Sanitätsdienst

Der Sanitätsdienst (ab Jahrgang 9)                                

  • Du bist ein richtiger Sanitätshelfer (so ist die offizielle Bezeichnung)!
  • Jetzt bist du der/diejenige, der/die gerufen wird, wenn sich die Ersthelfer unsicher sind und kannst beraten. Und du weißt sicher, wo deine Fähigkeiten aufhören und du professionelle Hilfe alarmieren musst. Aber vor allem: Du weißt jetzt, dass „Hilfe organisieren“ kein Zeichen von „Schwäche“ ist, sondern zu einer guten Versorgung dazugehört!
  • Zu den Donnerstags-Stunden kommst du nicht mehr regelmäßig, stattdessen gibt es in größeren Abständen (etwa viermal im Jahr) ein längeres Sanitätstraining, an dem du das Gelernte auffrischst und trainierst.
  • Ach ja…. Ab und zu kann es auch mal vorkommen, dass sich ein Alarm als Übung herausstellt und die besonders schwere Verletzung doch nur geschminkt war.
  • Die gemeinsame Nachbesprechung ist dann aber genauso gründlich wie bei den echten Notrufen…


Das machen wir:

  • Wir versorgen mit unseren Geräten
    – Patienten mit schweren Verletzungen
    – oder akuten Erkrankungen.
  • Wir sichern die Vitalfunktionen
    (Atmung, Kreislauf, Bewusstsein)
  • Führen eine erweiterte Erstversorgung durch,
  • dokumentieren das Ereignis für den Rettungsdienst, die Rettungsstelle, bzw. die/den weiterbehandelnden Ärztin/Arzt.

Alarmiert werden wir direkt von Lehrkräften, dem Sekretariat oder Ersthelfern. In der Schule erkennt man uns an unseren roten Westen.
Wir treffen uns einmal in der Woche zu einer Kurzbesprechung, um aktuelle Dinge zu besprechen.

Unseren Notfallkoffer überprüfen wir selbstständig, unsere Dienstpläne machen wir alleine.


Qualitätssicherung

Aufgrund unserer Ausbildung sind wir ein vollwertiger Sanitätsdienst, daher übernehmen wir mehr Verantwortung als ein „Schulsanitätsdienst“. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden halten wir uns auch nach unserer Prüfung „fit“.

  • Wir besprechen jeden größeren Einsatz im Team nach.
  • Wir suchen den Kontakt mit den Kliniken der Umgebung, um Rückmeldungen über unsere Maßnahmen zu erhalten.
  • Satt des vorgeschriebenen zweitägigen „Sanitätstraining“ nach vier Jahren treffen wir uns öfter zu einem Kurztraining. Hier trainieren wir mit den Geräten, die wir (zum Glück für unsere Mitschüler und Lehrer) selten brauchen, beispielsweise die Absauganlage, das Sauerstoffgerät, den Beatmungsbeutel und den AED.
    Außerdem bilden wir uns über Erkrankungen oder Verletzungen fort, die nicht immer auf dem Ausbildungsplan stehen.
  • Hin und wieder „überrascht“ uns der AG-Leiter mit Übungseinsätzen. Sie laufen wie richtige Einsätze ab, nur dass hier die geschminkten Verletzungen oder Erkrankungen schwerer als üblich sind. Manchmal läuft hier auch eine Kamera mit, die dann bei der Nachbesprechung (siehe oben) eingesetzt wird.
  •  Wir nehmen an Übungen der Hilfsorganisationen teil.

Der Sanitätslehrgang

Dieses Bild kennt man: Am Sportplatz oder bei Großveranstaltungen sieht man Sanitäter der Hilfsorganisationen (ASB – DLRG – DRK- JUH – MHD) stehen. Die „Sanitätshelfer“ dieser Organisationen haben die gleiche Ausbildung und mussten alle eine ähnliche praktische und theoretische Prüfung absolvieren. Die Mitglieder unseres Sanitätsdienstes machen die gleiche Ausbildung und die gleiche Prüfung. (Aus diesem Grund hatten wir auch schon „Gäste“ des DRK und der DLRG bei uns, die ihre Ausbildung hier machten.) Bevor du am Sanitätslehrgang teilnehmen darfst, musst du dich in der AG bewährt haben.
Du musst nicht nur die Erste-Hilfe-Maßnahmen sicher beherrschen, sondern auch gezeigt haben, dass man sich auf dich verlassen kann.
Etwas Fleiß wird schon erwartet, denn allein der Lehrgang dauert vier volle Tage (1. bis zur 9. Stunde) am fünften Tag ist die Prüfung. Nach dem Lehrgang wird in regelmäßigen Abständen (nach der Schule) geübt und dein Wissen vertieft.

Klingt furchtbar? Ist es aber nicht: Durch deine Arbeit in der AG kannst du schon eine Menge Vorwissen aufweisen und im Lehrgang üben wir mit dir so lange, bis du es kannst!
Dann bist du fit für den Einsatz und somit auch fit für die Prüfung!

Im Lehrgang lernst du (z.B.)

  • die Atemwege mit Hilfsmitteln freizumachen und freizuhalten
  • die Sauerstoffanlage zu bedienen,
  • mit Geräten zu beatmen,
  • Knochenbrüche mit besonderen Schienen ruhig zu stellen,
  • bedrohliche Blutungen mit Hilfsmitteln zu stoppen,
  • lebensgefährliche Erkrankungen zu erkennen und richtig zu versorgen,
  • und, und, und….

Inhalte:

  • Definition „Notfall“
  • Rettungskette
  • Notruf
  • Grundsätzliche Verhaltensweisen des Sanitätshelfers im Einsatz
  • Auffinden eines Notfallpatienten
  • Bewusstsein/Bewusstseinsstörungen
  • Nervensystem
  • Feststellen der Bewusstseinslage
  • Schnelle orientierende Ganzkörperuntersuchung („Bodycheck“)
  • Sanitäts- und Notfallrucksack
  • Anatomie und Physiologie der Atmung
  • Störungen der Atmung
  • Verlegung der Atemwege
  • Technische Unterweisung und Sicherheitsregeln bei der
    Benutzung von Sauerstoffeinheiten
  • Anwendung des Guedeltubus
  • Beatmung mit Beatmungsbeutel und Sauerstoffanreicherung
  • Sauerstoffinhalation
  • Anatomie/Physiologie des Herzens,
    inkl. Reizleitungssystem
  • Elektrische Defibrillation
  • Automatisierte Elektrische Defibrillation
  • Reanimation mit AED
  • Reanimation bei Kindern
  • Herz-Kreislaufstörungen
  • Schock
  • Akute Krankheitsbilder
    – Schlaganfall
    – Zerebrale Krampfanfälle
    – Blutzuckerentgleisung
    – Akutes Abdomen
    – Arterielle und venöse
      Gefäßverschlüsse
  • Thermische Schäden
    – Sonnenstich
    – Hitzschlag
    – Hitzeerschöpfung
    – Verbrennungen/Verbrühungen
    – Unterkühlung
    – Erfrierungen
  •  Stütz- und Bewegungsapparat
  • Gelenkverletzung
  • Verletzung der Muskulatur
  • Knochenbruch
  • Alu-Polster Schiene (Sam Splint)
  • Halswirbelsäulenbruch (HWS-Fraktur)
  • HWS-Stützkragen (Stifneck)
    Verletzungen durch Nesseltiere
  • Zecken-/Insektenstiche
  • Wunden
  • Bedrohliche Blutungen
  • Notverband
  • Tourniquet
  • Infektionskrankheiten
  • Infektionswege
  • Infektionsverhütung
  • Hygiene
  • Transportieren
  • Stützhilfe beim Gehen
  • Aufnehmen und Tragen
  • Schultertragegriff nach Rautek
  • Rettungstuch
  • Krankentrage