Natur erleben

Natur erleben und Biodiversität schützen

„Wenn jemand wirklich tief mit der Natur vertraut ist, lebt er auch in Einklang mit ihr. Und Einklang bedeutet das Bedenken von Nachhaltigkeit.“ (Anja Erxleben)

Natur ist das „Ursprüngliche“, „das nicht vom Menschen gemachte“. Unser Hauptanliegen beim „Natur erleben“ ist es, den Zugang zur Natur wieder zu öffnen, sie in ihrer Vielfalt kennen zu lernen, zu erfahren und ihre Bedeutung wertzuschätzen. Ein übergreifendes Ziel ist die Förderung von Achtsamkeit gegenüber dem Leben, einem Verständnis für die komplexen Zusammenhänge in den ökologischen Systemen und das Entwickeln einer Verbundenheit zwischen Mensch und Natur, aber auch zwischen Mensch und Mensch. Die Begegnung mit der Natur spricht tiefe Schichten in uns an und wirkt in unserer Seele, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind. Dabei zeigt sich die Natur, wenn wir uns für sie öffnen, mit immer neuen Wundern und Rätseln. Wenn wir in und mit der Natur leben, können wir unmittelbar erfahren, wie Mensch und Erde voneinander abhängen und eine Einheit bilden und wie wichtig es ist die Biodiversität zu schützen und die Ressourcen dieses Planeten  zu schonen. 

In verschiedenen Unterrichtsinhalten,  Projekten, Exkursionen, Klassenfahrten und Workshops, greifen wir dieses Thema an der Tellkampfschule immer wieder auf.

„Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Bäume und Steine Werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.“ (Bernhard von Clairvaux)

Fahrten ins Schullandheim im Rahmen des Fachunterrichts:

In Jahrgang 8 und Jahrgang 11 führen wir Waldökologiepraktikum in unserem  Schullandheim im Deister in Springe im Fach Biologie durch :

  • Wald mit allen Sinnen wahrnehmen:
  • Baum fühlen und riechen ,
  • den  Waldboden mit den Füßen fühlen und sich als blinde Karawane  orientieren,
  • still werden und in die Geräusche des Waldes eintauchen,  
  • Wald aus einer anderen Perspektive wahrnehmen:  eins werden mit dem Waldboden und den Wald aus dem Erdfenster betrachten

Der Tag des Baumes:

  • 10 Laubbäume finden und bestimmen und ein Laubbaum-Herbarium anlegen
  • sich mit einem Baum vertraut machen: Blätter fühlen, Frottage der Rinde anfertigen, Größe des Baumes und Ausbreitung bestimmen, Steckbrief erstellen, über die  Bedeutung und Verwendung  der  Baumart, über dessen Mythen und Märchen, Lieder oder Gedichte  referieren
  • Laubstreuuntersuchung und Nahrungsnetz erstellen,  Vegetationsaufnahmen und  Beschreibung der Standorteigenschaften mit Hilfe der Bioindiaktoren der Pflanzen

Wissenschaftlicher Anwendungsbezug der Biotopkartierung

  • Die Biotoptypen der Untersuchungsflächen im Deister nach der Flora-Fauna-Habitatsrichtlinie einstufen und beurteilen, ob durch den Deister eine Montainbiketrasse gebaut werden darf 

In Jahrgang 10 führen wir ein bodenkundliches Geländepraktikum zur Untersuchung der Bodenversauerung im Waldökosystem Deister in den Fächern Erdkunde und Chemie durch.

Hierbei werden Bodenprofil, Bodenart, Boden-pH-Wert, Kalkgehalt sowie die biologische Bodenaktivität vom Deisterkamm bis zu den Ackerflächen am Fuße des Deisters bestimmt. Die Auswirkungen der Versauerung durch den sauren Regen und Auswirkungen der Kalkung und Düngung von Ackerflächen kann direkt gemessen und diskutiert werden. Die unmittelbaren Zusammenhänge der Bedeutung der Pufferwirkung des Ausgangsgesteins und  der Bodeneigenschaften auf die Vegetation wird bei den Untersuchungen deutlich und führt zu der Frage, wie sich das Waldökosystem in Zukunft entwickeln wird und inwiefern wir mit der Veränderung unseres Verhaltens persönlich  dazu beitragen können, diese anthropogenen (durch den Menschen verursachten) Einflüsse zu mindern. 

Wenn wir irgendetwas einzeln herauszunehmen versuchen stellen wir fest, dass es mit allem anderen im Universum verbunden ist. (John Muir)

Biodiversität schützen

Im Projektunterricht Jahrgang 6 und in der Landheim-AG , Teich-AG sowie der Garten-AG des offenen Ganztagsbereichs unseres Schule setzen wir uns dafür ein, dass die Biodiversität auf unserem Schul- sowie dem Landheimgelände erhöht wird:

  • Bau und Aufhängung von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse in Zusammenarbeit mit dem NABU
  • Bau von Insektenhotels
  • Pflege des vor 3 Jahren sanierten Teichs
  • Einsähen von Bienen- und Schmetterlingswiesen auf dem Schulgelände 
  • Setzen von Frühblühern
  • Pflege und Neuanlegung der Gärten in den drei sanierten Innenhöfen der  Schule mit Hilfe des Schulbiologiezentrums Hannovers
  • Pflanzung von Kirsch- und Apfelbäumen zu einer Obstwiese
  • Pflanzung einer Hecke