Mobiler Dienst Sprache

Aufgaben:

1. Der Mobile Dienst Sprache (Förderbedarf Sprache im Sekundarbereich I) ist Ansprechpartner für Fragen von SchülerInnen, Eltern und KollegInnen, die sprachauffällige Kinder mit Zusatzbedarf Sprache betreuen. Diese Betreuung findet telefonisch, per Mail und/oder durch Treffen in regelmäßigem Abstand außerhalb des Unterrichts statt. Eine Hospitation ist auch möglich.

2. Der Mobile Dienst Sprache unterstützt auf inhaltlicher Ebene, d.h. Erläuterung von sprachlichen Modelliertechniken, Umgang mit stotternden Kindern, Erläuterung von sprachlichen Störungsbildern und deren Auswirkungen auf eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht.

3. Der Mobile Dienst Sprache unterstützt auf formaler Ebene, d.h. bei Fragen zum Fortbestehen oder zur Aufhebung des Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung Sprache, bei Fragen zur Anwendung des Nachteilsausgleichs und bei Fragen zur Diagnostik.

Kinder mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung Sprache in der Sekundarstufe I:

  • Kinder mit Unterstützungsbedarf im Bereich Sprache werden zielgleich unterrichtet.
  • Seitens der Landesschulbehörde wird ein Zusatzbedarf im Bereich Sprache in Form von bis zu drei Wochenstunden bewilligt. Der Mobile Dienst Sprache hat ausschließlich beratende Funktion. Die Förderung wird dann von schuleigenen Lehrkräften vor Ort übernommen.
  • Der Zusatzbedarf kann in Form von Teamteaching, Einzelförderung oder Förderung in Kleingruppen während des Unterrichts oder in Randstunden stattfinden.

Nachteilsausgleich für Kinder mit dem Förderschwerpunkt Sprache (Sekundarstufe I). Die Gewährung eines Nachteilsausgleichs bezüglich des Förderschwerpunktes Sprache ist vom individuellen Förderbedarf des Kindes abhängig.

Folgende Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs bieten sich bei Störungen der Aussprache (z.B. Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten) und des Sprechens (z.B. Stottern/Poltern) und der Kommunikation (z.B. Mutismus).

  • Mündliche Leistungsnachweise werden durch schriftliche Ausarbeitungen ersetzt.
  • Die Zeit zur mündlichen Mitarbeit wird verlängert.
  • Individuelle Verabredungen: Zum Beispiel vor dem Unterricht wird mit dem Schüler/der Schülerin vereinbart, wie oft er sich mündlich beteiligen soll. Hält er/sie sich an die Vereinbarung, wird er/sie nicht ohne eigene Meldung aufgerufen.

Folgende Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs bieten sich bei Störungen des Wortschatzes und der Wortbedeutung:

  • Hilfsmittel, z.B. Wörterbuch zulassen
  • Nachfragen auch vermeintlich bekannter Begriffe zulassen
  • Kurze schriftliche Erklärungen von Fachbegriffen vorbereiten
  • Visualisierung

Folgende Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs bieten sich bei Störungen der Grammatik:

  • Korrektives Feedback geben, d.h. fehlerhafte Struktur korrekt wiederholen
  • Aufgabenstellungen in kurzen Sätzen (sowohl mündlich als auch schriftlich geben)

Fächerspezifische Nachteilsausgleiche Deutsch:

  • Vorlesen in Einzelsituation oder in Kleingruppe ggf. zu Hause mit Aufnahmegerät üben lassen
  • Schriftliche Zusammenfassungen des Textes statt mündlicher Zusammenfassungen
  • Aussprache und Betonung an der Sprachauffälligkeit bzw. der Sprachentwicklung und an den Fortschritten des Kindes beurteilen
  • Blickkontakt zum Mundbild der Lehrkraft ermöglichen
  • Sitzplatz des Kindes in Nähe der Lehrkraft
  • Bei Aufsätzen Hilfsmittel wie Wörterbuch zulassen, ggf. fachspezifische Wörterlisten erlauben

Fremdsprachen:

  • Bewertung der Aussprache durch schriftliche Aufgaben ergänzen/ersetzen
  • Tonträger mit Übungstexten für die häusliche Übung
  • Sprachverständnis in den Vordergrund stellen, als Bewertungsalternativen Übersetzungsaufgaben zulassen

Mathematik, Naturwissenschaften:

  • Bei Sachaufgaben grundsätzlich Verständnisfragen klären
  • Liste mit Fachbegriffen für den Schüler und Schülerinnen erstellen
  • Visualisierung/Bildkarten

 Leistungsbewertung/Prüfungen:

  • Kann die mündliche Mitarbeit auf Grund der sprachlichen Beeinträchtigung nicht ausreichend bewertet werden, schriftliche Ersatzleistungen (Ausarbeitung eines Themas) einfordern
  • Begriffsklärungen vor Beginn der Leistungsbewertung/Prüfung zulassen
  • Mehr Zeit für mündliche Äußerungen geben

Unterstützungsbedarf Sprache

Förderzentrum Sprache der Didrik-Pining-Schule
Zeppelinstr. 32
31135 Hildesheim

Ansprechpartnerin Mobiler Dienst SR/Hildesheim: Anke Sandvoß
Tel. 05121/301 – 70 50
Fax 05121/301 – 70 51

E-Mail: didrik-pining@schulen-hildesheim.de
E-Mail: mobilerdienstsprache@dps-hi.de

Mögliche typische Kennzeichen der jeweiligen Beeinträchtigung:

  • Sprachentwicklungsverzögerung
  • Dyslalie
  • Dysgrammatismus
  • Mutismus/Selektiver Mutismus, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
  • AVWS (auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung)
  • Stottern
  • Poltern
  • Erheblich reduziertes Sprach- und Textverständnis
  • Lese-Rechtschreib-Schwäche

Organisation im Schulbetrieb:

  1. Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf Sprache werden zielgleich nach den Kerncurricula der jeweiligen Schule unterrichtet.
  2. Die Förderung in der Sekundarstufe 1 erfolgt durch Doppelbesetzung, Einzelförderung oder Kleingruppenförderung. Die Förderung erfolgt fächergebunden.
  3. Die Inhalte der Förderung werden mit den beteiligten Lehrkräften, den Eltern und den Schülerinnen und Schülern zusammen mit dem Mobilen Dienst abgesprochen.

Inhalte der Förderung (Beispiele)

Je nach Sprachbeeinträchtigung des Kindes ist das Ziel der Förderung unterschiedlich. Beispielsweise können

  • Lese-Rechtschreibförderungen mit phonetisch-phonologisch oder grammatikalisch beeinträchtigten Kindern durchgeführt werden.
  • alternative Kommunikationsmöglichkeiten für nicht-sprechende Kinder erarbeitet werden.
  • Übungen zum Textverständnis/Umgang mit dem Wörterbuch bei Kindern mit semantischen Beeinträchtigungen durchgeführt werden.
  • Hilfsmittel zum Erlernen einer Fremdsprache erläutert werden.