Wetterballon-Projekt zum Schuljubiläum

Am 25.06.2021 starteten die Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs Sf4 Astronomie im Jahrgang 12 einen Wetterballon, um in bis zu 40.000m Höhe Klimamessungen und ein Hefe- experiment (ein Kooperationsbeitrag des Seminarfachs Natur, Mensch und Gesundheit) durchzuführen. Dabei sind auch Videoaufnahmen vom Flug aufgezeichnet worden (siehe hier die noch folgende Videodokumentation). 

Im Rahmen einer Festveranstaltung zum 100jährigen Bestehen unserer Schule auf dem Sportplatz, in Begleitung der Big Band und zahlreicher Gästen, so Samtgemeindebürgermeis- ter Herr Schmidt, Schulamtsleiter Herr Mahnert, Sparkassengeschäftsleitung Herr Triesch- mann, unser Schulleiter Herr Splitt und den Jahrgängen 10 und 11, ist der Start des Wetter- ballons vollzogen worden. Der Bau und die Flugbegleitung der Sonde wurde von der Firma Stratoflights.com unterstützt. Finanzielle Unterstützung erhielt das StratoLab-Projekt durch den Förderverein des Gymnasiums Bad Nenndorf. 

Der Flug dauerte insgesamt drei Stunden. Hierfür war eine vorherige offizielle Aufstiegser- laubnis einzuholen und eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. In ca. 40 km Höhe ist der Luftdruck so gering, dass der anfänglich ca. 2 m im Durchmesser betragende Ballon, der mit Helium gefüllt war, einen Durchmesser von über 15m erreichte und dann platzte. An einem Fallschirm gesichert landete die Sonde auf einem Feld in Estorf bei Nienburg und konnte dort sicher von den begeisterten Schülerinnen und Schülern des Seminarfachs Astronomie geborgen werden. Über ein satellitengestütztes GPS-Signal war die Ortung jederzeit mög- lich. Der Flug verlief nördlich am Steinhuder Meer vorbei bis Stolzenau und dann im Sinkflug bis Nienburg. Die niedrigste gemessene Temperatur lag bei unter -43 °C. Die Hefe, die an der Außenseite der Sonde befestigt war, zeigte nach dem Flug entgegen den Erwartungen im Vergleich zu einer am Boden verbliebenen Hefe (als Kontrollgruppe) eine doppelt so starke Gäraktivität. In der Styroporsonde wurden -6 °C als niedrigste Temperatur gemessen. Die dort untergebrachte Hefe zeigte nach dem Flug eine geringere Gäraktivität, jedoch noch deutlich mehr als die Kontrollhefe. Neben der Temperatur könnte aber auch der niedrige Luftdruck oder die höhere Strahlung, u.a. UV-Licht, eine Ursache für dieses erstaunliche Er- gebnis sein. Weitere Experimente und Nachforschungen sind somit denkbar, an denen sich neue Schüler*innen gerne beteiligen können. 

Astronomisch zeigt dieses Experiment, dass auch bei extremen Bedingungen Leben möglich sein kann, so dass unter diesem Gesichtspunkt die wissenschaftliche Suche nach außerirdi- schem Leben Sinn macht. 

Das Wetterballonprojekt soll zukünftig am Gymnasium Bad Nenndorf etabliert werden und im Rahmen von Unterricht (Wahlpflicht, AG, Seminarfach, Jugend forscht Wettbewerbe, u.a.) zur Verfügung stehen bzw. wiederholt werden können. 

Ole Gleiche (Seminarfachlehrer Astronomie)