplänen
  • Stoffverteilung über längere Zeiträume
  • Möglichkeiten der Differenzierung in den „Sachfächern“
  • Arbeits-/ Fördermaterial
  • Festlegung und Erstellung von Leistungsmaßstäben und Lernzielkontrollen

Es wird versucht, die Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf möglichst viel am Unterricht der Klasse teilhaben zu lassen. Zur Vereinfachung werden sehr oft Inhalte durch quantitative Reduzierung (weniger Text, weniger Aufgaben), Visualisierungshilfen, Lösungshilfen u.ä. auf ein Niveau „heruntergebrochen“, auf dem die Schüler arbeiten können. Dazu werden viele Arbeitsblätter aus den Lehrwerken für Förderschulen eingesetzt. Manche Lehrwerke der Regelschulen sind bereits mit Zusatzmaterialien für den inklusiven Unterricht ausgestattet. Diese werden dann individuell für die Schüler aufgearbeitet und den unterrichtenden Regelschullehrkräften ausgehändigt.

5.6 Beratung (Lehrer, Eltern)

Ein weiterer Bestandteil unserer sonderpädagogischen Arbeit bildet die Beratung von Lehrern, Schulsozialarbeiter, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern. Konkret beraten und unterstützen wir bei der Kontaktaufnahme zu außerschulischen Institutionen wie z.B.:

  • Sozialpädiatrisches Zentrum, Marienhospital in Papenburg (SPZ)
  • Sozial-Pädiatrisches Ambulanz- und Therapiezentrum, Meppen (SPATZ)
  • Jugendamt
  • Psychologische Beratungsstelle
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie, Marienhospital in Papenburg (KJP)
  • Autismuszentrum

Darüber hinaus beraten und unterstützen wir beim Wechsel in weiterführende Schulen sowie im Rahmen der Berufsorientierung.

Schüler mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf  in den Bereichen Körperliche und Motorische Entwicklung, Emotionale und Soziale Entwicklung, Sehen und Hören können in allen Schulformen sonderpädagogische Unterstützung im Rahmen des Mobilen Dienstes erhalten.

In Bezug auf den sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf Emotionale und Soziale Entwicklung bieten wir den Regelschulen in unserem Einzugsgebiet spezielle Beratungen durch den entsprechenden Mobilen Dienst an. Dieser kann auch präventiv beratend hinzugezogen werden.

Alle anderen aufgeführten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfe werden durch die Mobilen Dienste anderer Förderschulen abgedeckt. Bei der Beantragung und Kooperation mit den jeweiligen Mobilen Diensten stehen wir den Regelschullehrkräften in unserem Einzugsgebiet beratend zur Seite.

5.7 Zeugniserstellung

Bei der Erstellung von Zeugnissen für Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf unterstützen wir die Regelschullehrkräfte.

5.8 Teilnahme an Konferenzen, Dienstbesprechungen, Elternsprechtag

Wir nehmen an Dienstbesprechungen, Konferenzen und Fortbildungen der Regelschule teil, wenn Themen anliegen, die die gemeinsame Arbeit betreffen. Darüber hinaus nehmen wir in Absprache mit den jeweiligen Lehrkräften an Elternabenden und Elternsprechtagen teil.

5.9 Dokumentation der Arbeit

Unsere tägliche Arbeit in den inklusiven Schulen halten wir in einheitlichen Dokumentationsheften fest.

5.10 Sächliche Rahmenbedingungen

Folgende sachliche Voraussetzungen sind an der Regelschule wünschenswert, damit wir qualifiziert und effektiv arbeiten können:

  • eigener Raum zur Förderung und Beratung
  • Möglichkeiten zur Lagerung von Fördermaterialien im eigenen Raum (Schränke, Regale)
  • Mitwirkung bei der Beschaffung von Diagnostik- , Förder- und Unterrichtsmaterialien
  • Laptop/ PC-Arbeitsplatz mit W-Lan-Zugang im Förderraum
  • Schulschlüssel

5.11 Inklusionsorientierte Qualifizierungsmaßnahmen im Hause

27.02.2017 (schulintern)
Schulung KABC II (Kaufman Assessment Battery for Children)
Intelligenztest für Kinder und Jugendliche in zweiter Version
Referent: Torsten Joel, Dipl. PSYYCHOLOGE
25.09.2017 (schulintern)
Nachteilsausgleich
Erlass zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen
Referentin: Dörte Geers, Fachberaterin für Sonderpädagogik/Inklusion
07.11.2017 (Schulleitung der Grundschulen)
Arbeit der Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter
– Arbeitsplatzbeschreibung
– Antragsverfahren
– Zusammenarbeit
Referentinnen: Frau Silvia Strüwing und Frau Andrea Osterhage, VHS Meppen
26.11.2017 (Niedersächsische Landesschulbehörde, Leitungen der Grundschulen, Förderschule und Kindertagesstätten sowie Kindergärten)
Austausch zum Thema „Inklusive Schule“
Referentin: RSD‘n Karen Mull, NLSchB Außenstelle Meppen

5.12 Einheitliche Pläne zur Dokumentation der Individuellen Lernentwicklung (ILE) und Förderpläne für Grund- und Oberschulen

In den Arbeitsgruppen wurden für alle Klassenstufen gemeinsame Vorlagen für ILE- Pläne und Förderpläne erstellt:

ILE Klasse 1

ILE Klasse 2

ILE Klasse 3

ILE Klasse 4

ILE Klasse 5

ILE Klasse 6

ILE Klasse 7

ILE Klasse 8

ILE Klasse 9

5.13 Einheitliche Dokumentationshefte

Da es im Rahmen der Inklusionsarbeit keine Dokumentationsmöglichkeiten (wie beispielsweise Klassenbücher) gab, führte die Pestalozzischule Hefte ein, in denen Förderinhalte, Gesprächsnotizen aller Art, Konferenzen, Elterngespräche und andere wichtige Angaben festgehalten werden.

5.14 Einheitlicher Meldebogen

Zu Beginn der inklusiven Arbeit wurden die zu überprüfenden Schülerinnen und Schüler auf unterschiedliche Weise (Email, Brief, Telefonanruf, selbstgestaltetes Fax) gemeldet. Das führte häufig zu notwendigen Nachfragen und Verzögerungen.

Um eine zügige Beauftragung zu ermöglichen, wurde ein einheitlicher Meldebogen erstellt, der zum kommenden Schuljahr evaluiert wird.

Beauftragung der FöSL mit Schulloge Pestalozzischule

5.15 Hilfen zur Zeugniserstellung

Aufgabe des Förderzentrums ist im Besonderen, die Kolleginnen und Kollegen und die Grund- und Oberschulen in den aktuellen Fragen auf den neuesten Stand zu bringen.

Insbesondere gilt dies für die Zeugniserstellung für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf.

5.16 Diagnostik

Angeregt durch die Fortbildung von Herrn Joel am 27.02.2017 kam es zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung bezüglich der erforderlichen Überprüfungsmaterialien. Schließlich wurde folgende Auswahl getroffen, die für eine auf das Kind abgestimmte Diagnostik eingesetzt werden können:

  • Hamburger Schreibprobe
  • ELFE-II  (Ein Leseverständnistest für Erst- bis Siebtklässler)
  • Test d2 (Aufmerksamkeits- Belastungstest)
  • FEW-2 (Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung)
  • BASIS-MATH (Basisdiagnostik Mathematik für die Klassen 4 – 8 )
  • MÜSC (Münsteraner Screening)
  • Stolperwörter – Lesetest
  • KABC-II (Kaufman Assessment Battery for Children)
  • KALKULIE (Diagnose- und Trainingsprogramm für rechenschwache Kinder)
  • POD (Prüfung optischer Differenzierungsleistungen)
  • ILeA (Individuelle Lernstandsanalysen)
  • CFT 20-R (Grundintelligenztest Skala 2)
  • CFT 1-R (Grundintelligenztest Skala 1)
  • LSL (Lehrereinschätzliste für Sozial- und Lernverhalten)